Märchensommer in Kempten

"Peter Pan" bereitet den Besuchern viel Vergnügen - doch jetzt ist Corona im Team ausgebrochen

Lustig und bunt: Beim Märchensommer auf der Burghalde in Kempten wird das Stück "Peter Pan und Tinkerbell" aufgeführt (links Corinne Steudler, rechts Antonia Welke).

Lustig und bunt: Beim Märchensommer auf der Burghalde in Kempten wird das Stück "Peter Pan und Tinkerbell" aufgeführt (links Corinne Steudler, rechts Antonia Welke).

Bild: Ralf Lienert

Lustig und bunt: Beim Märchensommer auf der Burghalde in Kempten wird das Stück "Peter Pan und Tinkerbell" aufgeführt (links Corinne Steudler, rechts Antonia Welke).

Bild: Ralf Lienert

Die Premiere von "Peter Pan und Tinkerbell" auf der Burghalde Kempten ist geglückt. Doch wegen Corona im Schauspiel-Team fallen Vorstellungen am Wochenende aus.
15.07.2022 | Stand: 13:24 Uhr

Die Freude war riesig nach der Premiere von „Peter Pan und Tinkerbell“ auf der Burghalde: Auch in diesem Jahr hat das Kemptener Theater ein spannendes, höchst vergnügliches Abenteuerstück auf die Freilichtbühne gebracht und dafür am Ende viel Applaus von den fast 600 kleinen und großen Premieren-Besuchern am Donnerstag erhalten. Doch am gestrigen Freitag wurde die Freude im Team um Regisseurin Silvia Armbruster erheblich getrübt: Zusätzlich zu einer Schauspielerin, die schon an Corona erkrankt war, aber ersetzt werden konnte, haben sich zwei weitere Hauptdarstellerinnen mit dem Virus infiziert und müssen in Quarantäne. Weil kurzfristig niemand einspringen kann, fiel schon die Freitag-Vorstellung aus. Zudem wurden die beiden geplanten Aufführungen an diesem Samstag und Sonntag abgesagt.

Die Mitwirkenden des Theaters in Kempten sind sehr traurig, sagt Sprecherin Uli Rottenburger

„Wir sind alle sehr traurig“, sagte Uli Rottenburger, die Pressesprecherin, gestern Vormittag. Schon kurz vor der Premiere am Donnerstag war Antonia Welke, die im Stück sowohl die Wendy als auch das Krokodil spielt und singt, an Corona erkrankt. Sie konnte kurzfristig durch Julia Jaschke und Christian Kaiser ersetzt werden. Das gehe bei den nun Erkrankten nicht mehr, erklärt Rottenburger. Folge: Alle Vorstellungen an diesem Wochenende fallen aus. Ob es am kommenden Donnerstag weitergeht, hängt davon ab, ob es noch mehr Corona-Fälle im siebenköpfigen Darsteller-Team gibt.

Über 30 Grad warm war es bei der Premiere auf der Burghalde in Kempten

Alle, die am Donnerstagnachmittag – bei über 30 Grad im Schatten und noch erheblich höheren Temperaturen in der Sonne – bei der Premiere dabei waren, erlebten eine rasante, kurzweilige Abenteuerreise ins Nimmerland. So nannte der schottische Autor James Matthew Barrie in seinem Kinderbuch die Insel, wo Kinder nie erwachsen werden. Und wo es auch keine Erwachsenen gibt, die ihnen Vorschriften machen. In diesem traumhaften Land lebt Peter Pan mit der Fee Tinkerbell und den „verlorenen Jungs“ - eine Horde Kinder aus dem ganzen Allgäu stellen sie dar.

Aber ein Erwachsener treibt dort doch sein Unwesen: der finstere Piratenkapitän Hook. Klar, dass das Ärger gibt.

Bilderstrecke

Märchensommer 2022 auf der Burghalde Kempten: Premiere von "Peter Pan und Tinkerbell"

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"Kostenexplosion": Das Kemptener Theater braucht mehr Geld

Zumal Hook Wendy entführt hat, das Menschenkind, das Peter Pan zusammen mit Wendys Brüdern Michael und Jonas auf die Insel Nimmerland gebracht hat. Dann gerät auch noch Tinkerbell, Peter Pans Feen-Freundin, in die Hände von Hook. Kann Peter Pan die Beiden befreien? Und welchen Trick lässt er sich dafür einfallen?

Das sei hier natürlich nicht verraten. Aber wir wollen nicht verheimlichen, dass das Kemptener Theaterteam um Regisseurin Silvia Armbruster wieder eine fantasievolle Komödie mit Musik, Tanz, pfiffigen Kostümen und einer Menge lustiger Einfälle auf die Freilichtbühne gebracht hat – wie schon bei den vergangenen vier Märchensommern. Das Erfolgsrezept funktioniert. Den witzigen Text mit interaktiven Elementen sowie die Songs zwischen Rock, Pop und Musical haben die Kemptener erneut vom Märchensommer in Wien übernommen. Der Rest ist vor Ort entstanden: die bunten Kostüme (Michael S. Kraus) und die wirkungsvolle Bühne (Stefan Morgensten), wo mit kreativ-einfachen Mitteln ein Meer entsteht und ein Trampolin die Darsteller fliegen lässt.

Starke schauspielerische Leistungen, toller Gesang: Die sieben Darstellerinnen überzeugen auf ganzer Linie

Was die Kinder und wohl auch deren Väter, Mütter, Omas und Opas begeistert, ist die temporeiche, witzige Inszenierung von Silvia Armbruster und Co-Regisseur Christian Kaiser sowie den Tanz und die vielen anderen Choreografien, die Corinne Steudler sich einfallen ließ. Steudler, Ensemblemitglied am Kemptener Theater, spielt zudem den quirligen Peter Pan mit ungeheurer Energie und Präzision in Bewegung und Gestik. Klasse schauspielerische und sängerische Leistungen liefern auch jene jungen Frauen ab, die mit ihr auf der Bühne stehen: Patrizia Unger, Sarah Martlmüller, Julia Taschler, Stephanie Marin und Marcella D’Agostino. Das alles entwickelt eine Wucht, die so ziemlich alle im Publikum mitreißt.

Und immer wieder ziehen die Darstellerinnen die Zuschauerinnen und Zuschauer in die aufregende Geschichte hinein. Das macht riesigen Spaß, vor allem den Kindern. Tinkerbells Leben retten sie durch ein ganz leise gesprochenes „Ich glaube an Feen“. Später müssen sie helfen, Wendy zu befreien. Und auf ein Zeichen von Peter Pan rufen sie immer wieder „Bängäräng“. Vermutlich wären sie am liebsten selbst auf der traumhaften Insel Nimmerland, dort, wo man nicht erwachsen wird.

Weitere Vorstellungen – sofern es Corona zuläst - von 21. bis 24. Juli sowie von 11. bis 14. und von 18. bis 21. August (je 17 Uhr). Bei schlechtem Wetter im Stadttheater Kempten. Karten unter Telefon 0831/870 23 23 und online bei theaterinkempten.de

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