Posse oder Ärgernis?

Plötzlich war der David weg: Kemptenerin macht sich auf Suche nach verschwundener Skulptur

David Skulptur

Der David wie er einst in Kempten vor voller Blüte stand.

Bild: Ingrid Jähnig

Der David wie er einst in Kempten vor voller Blüte stand.

Bild: Ingrid Jähnig

Aufgrund von Bauarbeiten wird ein Kunstwerk in Kempten erst versetzt, dann verschwindet es ganz. Am Ende wird eine Kemptenerin an unerwarteter Stelle fündig.
10.11.2021 | Stand: 11:33 Uhr

„Wo ist der König David mit seiner Harfe hingekommen?“ Mit dieser Frage begann die Kemptenerin Ingrid Jähnig beim Treffen der Altstadtfreunde, von ihrer Suche nach der ihr lieb gewonnenen Skulptur zu berichten. Denn das Kunstwerk war von einem Tag auf den anderen von der Zumsteinwiese verschwunden. Wohin? Das habe niemand gewusst. Jähnig blieb hartnäckig und wurde schließlich fündig. Bei den Altstadtfreunden sprach sie allerdings von einem „kläglichen Anblick“ und bat Oberbürgermeister Thomas Kiechle, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Ingrid Jähnig fotografierte den "König David" vor allem im Frühjahr oft und gern

Doch von Anfang an: Der Kemptener Bildhauer Hans Wachter habe die Skulptur im Jahr 1962 für die Sparkasse geschaffen. Das Kunstwerk stand Jähnig zufolge zunächst am südlichen Ende des Sparkassen-Gebäudes in einer kleinen Grünanlage, wurde einige Jahre später aber an den Platz am Residenzcafé versetzt. „Dort habe ich den König David oft und besonders im Frühling mit seinem blühenden Busch fotografiert.“

Aufgrund der Arbeiten an der Sparkassen-Tiefgarage und der Zumsteinwiese musste die Skulptur weichen. Sie wurde zunächst versetzt. „Und auf einmal war der David weg“, sagte Jähnig. Sie habe ihn gesucht, sich bei verschiedenen Stellen erkundigt. Doch niemand habe gewusst, wo das Kunstwerk abgeblieben ist. Dann erinnerte sich Jähnig an einen ähnlichen Fall und fuhr zum städtischen Bauhof.

Diesen Anblick des "König David" bezeichnet Ingrid Jähnig als „kläglich“.
Diesen Anblick des "König David" bezeichnet Ingrid Jähnig als „kläglich“.
Bild: Ingrid Jähnig

Und dort wurde sie schließlich fündig: „Da liegt er im Gras am Zaun“, erzählte Jähnig. „Das darf so nicht bleiben.“

OB Thomas Kiechle: „Ich kann Ihnen zu 100 Prozent die Zusage geben, dass wir einen schönen Platz finden.“

Kiechle versprach, das Thema mitzunehmen: „Das ist mehr als verständlich“, sagte er. „Ich kann Ihnen zu 100 Prozent die Zusage geben, dass wir einen schönen Platz finden.“

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Jähnig hat da schon einen konkreten Vorschlag: Sie würde den David am liebsten vor dem Zumsteinhaus platzieren. Mit Blick auf den Stadtpark.

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