Car-Sharing auf dem Land

Verkehrswende: In Wiggensbach testen Bürger nun kostenlos E-Autos

Ein Skoda Citigo ein Renault Zoe und ein E-Roller stehen zum Test bereit. Vorgestellt wurden sie am Freitag von (von links) Christian Ziegler (AÜW), Thomas Eigstler (Bürgermeister Wiggensbach), Max Lang (Amt für ländliche Entwicklung), Roman Haug (Stellvertretender Landrat) und Martin Sambale (hinten). Eine erste Testfahrt wagte der Wiggensbacher Norbert Röck (im Auto).

Ein Skoda Citigo ein Renault Zoe und ein E-Roller stehen zum Test bereit. Vorgestellt wurden sie am Freitag von (von links) Christian Ziegler (AÜW), Thomas Eigstler (Bürgermeister Wiggensbach), Max Lang (Amt für ländliche Entwicklung), Roman Haug (Stellvertretender Landrat) und Martin Sambale (hinten). Eine erste Testfahrt wagte der Wiggensbacher Norbert Röck (im Auto).

Bild: Matthias Becker

Ein Skoda Citigo ein Renault Zoe und ein E-Roller stehen zum Test bereit. Vorgestellt wurden sie am Freitag von (von links) Christian Ziegler (AÜW), Thomas Eigstler (Bürgermeister Wiggensbach), Max Lang (Amt für ländliche Entwicklung), Roman Haug (Stellvertretender Landrat) und Martin Sambale (hinten). Eine erste Testfahrt wagte der Wiggensbacher Norbert Röck (im Auto).

Bild: Matthias Becker

Startschuss für Oberallgäuer E-Car-Sharing-Projekt. Zunächst werden Fahrzeuge und Angebot in sechs Gemeinden getestet. Wie das funktioniert - und eine Testfahrt.
27.03.2021 | Stand: 05:30 Uhr

„Ich weiß gar nicht warum, aber das macht echt Spaß“ – so lautete das Fazit von Norbert Röck, der als einer der ersten ein E-Auto des Projekts „AllgaEu-mobil“ testete. In Wiggensbach gab es am Freitag den Startschuss für das Projekt, in dem Bürger einerseits E-Autos ausprobieren können; und andererseits sich mit dem Konzept Car-Sharing – also das Teilen und gemeinschaftliche Nutzen von Autos – vertraut machen können. Einen Monat haben sie dafür Zeit, dann ist die nächste Gemeinde an der Reihe.

„Wie schweben“, so beschrieb Röck das Fahrgefühl. „Spritzig, aber ruhig“ – und auch die Beschleunigung fühle sich anders an. Der Wiggensbacher war sichtlich angetan nach der Testfahrt. 30 Bürger haben sich wie er registriert, um bis 29. April zwei Auto-Modelle und einen Roller mit Elektroantrieb sowie das Car-Sharing-Konzept in Wiggensbach zu testen. Und genau darum geht es bei dem Projekt des Landkreises Oberallgäu: ums Ausprobieren und ums Sammeln von Erfahrungen. Diese sollen dann einfließen in klimafreundliche Mobilitätsangebote, die den ÖPNV ergänzen. Dafür sind auch ein Mitfahr-Portal, ehrenamtliche Fahrdienste und Mobilitätsangebote für Jugendliche geplant. (Lesen Sie hier: Ein Leben ohne Auto: Warum sich diese Allgäuer Familie bewusst dafür entschieden hat)

Der 54-jährige Wiggensbacher Norber Röck macht beim E-Car-Sharing-Testlauf mit, weil er überzeugt ist: "Wir müssen vom Verbrennungsmotor weg."
Der 54-jährige Wiggensbacher Norber Röck macht beim E-Car-Sharing-Testlauf mit, weil er überzeugt ist: "Wir müssen vom Verbrennungsmotor weg."
Bild: Matthias Becker

Nach Wiggensbach können in fünf weiteren Gemeinden (siehe unten) je 30 Bürger an dem „Flottentest“ teilnehmen. Um das zu tun, müssen sie sich bei ihrer Gemeinde bewerben. Der einmonatige Test ist kostenlos – inklusive Strom. (Lesen Sie hier: E-Autos parken in Kempten noch zwei Jahre kostenlos)

