Kaufbeuren

Wespenalarm: Was der Bund Naturschutz rät

Wenn eine Wespe haranfliegt, sei dies kein Grund zur Panik, meint BN-Kreisvorsitzender Josef Kreuzer.

Wenn eine Wespe haranfliegt, sei dies kein Grund zur Panik, meint BN-Kreisvorsitzender Josef Kreuzer.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Wenn eine Wespe haranfliegt, sei dies kein Grund zur Panik, meint BN-Kreisvorsitzender Josef Kreuzer.

Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Soll man die Insekten vertreiben oder gewähren lassen? Bund Naturschutz gibt Tipps für den Umgang mit den geschützten Tieren.
10.09.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Wegen des kühlen und verregneten Frühlings werden in den kommenden Wochen voraussichtlich weniger Wespen als in den Vorjahren unterwegs sein, schätzt der Bund Naturschutz (BN). „Trotzdem werden sie sich auch in diesem Jahr wieder zu uns an den Kaffeetisch gesellen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren. Der BN will aufklären, wie man mit den ungebetenen Gästen am besten umgeht und welche wichtige Rolle sie für die Natur spielen.

Mit Respekt statt mit Gift begegnen

„Was manchmal wie eine Invasion wirkt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausschnitt der Natur um uns herum. In der Regel trauen sich nur zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten an unsere gedeckten Tafeln, nämlich die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe“, erklärt BN-Vorsitzender Josef Kreuzer. „Alle anderen Wespenarten interessieren sich nicht für unser Essen. Sie ernähren sich von Nektar, Pollen und Pflanzensäften, dabei bestäuben sie Pflanzen. Für den Nachwuchs vertilgen sie zum Beispiel Fliegen, Mücken, Motten oder Spinnen und sind damit ein wichtiger Teil natürlicher Nahrungsnetze und Ökosysteme. Gerade angesichts des dramatischen Insektensterbens sollten wir ihnen mit Respekt und keinesfalls mit Gift begegnen.“ Von den 562 heimischen Wespenarten (neben den Faltenwespen, zu denen die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe zählen, sind dies Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen) sind laut Kreuzer 255 Arten gefährdet, „weil wir ihre Lebensräume zerstören“.

Speisen abdecken

Um keine Wespen anzulocken, empfiehlt der Experte, Speisen abzudecken, süße Getränke zu verschließen und auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte zu verzichten. Gesellten sich die Wespen doch dazu, heiße es vor allem: Ruhe bewahren. „Angstschweiß versetzt die Tiere in Alarmbereitschaft, und das CO2 in der Atemluft beim Wegpusten macht sie aggressiv.“ Auch sollte man auf keinen Fall nach den Wespen schlagen oder wild mit der Hand herumwedeln. Grundsätzlich gelte: „Wespen haben nicht die Absicht zu stechen. Sie wehren sich aber, wenn sie sich bedroht fühlen.“ Dreiste Störenfriede könne Wasser aus Sprühflaschen zur Raison bringen. „Oder Sie lassen die Wespen gewähren und beobachten, wie sie geschickt ein kleines Stück aus einem großen Ganzen herausoperieren und mit der Beute stolz davon fliegen“, sagt Kreuzer.

Letzte Tage ihres Lebens

Er weist darauf hin, dass die kommenden Wochen für die Insekten die letzten Tage ihres Lebens sind. Nur die jungen begatteten Wespenköniginnen überwinterten. Erst im nächsten Sommer schlüpften neue Wespen. Als Insektenvertilger hielten sie dem Menschen so manche Fliege vom Leib.

Bekämpfung verboten

Nur wenige Arten bauten große Nester am Haus. „In den allermeisten Fällen ist die Angst der Menschen vor Wespen unbegründet.“ Hornisse, Rote Wespe, Sächsische Wespe, Feldwespen seien friedliebende Tiere. Sie zu bekämpfen, sei unnötig und verboten, betont Kreuzer. Die Giftspritze gehöre, wenn überhaupt, in die Hand von Fachleuten, nicht von Laien. „Hier helfen fachkundige Hornissen- und Wespenberater, die zum Beispiel über die Untere Naturschutzbehörde erreichbar sind“, erläutert Kreuzer.

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