Oberallgäu/Kempten

Oberallgäu stellt Koordinator für Nahverkehr ein

Die angestrebten Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) werden im Oberallgäu künftig von einem eigens bestellten Mitarbeiter im Landratsamt koordiniert. Das hat der Kreistag während der Haushaltssitzung (mehr dazu: Seite 38) am Freitag nach langer Diskussion beschlossen. Am Ziel „100-Euro-Ticket“ halten die Fraktionen trotz des Gegenwinds aus Kempten fest.

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Von Bastian Hörmann
14.02.2020 | Stand: 19:12 Uhr

Eine neue Stelle hatten die Grünen bereits während der Kreisausschusssitzung am Dienstag beantragt. Da hatte Landrat Anton Klotz noch argumentiert, es würden sich bereits acht Mitarbeiter um den ÖPNV kümmern. Dass nichts vorangehe, liege an anderen. Nun hakte Grünenfraktionsvorsitzende Ulrike Hitzler nach: Lediglich etwas über vier Vollzeitstellen seien im Landratsamt mit ÖPNV beschäftigt – vor allem mit Schülertickets und Beschwerden. „Der große Wurf fehlt noch. Dafür braucht es eine eigene Stelle.“

Dieser ÖPNV-Beauftragte soll Verbesserungen wie engere Takte, neue Linien und das 100-Euro-Ticket vorantreiben. Wie viel diese Stelle genau kosten wird und welche Kompetenzen von Bewerbern gefordert werden, ist derzeit noch offen.

Auch Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm (Freie Wähler) appellierte für einen ÖPNV-Beauftragten und sprach von einer Notlage. „Wenn wir das nicht jetzt beschließen, dauert es wahrscheinlich bis Mai 2021, bis wir einen Koordinator haben.“ Diese Stelle nicht zu schaffen, halte er für grob fahrlässig.

Klotz schlug zunächst vor, eine solche Stelle mit Mitteln zu finanzieren, die aus der höheren Kreisumlage übrig bleiben könnten. Das hielt Wilhelm für das falsche Signal und drängte auf eine Abstimmung. Auch Uli Leiner (Grüne) forderte: „Wir sollten das jetzt festzurren. Und nicht nur sagen: Wir machen das dann schon mal.“ Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies (FW) unterstützte dies: „Wir brauchen ein klares Bekenntnis des Landkreises.“

Dass eine zusätzliche Stelle nötig ist, betonte Thomas Frey (Grüne): Nur ein Bruchteil der Vorschläge des Arbeitskreises ÖPNV sei umgesetzt. Von Mitarbeitern wisse er, dass es an der Stärke des Personals gescheitert sei. Auch Hugo Wirthensohn (FW) sagte: „Wir haben 16 Busunternehmen – es ist ein großer Aufwand, die alle ins Boot zu holen.“ Thomas Wurmbäck (CSU) dagegen argumentierte: „Allein eine neue Stelle bringt uns nicht weiter.“ Er schlug vor, externe Berater einzubinden, statt langfristig Stellen zu schaffen. „So wahnsinnig schwierig sind die Themen nicht – man muss sie nur wollen und umsetzen.“

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Am Ende stimmten alle Kreistagsmitglieder außer Josef Geiger (CSU) dafür, ab Juli einen ÖPNV-Koordinator anzustellen.