Das Projekt AllgaEu-mobil soll es ermöglichen, Elektrofahrzeuge und das Konzept Car-Sharing auszuprobieren

Wie das E-Car-Sharing funktioniert, erklärte Tobias Kling von der AÜW-Tochter Egrid: Mit einer App kann ein Fahrzeug der Wahl vorab gebucht werden. Dort ist kurz vor Fahrtbeginn auch der Ladestand des Akkus abzulesen. Um nicht ohne Strom dazustehen, ist zwischen den Buchungszeiten ein zeitlicher Puffer vorgesehen. Zum Car-Sharing gehöre aber eben auch, das Auto nicht völlig leergefahren abzustellen, sagte Wiggensbachs Bürgermeister Thomas Eigstler während der Startschuss-Veranstaltung.


Über die App erhält der Nutzer einen Pin, um das Auto schlüssellos zu öffnen. Unterwegs kann er es so auch schließen und wieder entriegeln. Ist die Fahrt- und Mietzeit zu Ende, beendet der Nutzer das ebenfalls per App. Das Handy kann man dafür zur Not im Auto laden. Dann heißt es nur noch: Auto wieder an die Ladesäule anstecken – und fertig. (Lesen Sie auch: Elektromobilität: Kemptens Förderplan hat einen Platten)

Flottentest beim Projekt AllgaEu-mobil: Zur Verfügng stehen ein Renault Zoe, ein Skoda Citigo e iV und ein E-Roller.
Flottentest beim Projekt AllgaEu-mobil: Zur Verfügng stehen ein Renault Zoe, ein Skoda Citigo e iV und ein E-Roller.
Bild: Matthias Becker

„Das Ende des Verbrennungsmotors kommt mit Riesenschritten und schneller, als von manchem gedacht“, sagte Max Lang vom Amt für ländliche Entwicklung, das das Projekt „AllgaEu-mobil“ mit 75 Prozent der Gesamtkosten von 200 000 Euro mitfinanziert. Zwölf Prozent kommen vom Landkreis Oberallgäu, 13 von den beteiligten Gemeinden.

Wiggensbachs Bürgermeister Thomas Eigstler: Das Interesse an E-Autos ist hoch

Eigstler ist selbst sichtlich begeistert von E-Autos: „Mir kommt kein Verbrenner mehr ins Haus.“ Er ist überzeugt: „Umweltfreundliche Mobilität wird uns gerade im ländlichen Raum noch viel beschäftigen“, sagte der Bürgermeister. Ein Car-Sharing-Angebot könnte bewirken, dass sich so mancher gegen ein Zweit- oder gar Drittauto entscheidet. Das Interesse am Thema Elektromobilität jedenfalls sei da: Immer mal wieder würden Bürger sich melden, um eines der E-Fahrzeuge aus dem gemeindlichen Fuhrpark Probe zu fahren. Mit dem Projekt „AllgaEu-mobil“ werde das einem größeren Kreis an Personen ermöglicht, sagte Eigstler. (Lesen Sie hier: Kemptens erster Mobilpunkt öffnet an der Grabengasse)

Wer beim E-Car-Sharing-Projekt AllgaEu-mobil mitmacht, kann gratis Strom tanken.
Wer beim E-Car-Sharing-Projekt AllgaEu-mobil mitmacht, kann gratis Strom tanken.
Bild: Matthias Becker

Einen Monat lang kostenlos E-Autos probefahren

Kostenlose E-Car-Sharing-Tests wie derzeit in Wiggensbach sind in fünf weiteren Oberallgäuer Gemeinden geplant. Die Anmeldung erfolgt über die Gemeindeverwaltungen. Die Orte samt Test-Zeiträumen:

  • Bad Hindelang 30. April bis 1. Juni
  • Durach 2. Juni bis 1. Juli
  • Buchenberg 2. Juli bis 1. August
  • Blaichach 2. bis 31. August
  • Oberstaufen 1. bis 30. September

Zur Verfügung stehen

  • ein E-Roller
  • ein Skoda Citigo e iV
  • ein Renault Zoe

Das Landkreisprojekt AllgaEu-mobil wird umgesetzt vom Energie- und Umweltzentrum (Eza), AÜW, Egrid und Klarton.