Festival Classix Kempten

Die neuen Gesichter beim Classix-Festival

Benjamin Schmid, der künstlerische Leiter von Classix, hat nun neue Organisatoren an seiner Seite.

Benjamin Schmid, der künstlerische Leiter von Classix, hat nun neue Organisatoren an seiner Seite.

Bild: Ralf Lienert

Benjamin Schmid, der künstlerische Leiter von Classix, hat nun neue Organisatoren an seiner Seite.

Bild: Ralf Lienert

Nach dem Tod des umtriebigen Franz Tröger muss sich das Festival organisatorisch neu aufstellen. Clemens Lukas und Katja Tschirwitz spielen dabei Hauptrollen.
23.09.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Benjamin Schmid und Franz Tröger prägten in den vergangenen Jahren das Classix-Festival. Vor allem der organisatorische Leiter Tröger war omnipräsent bei den Konzerten. Sein Tod im vergangenen Mai hat vieles verändert. Hinter den Kulissen bleibt zwar der „Freundeskreis Classix Kempten“ um Silvia Tröger aktiv. Doch die Aufgaben des Geschäftsführer übernimmt nun Clemens Lukas.

Tröger selbst holte den Leiter der Bayreuther Agentur „Kultur-Partner“ noch kurz vor dem Tod mit ins Boot, nicht zuletzt weil die beiden Familien freundschaftlich verbunden sind. Lukas ist Experte in der Leitung von Klassikfestivals, seit drei Jahren führt er das „Bayreuth Baroque Opera Festival“, das internationale Reichweite hat. Ihm zur Seite steht die Musik- und Kulturjournalistin Katja Tschirwitz, die in Würzburg lebt und arbeitet. Sie leitet bei Classix nun die Bereiche Dramaturgie, PR und Marketing, außerdem koordiniert sie Anfragen.

Nun organisieren Katja Tschirwitz und Clemens Lukas (rechts) das Festival Classix. Bis zu seinem Tod tat dies Franz Tröger (zweiter von links). Links Benjamin Schmid.
Nun organisieren Katja Tschirwitz und Clemens Lukas (rechts) das Festival Classix. Bis zu seinem Tod tat dies Franz Tröger (zweiter von links). Links Benjamin Schmid.
Bild: Martina Diemand

Benjamin Schmid bleibt künstlerischer Leiter und steht auch beim diesjährigen Festival, das am Samstag startet und bis 2. Oktober läuft, bei mehreren Konzerten selbst auf der Bühne. Schmid beurteilt die Neuaufstellung positiv: „Wir sind auf einem guten Weg und haben ein hervorragendes Team zusammengestellt.“

Derzeit sei man noch dabei, die Organisationsstruktur neu zu gestalten, erklärt Clemens Lukas. Ob die Rollenverteilung so bleibt wie bisher, wo ja Franz Tröger sich auch als programmatischer Sparringspartner von Benjamin Schmid verstand, werde nach der Festivalwoche geklärt, ergänzt Katja Tschirwitz. „Dann werden wir uns alle zusammensetzen und schauen: Was hat gut geklappt? Wo müssen wir uns neu aufstellen beziehungsweise die Rollen modifizieren?“

Erfreulich sei, dass trotz Corona alls Förderer und Sponsoren Classix die Treue gehalten haben, sagt Clemens Lukas. Zuschüsse erhalte das Festival mit einem Budget von knapp 200.000 Euro von der Stadt Kempten, dem Bezirk Schwaben und dem Bayerischen Wissenschaftsministerium; die Sponsoren-Riege bestehe aus der Sparkasse Allgäu, der Sozialbau Kempten, dem AÜW und anderen Unternehmen. Auch die Familie Baur und andere Privatpersonen werden das Festival weiterhin unterstützen, sagt Lukas.

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Classix Kempten: Beim Publikumszuspruch ist Luft nach oben

Eines der wichtigsten Ziele sei es, Classix regional und überregional bekannter zu machen. Dafür habe man schon die ersten Schritte gemacht, erläutert Tschirwitz. So sei man Werbekooperationen mit anderen Festivals eingegangen und habe Werbung in neuen überregionalen Medien gemacht. „Es geht uns um eine Ausweitung des Publikums, eine Öffnung des Festivals“, sagt Katja Tschirwitz. „Jazz und Weltmusik dürfen in Zukunft gerne eine größere Rolle spielen, dafür war Franz Tröger sehr offen.“

Tschirwitz und Lukas stellen sich in der Gedenkstunde für Franz Tröger vor

Wer die neuen Festival-Gesichter kennen lernen möchte, hat in der kommenden Woche mehrmals Gelegenheit dazu. Offiziell stellen sich Lukas und Tschirwitz am Dienstag um 17.30 Uhr im Stadttheater vor – bei der musikalischen Gedenkstunde für Franz Tröger. Beide werden auch beim Festivalfinale am 2. Oktober vor Ort sein, Tschirwitz zudem bei der Eröffnung morgen Abend.

Und welche Musik lieben Tschirwitz und Lukas persönlich? „Ein schöne Frage“, antwortet Tschirwitz, „denn das beeinflusst ja vieles.“ Sie nennt Barockmusik, Kunstlied und zeitgenössische Musik. Zudem sei sie „zugänglich für die Musik anderer Kulturen“. Clemens Lukas nennt Spätromantik, Kammermusik, Jazz und Barockes.