Dank für Einsatz in der Pandemie

Welche Spenden dürfen Klinikbeschäftigte annehmen?

Leuchtende Hilferufe sendete das Personal des Klinikums Kaufbeuren aus. Für dessen Einsatz in der Corona-Pandemie wollen sich jetzt immer mehr Spender erkenntlich zeigen. (Archivfoto)

Leuchtende Hilferufe sendete das Personal des Klinikums Kaufbeuren aus. Für dessen Einsatz in der Corona-Pandemie wollen sich jetzt immer mehr Spender erkenntlich zeigen. (Archivfoto)

Bild: Klinikum Kaufbeuren

Leuchtende Hilferufe sendete das Personal des Klinikums Kaufbeuren aus. Für dessen Einsatz in der Corona-Pandemie wollen sich jetzt immer mehr Spender erkenntlich zeigen. (Archivfoto)

Bild: Klinikum Kaufbeuren

Unternehmen wollen Angestellten in den Kliniken in Kaufbeuren und dem Ostallgäu mit Geschenken danken und ihre Wertschätzung zeigen. Was geht – und was nicht.
13.01.2022 | Stand: 06:21 Uhr

Darf das Personal in Kliniken eigentlich jede Spende annehmen? In der Coronakrise wollen sich viele Unternehmen, Vereine, aber auch Einzelpersonen solidarisch mit Krankenhäusern und deren Mitarbeitenden zeigen – die in der Pandemie einer extremen Belastung ausgesetzt und mit einer nie dagewesenen Herausforderung konfrontiert sind.

Sachspenden und kostenlose Dienstleistungen

An die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren treten immer öfter Unternehmen heran, die dem dortigen Personal in diesen schweren Zeiten mit Sachspenden oder Dienstleistungen ihre Anerkennung und Wertschätzung zeigen möchten. So haben etwa kürzlich Mitglieder der Ostallgäuer Friseurinnung den Pflegekräften der Kliniken kostenlos neue Haarschnitte angeboten.

Abgelehnt wegen Compliance-Richtlinie

Etwas Gutes wollte auch Bernhard Epple vom Kaufbeurer Lokal „Gifthütte“ den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kaufbeurer Intensivstation tun – und hat Essensgutscheine für sein Restaurant angeboten. „Die wurden aber abgelehnt, mit dem Hinweis auf die Compliance-Richtlinie des Klinikums“, hieß es laut Epple in der Absage-E-Mail des Krankenhauses.

Kein persönlicher Vorteil

„Wir haben weder Verwandte noch Bekannte als Patienten oder als Mitarbeitende im Klinikum, würden also aus unserer Sicht nicht von einer solchen Spende profitieren“, bekräftigt Epple. 90 Gutscheine im Wert von jeweils 30 Euro habe er den Mitarbeitenden der Intensivstation schenken wollen, egal ob Ärztin oder Arzt, Pflegekraft, Pflegehelfende oder Reinigungskraft. „Da die meisten Weihnachtsfeiern bei uns abgesagt wurden und wir aus bekanntem Grund zur Zeit auch nicht gerade von Gästen überrannt werden, möchten wir die freien Kapazitäten nutzen und den Menschen etwas Gutes tun, die seit Monaten unter größter Belastung arbeiten.“ Gleichzeitig würden solche Gutscheine auch etwas mehr Durchlauf ins Restaurant bringen und, so hofft Epple, verhindern, dass er seine Angestellten in Kurzarbeit schicken muss.

Immer mehr Unternehmen fragen an

„In den vergangenen Wochen haben sich immer mehr Firmen gemeldet, die uns etwas Gutes tun möchten“, bestätigt auch Andrea Lehmann, Pflegedienstleiterin auf der Intensivstation des Kaufbeurer Klinikums. Das freue sie und ihre Kolleginnen und Kollegen natürlich sehr. Das Klinikum habe Epples Angebot aber trotzdem zunächst ablehnen müssen, da erst vom Klinikvorstand geprüft werden musste, ob solche Spenden angenommen werden dürfen oder ob steuerrechtliche Konsequenzen für das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren daraus entstehen könnten. Inzwischen habe man mit dem Finanzamt klären können, dass die Annahme der Essensgutscheine kein Problem darstellt.

Geschenke direkt an Mitarbeitende meist kein Problem

Lesen Sie auch
##alternative##
Gespräche mit Pflegebeauftragtem

Frust bei Pflegekräften in Kaufbeuren und im Ostallgäu wächst

„Weil es sich um eine Schenkung direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt, sind wir als Klinikum sozusagen außen vor“, erklärt Klinikvorstand Axel Wagner. Den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren entstehe daraus also kein geldwerter Vorteil, es werde auch keine Spendenquittung ausgestellt. Geschenke wie Essensgutscheine oder kostenlose Haarschnitte seien Ausdruck der Dankbarkeit, Wertschätzung und Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden in den Krankenhäusern – auch die Spender profitieren davon nicht persönlich.

Die Gutscheine für die „Gifthütte“ sind vor Kurzem an das Personal der Intensivstation verteilt worden, „wir haben auch schon die ersten Reservierungen bekommen“, bestätigt Epple, und ergänzt: „Selbstverständlich können die Gutscheine auch für Speisen zum Mitnehmen eingelöst werden.“