Schwangerenberatung

Seit 20 Jahren an der Seite von Frauen und jungen Familien in Kaufbeuren

Die Sozialpädagoginnen  beraten an sechs Standorten und neun Außensprechtagen während der Schwangerschaft und bei Bedarf bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes.

Die Sozialpädagoginnen beraten an sechs Standorten und neun Außensprechtagen während der Schwangerschaft und bei Bedarf bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes.

Bild: SkF (Symbolfoto)

Die Sozialpädagoginnen beraten an sechs Standorten und neun Außensprechtagen während der Schwangerschaft und bei Bedarf bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes.

Bild: SkF (Symbolfoto)

Eine Schwangerschaft verändert das Leben in jeder Hinsicht. Welche Unterstützung bietet der SkF und wie hat sich die Arbeit der Beraterinnen mit der Zeit verändert?
10.02.2021 | Stand: 15:38 Uhr

Eine Schwangerschaft verändert das Leben in jeder Hinsicht: für die schwangere Frau, für die Partnerschaft, im Job, auf dem Konto und in der Zukunftsplanung. Von Anfang an kann das neue Leben Glück, Hoffnung, Ängste und viele Fragen mit sich bringen. In all diesen Fragen unterstützen die Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Familien und alleinstehende Frauen in der Region, und zwar seit nunmehr 20 Jahren.

Fast immer existenzielle Fragen

Laut der Vorstandsvorsitzenden Doris Hallermayer, hat das Team des SkF in diesen 20 Jahren insgesamt 62 000 Personen betreut. „Die Menschen bringen ein breites Spektrum an Fragen und Problemen mit, nahezu immer geht es um existenzielle Fragen“, sagt Hallermayer.

„In Kaufbeuren haben wir in normalen Jahren etwa 100 Frauen und Familien mit 250 Beratungskontakten, die in der Schwangerschaft und nach Geburt in unseren Außensprechtag kommen“, berichtet Eva-Maria Rottach, die jeden Montag zum Außensprechtag von Landsberg nach Kaufbeuren fährt. 2020 seien es wegen des Lockdowns zehn Familien weniger und etwa 30 Kontakte weniger gewesen. Wie vielschichtig die Arbeit der aktuell 20 Beraterinnen ist, betont deren Diözesanvertreterin Eleonore Wolf: „Wenn eine Schwangere unsicher ist, ob sie ein Kind bekommen soll, geht es um verschiedene Fragen. Oft befürchten die werdenden Eltern wirtschaftliche Sorgen, es gibt rechtliche Probleme oder die Frauen und Männer fühlen sich mit der Aussicht auf eine Elternschaft überfordert.“

Gemeinsam Lösungen finden

In einer oft längerfristigen Beratung helfen die Beraterinnen dabei, die Probleme einzuordnen, geben Hilfestellungen wo es gewünscht wird und erarbeiten gemeinsam Bewältigungsstrategien. Ein wichtiges Element sind dabei auch materielle Hilfen in finanziellen Notlagen. Die Beraterinnen können im Bedarfsfall zum Beispiel Unterstützung beim Bischöflichen Hilfsfonds Pro Vita für die Betroffenen beantragen. In den letzten 20 Jahren wurden durch den Fonds mehr als 10 000 Familien mit insgesamt fast sechs Millionen Euro schnell und unbürokratisch unterstützt.

Pränataldiagnostik ist ein Thema

Die Arbeit der Beratungsstellen hat sich in den letzten 20 Jahren ständig verändert. Durch den verstärkten Einsatz von Pränataldiagnostik sehen sich Eltern häufiger mit besonders schwierigen Fragen konfrontiert: Sollen sie diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen? Und wie sollen sie möglicherweise mit der Diagnose umgehen, dass ihr Kind mit einer Beeinträchtigung auf die Welt kommen wird? In den letzten Jahren spielt darüber hinaus verstärkt die Beratung und Begleitung von Menschen mit Fluchthintergrund eine Rolle.

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Auch die Form der Beratung hat sich verändert: Die Beratungsstellen bieten Frühe Hilfen in Form von Kursen und Entwicklungspsychologischer Beratung an um Überforderung vorzubeugen und um gute Entwicklungsbedingungen für Kinder zu fördern.

Beratung auch online möglich

Seit mehreren Jahren wird auch online beraten – gerade jetzt, während der Pandemie, hat sich dieses Angebot bewährt und wurde ausgebaut. Aktuell findet die Beratung je nach Bedarf telefonisch, über Videokonferenzen oder auch unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Infektionsschutzregeln in den Beratungsstellen statt. Wichtig sei, so Eleonore Wolf, dass die Frauen und Familien auch in diesen für alle belastenden Zeiten Hilfe bekommen können.

Früh mit präventiver Arbeit beginnen

Der SkF setzt sich aber auch in der präventiven Arbeit ein. In sexualpädagogischen Angeboten vor allem für Schulklassen werden Jugendliche in geschlechtsgetrennten Gruppen für einen achtsamen Umgang mit ihrem Körper sensibilisiert und auf einen respektvollen Umgang mit dem Partner oder der Partnerin vorbereitet. Die 20 Sozialpädagoginnen auf etwa 12,5 Vollzeitstellen beraten an sechs Standorten und neun Außensprechtagen in der Region bei psychosozialen, pädagogischen, finanziellen oder sozialrechtlichen Fragen während der Schwangerschaft sowie bei Bedarf bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes. Die Themen reichen von Klärung bei einer unerwarteten Schwangerschaft, unerfülltem Kinderwunsch bis hin zu Problemen in der Partnerschaft.

Jeden Montag Sprechtag in Kaufbeuren

Die SkF-Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Landsberg bietet jeden Montag Außensprechtage in Kaufbeuren an. Diese finden im Haus St. Martin (Spitaltor 4) statt. Termine können über die Beratungsstelle Landsberg bei Eva-Maria Rottach, unter der Telefonnummer 08191/478511 vereinbart werden. Das kostenlose Hilfetelefon „Schwangere in Not“ ist anonym und sicher und unter 0800/40 40 020 zu erreichen. Rat Hilfe gibt es auch online unter www.geburt-vertraulich.de, sowie unter www.skf-augsburg.de.