Neuer Corona-Impfstoff

In Kaufbeuren und im Ostallgäu haben Pflegekräfte Vortritt bei der Impfung mit Novavax

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax soll in der ersten Märzwoche an das Kaufbeurer Impfzentrum geliefert werden.

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax soll in der ersten Märzwoche an das Kaufbeurer Impfzentrum geliefert werden.

Bild: Volodymyr Kalyniuk,stock.adobe.com

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax soll in der ersten Märzwoche an das Kaufbeurer Impfzentrum geliefert werden.

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Anfang März sollen die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs von Novavax in Kaufbeuren eintreffen. Doch zunächst bekommt nicht jeder das proteinbasierte Vakzin.
17.02.2022 | Stand: 15:44 Uhr

Anfang Februar hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für die Corona-Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Novavax für Erwachsene ab 18 ausgesprochen. Nuvaxovid, so der Name des Stoffs, ist seit Ende 2021 in der EU zugelassen und soll mit zwei Dosen verabreicht werden. Die erste Charge des US-amerikanischen Herstellers mit 1,75 Millionen Dosen wird voraussichtlich ab dem 21. Februar in Deutschland eintreffen.

Weitere 3,25 Millionen Dosen sollen in den folgenden Wochen kommen. Im Kaufbeurer Impfzentrum kann Nuvaxovid wohl ab der ersten Märzwoche angeboten werden. Zunächst sollen sich die bislang ungeimpften Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich damit immunisieren lassen können. Dazu werde beim Voranmeldesystem, über das die Termine gebucht werden, der Arbeitgeber abgefragt, erklärt Dr. Gregor Blumtritt, ärztlicher Leiter für die Impfzentren in Kaufbeuren und Marktoberdorf.

Leiter der Impfzentren in Kaufbeuren und Marktoberdorf rechnet nicht mit dem "großen Run" auf den neuen Impfstoff Novavax

Einige Menschen lehnen die Coronaimpfung zwar nicht grundsätzlich ab, sind aber gegenüber den bereits vorhandenen mRNA- und Vektor-Impfstoffen skeptisch. Sie wollen lieber auf einen sogenannten „Totimpfstoff“ warten, dessen Wirkprinzip schon länger bekannt ist. Den Begriff findet Blumtritt irreführend, denn: „Es gibt keine Lebendimpfstoffe.“ Das heißt, kein Impfstoff enthält Erreger oder Erreger-Bestandteile. Nuvaxovid sei proteinbasiert – so wie zum Beispiel die Vakzine gegen Tetanus und Hepatitis-B. Aufgrund des altbewährten Verfahrens werden solche Impfstoffe von manchen Skeptikern bevorzugt.

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Mit dem „großen Run“ rechnet Blumtritt jetzt aber nicht. „Wir haben in den Krankenhäusern abgefragt, wer noch nicht geimpft ist, weil er auf den neuen Impfstoff warten wollte“, erklärt der Arzt. Nur einzelne Klinikangestellte hätte Interesse gezeigt. Auch unter den Patienten seiner Kaufbeurer Hausarztpraxis gebe er nur wenige Einzelfälle, die speziell auf Novavax gewartet haben.

„Wer die Coronaimpfung ablehnt, wird sich auch von proteinbasierten Impfstoffen nicht überzeugen lassen“, glaubt Blumtritt. „Manche hoffen noch auf Sputnik V“. Dass das Vakzin, das in Russland bereits seit August 2020 zugelassen ist, in Deutschland zum Einsatz kommt, gilt als wenig wahrscheinlich, weil die Studienlage dazu unklar sei.

Auch bei Nuvaxovid sind zwei Impfungen erforderlich

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Wann Nuvaxovid in Kaufbeuren auch Menschen außerhalb der Gesundheitsbranche angeboten werden kann, lässt sich laut Blumtritt schwer einschätzen: „Momentan wissen wir noch nicht einmal, wie viele Impfdosen wir mit der ersten Lieferung bekommen.“ Auch bei diesem Vakzin sind zwei Spritzen – im Abstand von mindestens drei Wochen – nötig, um vollständig geschützt zu sein. Unklar sei noch, wie lange der Schutz nach einer Impfung mit Nuvaxovid anhält. Analog zu anderen Impfstoffen werde es wahrscheinlich auch hier eine dritte Dosis als Booster brauchen.

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