Service auf dem Wertstoffhof

Mülltrennung auf dem Wertstoffhof: Mitarbeiter sollen Kartons selber falten

Ein Wiggensbacher ärgert sich, dass er auf dem Wertstoffhof die Kartons selbser flachlegen soll. Was sagt der ZAK dazu?

Ein Wiggensbacher ärgert sich, dass er auf dem Wertstoffhof die Kartons selbser flachlegen soll. Was sagt der ZAK dazu?

Bild: Matthias Becker

Ein Wiggensbacher ärgert sich, dass er auf dem Wertstoffhof die Kartons selbser flachlegen soll. Was sagt der ZAK dazu?

Bild: Matthias Becker

Einem Wiggensbacher Bürger fehlt es an Service auf dem Wertstoffhof. Der Abfallzweckverband Kempten sagt, es ist nicht Aufgabe des Personals, Kartons zu falten.
14.01.2022 | Stand: 18:58 Uhr

Wie viel Service muss der Abfallzweckverband ZAK bieten? Welche Mitarbeit kann er von den Bürgern erwarten? In Wiggensbach gibt es Knatsch mit einem Bürger: Peter Albrecht ärgert sich, dass er alte Kartonagen selber „flachlegen“ soll, wenn er sie am Wertstoffhof abgeben will. Neuerdings würden dort nur noch flach gefaltete Kartonagen angenommen, sagt er. Und: „Der ZAK lässt in seinem Service schwer zu wünschen übrig.“

Bürger sagt: Beschäftigte können die Kartons plattmachen. Der Abfallzweckverband macht mit den Wertstoffen ja auch Gewinn

Der Wiggensbacher findet, dass das Plattmachen von Kartons auf dem Wertstoffhof durchaus ZAK-Beschäftigte übernehmen könnten. Über die Jahre habe er festgestellt, dass auf dem Wertstoffhof oft nichts los sei. Und schließlich würden die Mitarbeiter ja bezahlt. Weiter führt Albrecht an, dass der ZAK das Monopol auf die Abfälle habe und die Wertstoffe mit Gewinn verkaufe.

Schon lange hätten ZAK-Verantwortliche so eine Art Puffer-System entwickeln können, findet Albrecht. Sein Gedanke: Die Bürger legen Kartons an einer Ecke im Wertstoffhof ab, wo sie dann ZAK-Mitarbeiter zu ruhigeren Zeiten später flachfalten könnten. Alternative wäre ein Springer, der auf dem Wertstoffhof mal da, mal dort anpackt.

Das sagt der ZAK zu der Kritik

Andreas Breuer, Geschäftsführer der ZAK Abfallwirtschaft GmbH, dagegen sagt, dass die Kartons eigentlich schon immer an jedem Wertstoffhof von den Bürgern selbst flach gefaltet werden müssten. An den Kartonage-Containern, die an manchen Wertstoffinseln stehen, gehe es wegen des Einwurfschlitzes eh nicht anders. Es sei dem Personal der Wertstoffhöfe natürlich nicht verboten, den Menschen dabei zu helfen, sagt Breuer, aber es sei auch nicht ihre Aufgabe. Sie sollten vor allem beratend zur Seite stehen, welche Wertstoffe in welche Container müssen, und da helfen, wo es wirklich nötig ist.

ZAK-Geschäftsführer Breuer: Die Erlöse der Wertstoffe dienen dazu, die Müllgebühren niedrig zu halten

Deshalb ist laut Breuer das Flachmachen von Kartonagen grundsätzlich erst einmal Sache derer, die die Kartons bringen. So wie die Bürger auch sonst zur Mithilfe angehalten und zum Trennen verpflichtet seien. Breuer betont, dass die ZAK-Erlöse für Wertstoffe dazu dienen, die Müllgebühren niedrig zu halten. „Alle Leistungen, die wir zusätzlich erbringen, wirken sich auf die Gebührenhöhe aus.“

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Beschwerden zu einzelnen Vorfällen auf Wertstoffhöfen gibt es laut Breuer immer wieder mal, bezogen auf die Frequenz sei ihre Anzahl aber verschwindend gering. Auslöser sei meist, dass Menschen irgendetwas nicht wie gewünscht abgeben konnten oder nachträglich noch trennen mussten.

Und wo ist der nächste Wertstoffhof in Kempten und dem Oberallgäu?

Hier ist die eine Übersichtskarte mit den Adressen der Wertstoffhöfe in Kempten und dem Oberallgäu.

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