Corona-Lockerungen

Kaufbeurer stürmen Baumarkt und Friseursalons

Kimberly Arndt schneidet im Salon „Unique“ Siegfried Linkes Haar, das nach Meinung seiner Frau nicht mehr ansehnlich war. In Erika Fürsts Gärtnerei ist es  ruhig – viele Kunden hatten sich  via call&collect mit Blumen versorgt. Mit allem, was sie für Heimwerker-Projekte benötigen, decken sich die Kunden im V-Baumarkt ein.

Kimberly Arndt schneidet im Salon „Unique“ Siegfried Linkes Haar, das nach Meinung seiner Frau nicht mehr ansehnlich war. In Erika Fürsts Gärtnerei ist es ruhig – viele Kunden hatten sich via call&collect mit Blumen versorgt. Mit allem, was sie für Heimwerker-Projekte benötigen, decken sich die Kunden im V-Baumarkt ein.

Bild: Harald Langer

Kimberly Arndt schneidet im Salon „Unique“ Siegfried Linkes Haar, das nach Meinung seiner Frau nicht mehr ansehnlich war. In Erika Fürsts Gärtnerei ist es ruhig – viele Kunden hatten sich via call&collect mit Blumen versorgt. Mit allem, was sie für Heimwerker-Projekte benötigen, decken sich die Kunden im V-Baumarkt ein.

Bild: Harald Langer

Die Terminbücher der Friseure sind voll – genau wie der Parkplatz des Kaufbeurer V-Baumarktes am Montag. Nachfrage nach Blumen hält sich in Grenzen. Woran liegt das?
02.03.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Es ist ein erster kleiner Schritt in Richtung Normalität: Friseure, Fußpfleger, Kosmetik- und Nagelstudios, Baumärkte, Gärtnereien und Gartencenter dürfen wieder Kunden bedienen. Einen neuen Haarschnitt und frische Farbe hat Ingeborg Kloiber herbeigesehnt – am 26. November sei sie zum letzten mal bei ihrer Stammfriseurin Petra Hübner in Neugablonz gewesen.

Friseure arbeiten ausnahmsweise auch am Montag

Hübners Salon „Unique“ hat – entgegen üblicher Friseur-Gewohnheit – schon montags geöffnet, um all die Kunden unterbringen zu können, die so viele Wochen warten mussten. Kloiber sitzt vor einem Spiegel, das Haar ist noch nass – Hübner arbeitet gerade am Schnitt. Doch neue, helle Strähnen sind schon zu sehen, sie verleihen der Frisur einen sommerlichen Look. „Ich habe mich wirklich nicht mehr wohl gefühlt. Bei Kurzhaarfrisuren fällt es ja besonders auf, wenn sie herausgewachsen sind“, sagt die 73-Jährige, die sich einen leicht asymmetrischen Schnitt wünscht.

Zwei Gründe zu feiern

Sie ist seit 15 Jahren Kundin bei Hübner, die just am 1. März 15-jähriges Salonjubiläum hat und somit gleich doppelt Grund zu feiern. An einem anderen Schneideplatz kümmert sich Kimberly Arndt um die Frisur von Siegfried Linke. „Mich haben die langen Strähnen nicht gestört, aber meine Frau“, lacht der 79-Jährige. Als er jung war, habe er Vokuhila getragen, „um meine abstehenden Ohren zu verstecken“, erzählt der gebürtige Berliner. Dass er beim Termin eine FFP2-Maske tragen muss, störe ihn nicht: „Wir können uns ja trotzdem gut unterhalten.“

Voll sind am Montag nicht nur die Terminbücher der Friseure, sondern auch der Parkplatz des Kaufbeurer V-Baumarktes. Ein älterer Herr wuchtet quadratische Steinplatten auf einen Anhänger. Auf die Frage, was er damit vor hat, winkt er ab: „Keine Zeit. Ich muss gleich nochmal in den Laden rein.“ Auskunftsfreudiger sind Andrea und Jürgen Warnack, die ihren Hänger mit Brettern und Holzlatten beladen. Ihr Projekt, eine neue Gartenhütte, haben sie bereits im vergangenen Jahr begonnen und nun ungeduldig darauf gewartet, es fortzuführen. „Bis die fertig wird, dauert es noch. Und die alte Hütte müssen wir abreißen. Im Garten geht die Arbeit nie aus“, sagt Jürgen Warnack, der mit seiner Frau eine Parzelle in der Kaufbeurer Kleingartensiedlung bewirtschaftet.

In Veronika Barnsteiners Einkaufswagen liegt ein Sack Blumenerde, daneben stehen ein paar Töpfchen mit Frühlingsblühern. „Die sind für ein Grab“, erklärt die Kaufbeurerin. Ein paar Blumen bekäme man zwar auch im Supermarkt, aber im Bau- oder Gartenmarkt sei die Auswahl größer. Auch wenn es nicht lebensnotwendig sei – sie findet es gut, dass der Handel nach und nach öffnen darf und sich die Welt wieder ein wenig „normaler“ anfühlt.

Wetter weckt Lust auf Blüten

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Nicht ganz so groß ist am Montag der Andrang in der Gärtnerei Fürst in Mauerstetten. „Überrannt wurden wir jetzt nicht“, sagt Erika Fürst. „Das liegt aber auch daran, dass sich viele Kunden schon vor dem großen Run per call&collect bei uns mit Frühlingsblumen eingedeckt haben.“ Als es vor zwei Wochen plötzlich so ungewöhnlich warm wurde, sei die Nachfrage nach Stiefmütterchen und Primeln mit einem Mal schlagartig in die Höhe geschossen. Weil damals schon viel gekauft wurde, sei der erste Öffnungstag – zumindest bis zur Mittagspause – recht entspannt verlaufen. „Manche sind vorsichtiger und warten lieber noch etwas, bis sie Pflanzen besorgen“, glaubt Fürst. Denn auch die Jahreszeit spielt Rolle: Momentan gebe es noch Bodenfrost, für viele Pflanzen sei es also schlichtweg noch zu kalt. „Der Bedarf an Pflanzen ist deshalb noch nicht so hoch. Aber die Kunden freuen sich für uns, dass wir wieder öffnen dürfen.“