Pandemie-Weihnacht

Ohne Kranz und Kerzen: Kaufbeurer erwartet ein trauriger Corona-Advent

Seit vielen Jahren schmucken die THW-Helfer den Neptunbrunnen in der Woche vor dem ersten Advent (Archivfoto).

Seit vielen Jahren schmucken die THW-Helfer den Neptunbrunnen in der Woche vor dem ersten Advent (Archivfoto).

Bild: Mathias Wild

Seit vielen Jahren schmucken die THW-Helfer den Neptunbrunnen in der Woche vor dem ersten Advent (Archivfoto).

Bild: Mathias Wild

Jedes Jahr verwandelt das THW den Kaufbeurer Neptunbrunnen in einen riesigen Adventskranz. Warum dürfen die freiwilligen Helfer den Brunnen diesmal nicht schmücken?
06.11.2020 | Stand: 15:15 Uhr

Dass das Technische Hilfswerk (THW) Kaufbeuren den Neptunbrunnen zur Weihnachtszeit in einen riesigen Adventskranz verwandelt, hat mittlerweile Tradition.

Imposantes Schmuckstück

Geschmückt mit Weißtannen-Zweigen, Schleifen und anderthalb Meter hohen echten Kerzen bot der Kranz den Altstadtbesuchern in den vergangenen Jahren einen imposanten Anblick. Doch wie so viele Traditionen muss auch diese im Corona-Jahr abgesagt werden. Andreas Bertele, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Kaufbeuren, bedauert es sehr, dass die Helferinnen und Helfer den Brunnen diesmal nicht schmücken können.

Die Weihnachtsmärkte sind abgesagt, und auch die lebende Krippe – die Kaufbeurer erwartet ein trauriger Corona-Advent. Warum schmückt das THW den Neptunbrunnen jetzt nicht erst recht?

Andreas Bertele: Das Technische Hilfswerk ist von der Coronakrise genauso betroffen wie alle anderen Organisationen auch. Wir müssen Einschränkungen in Kauf nehmen und Kontakte, so weit es geht, minimieren, damit wir für Ernstfälle einsatzbereit bleiben.

Was bedeutet das konkret?

Bertele: Der THW Landesverband hat in einer Allgemeinverfügung bestimmt, dass wir vorerst keine technischen Hilfeleistungen durchführen dürfen, die verzichtbar wären. Und dazu zählt nunmal auch der Aufbau von Weihnachtsdekoration. Bei den Arbeiten lassen sich Mindestabstände kaum einhalten, enger Kontakt ist unvermeidbar.

Haben Sie über eine Alternative nachgedacht?

Bertele: Natürlich, wir haben überlegt, ob wir mit ein paar Freiwilligen privat den Kranz aufbauen. Aber auch das ist derzeit wegen des Lockdowns nicht möglich, weil sich ja keine größeren Gruppen treffen dürfen. Für die Aktion bräuchten wir aber schon einige Helfer. Außerdem wäre es ein falsches Signal, als Bundesorganisation haben wir Vorbildfunktion.

Der Lockdown dauert voraussichtlich bis Ende des Monats. Könnte man den Kranz danach noch aufstellen?

Bertele: Zwar wären die Arbeiten schnell erledigt, wir haben nach so vielen Jahren eine gewisse Routine. Aber selbst wenn wir am Montag, 30. November, anfangen würden, wäre der darauf folgende Sonntag schon der zweite Advent und wir könnten gleich zwei Kerzen anzünden. Außerdem wissen wir ja noch nicht, ob der Lockdown dann tatsächlich aufgehoben ist. Das Material müssten wir dann wohl wegschmeißen.