Bundestagswahl 2021

Für Stracke und Ferschl heißt es: Auf nach Berlin

Wahlplakat abbau CSU

Das Volk hat gewählt, die Plakate müssen weg. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse legte in seiner Mittagspause auch mit Hand an, während sich Direktkandidat Stephan Stracke auf den Weg nach Berlin machte.

Bild: Harald Langer

Das Volk hat gewählt, die Plakate müssen weg. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse legte in seiner Mittagspause auch mit Hand an, während sich Direktkandidat Stephan Stracke auf den Weg nach Berlin machte.

Bild: Harald Langer

Erneut vertreten zwei Kaufbeurer Abgeordnete die Region im Bund. Schon am Montag machen sich Stracke (CSU) und Ferschl (Linke) auf den Weg in die Hauptstadt.
28.09.2021 | Stand: 10:00 Uhr

Die Region Kaufbeuren ist weiterhin mit zwei Abgeordneten in Berlin vertreten: Sowohl Stephan Stracke (CSU) als auch Susanne Ferschl (Linke) ziehen in den neuen Bundestag ein. Stracke holte mit 38,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat für die CSU im Wahlkreis 257 Ostallgäu. Ferschl profitiert davon, dass ihre Partei drei Direktmandate in Deutschland gewann. Damit umgeht die Linke die Fünf-Prozent-Hürde, die sie bundesweit nicht geschafft hat. Bayern schickt vier Linke-Abgeordnete nach Berlin, eine davon ist die Kaufbeurerin. Sie wird definitiv in den Reihen der Opposition Platz nehmen. Bei Stracke ist das noch unklar. Denn die Union strebt nach wie vor eine Regierungsbildung an, auch wenn sie im Bund nur zweitstärkste Kraft geworden ist.

Stracke über Parteiergebnis

Die beiden Kaufbeurer Abgeordneten machten sich bereits am Montag auf den Weg nach Berlin, um in ihren Fraktionen zusammen zu kommen. Stracke gehört bei der CSU zu den Wahlgewinnern. Denn sein Erststimmen–Ergebnis liegt mit knapp 39 Prozent deutlich über dem Parteiergebnis (Zweitstimmen). Bayernweit holte die CSU nur 31,7 Prozent – exakt genauso viel wie im Stimmkreis Ostallgäu, zu dem neben Kaufbeuren und Memmingen der Landkreis Ostallgäu und Teile des Unterallgäus gehören. In der Stadt Kaufbeuren erreichte die CSU nur 28,3 Prozent, Stracke holte 37,5 Prozent.

Über 20 Prozent wählen in Stadtteilen AfD

Auf teilweise über 20 Prozent kam die AfD im Kaufbeurer Norden und in Neugablonz. Im Stimmbezirk 21 (Adalbert-Stifter-Schule) schnitt die AfD mit 24 Prozent am besten ab und lag nicht weit hinter der CSU (25,9). Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) weiß, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen gezielt von der AfD umworben werden. Es sei bedauerlich, dass sich die Menschen davon beeindrucken lassen. Bosse sieht es als Aufgabe der CSU an, den Menschen zu erklären, wer wirklich die Arbeit in der Politik macht und ihre Interessen vertritt.

Ferschl weiter enttäuscht

Dies will in Berlin auf jeden Fall Susanne Ferschl weiter tun. Auch am Tag nach der Wahl ist sie noch sehr enttäuscht vom Abschneiden ihrer Partei, die es bayernweit auf nur 2,8 Prozent brachte. Ferschl selbst erreichte in Kaufbeuren 6,2 Prozent, die Linke kam nur auf 3,6 Prozent. Die Gewerkschafterin möchte dafür kämpfen, dass trotz aller anstehenden Umbrüche im Hinblick auf Klimawandel und Digitalisierung „gute und sichere Arbeitsplätze sowie der Sozialstaat erhalten bleiben“.

Auch die SPD Kaufbeuren sammelte am Montag die Wahlplakate ein. Im Bild Wolfgang Hofmann und Caroline Kranich-Lake.
Auch die SPD Kaufbeuren sammelte am Montag die Wahlplakate ein. Im Bild Wolfgang Hofmann und Caroline Kranich-Lake.
Bild: Harald Langer

Die SPD Kaufbeuren freut sich über ihr „großartiges Wahlergebnis“. Sie erreichte in der Stadt 18,5 Prozent. Es habe sich im Vergleich zur Kommunalwahl fast verdreifacht, teilen Vorsitzende Catrin Riedl und Stadtrat Martin Valdés-Stauber mit. „Wir lesen das als eine Bestätigung unserer konstruktiven kommunalpolitischen Arbeit und bedanken uns für den Zuspruch.“

Daniel Pflügl hat es nicht geschafft

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Politik

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Den Einzug in den Bundestag verpasst hat Daniel Pflügl (Grüne). Aber das sei für ihn in Ordnung. Wer sich auf ein politisches Amt bewerbe, müsse damit rechnen, es nicht zu bekommen. „Da darf man nicht beleidigt sein.“ Mit Blick auf eine Koalition macht er sich große Sorgen. Denn dies sei die letzte Regierung, die noch Einfluss auf den Klimawandel habe. „Das Dramatischste wäre, wenn es eine große Koalition aus SPD und Union geben würde.“ Denn die habe das Problem des Klimawandels in den vergangenen vier Jahren nicht angepackt. Für Pflügl selbst werde nun wieder der Beruf in den Lebensmittelpunkt rücken. Er will politisch kürzer treten.

Zur Mordkommission München

Denn der Kriminalhauptkommissar wechselt am 1. Oktober zur Mordkommission in München. Es ist die einzige ständige Mordkommission in Bayern. Zeit für Politik bleibe da nicht mehr. Als Bezirksvorsitzender werde er sich nicht wieder bewerben, auch für den Landesausschuss werde er deshalb nicht mehr kandidieren, kündigte er gegenüber unserer Redaktion an. Pflügl ist Zweiter Bürgermeister von Bad Wörishofen und stellvertretender Landrat im Unterallgäu.