Freie Wähler Ostallgäu

Ruf nach weniger Bürokratie: So lief der Ascherdonnerstag der Freien Wähler ab

Kultusminister Michael Piazolo war zu Gast beim politischen Ascherdonnerstag der Freien Wähler.

Kultusminister Michael Piazolo war zu Gast beim politischen Ascherdonnerstag der Freien Wähler.

Bild: Harald Langer

Kultusminister Michael Piazolo war zu Gast beim politischen Ascherdonnerstag der Freien Wähler.

Bild: Harald Langer

Die Freien Wähler wollen mehr Vertrauen in die Menschen setzen. Worüber die Partei am politischen Ascherdonnerstag in Frankenried sprach.
27.02.2023 | Stand: 13:49 Uhr

„Vier erfolgreiche und intensive Jahre liegen hinter uns“, sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo beim politischen Ascherdonnerstag der Freien Wähler im Gasthof Schwanen in Frankenried. Seit 2018 regiert seine Partei zusammen mit der CSU in Bayern. Eine Zeit mit vielen Herausforderungen: Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise – „fehlen nur noch Aliens. Die brauchen wir aber nicht, außer es sind Lehrerinnen und Lehrer dabei“, witzelte Piazolo. Doch so schlecht sehe es in diesem Bereich gar nicht aus.

Michael Piazolo: "So viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie"

„Mit momentan 160.000 Lehrerinnen und Lehrern haben wir so viele wie noch nie“, sagte Piazolo. Statt der im Koalitionsvertrag vorgesehenen 5000 neuen Stellen, seien bis jetzt sogar 5700 freie Stellen geschaffen worden. Stolz zeigte sich Piazolo, dass es seiner Partei gelungen sei, die Einstiegsbesoldung A13 für alle Lehrerinnen und Lehrer an den Grund- und Mittelschulen durchzusetzen, um freie Stellen auch qualifiziert besetzen zu können. So sollen bereits im Juni 2023 erste höhere Bezüge ausbezahlt werden.

Dass solche Maßnahmen dringend nötig seien, machte Armin Holderried, Bürgermeister der Gemeinde Mauerstetten, deutlich. „Schule hat sich verändert. Schülerinnen und Schüler haben sich verändert.“ Um die Motivation des Lehrkörpers, der vor immer größeren Herausforderungen stehe, zu stärken, hoffe er auf sinnvolle Vorschläge aus dem Kultusministerium. Dem Lehrermangel müsse mit geeigneten Mitteln entgegengewirkt werden.

Weniger Bürokratie - mehr Vertrauen

Damit spielte Holderried auch auf die zunehmende Bürokratie an. Nicht nur an den Schulen erschwere zusätzliche Verwaltungsarbeit den Alltag. Dem schloss sich die Landtagskandidatin der Freien Wähler, Susen Knabner, an. „Die Bürokratie muss zurückgeschraubt werden.“ Man müsse wieder mehr Vertrauen in die Menschen haben und ihnen Verantwortung übertragen.

Ein vertrauensvolles Miteinander sah Bernhard Pohl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, als solide Grundlage für gute Politik. „Wir müssen eine Linie haben und wir müssen verlässlich sein“, sagte er zum Ziel seiner Partei. Konkret nannte Pohl den Klimaschutz. „Wir müssen unser technisches Know-how nutzen.“

In diesem Bereich sei es enorm wichtig, Dinge nicht zu verhindern, sondern Gas zu geben, um Probleme zu lösen. „Wir dürfen vor allem die Schwächsten nicht vergessen“, mahnte Paul Gruschka. Der Rechtsanwalt aus Bad Wörishofen kandidiert im Herbst für den Bezirkstag und hat vor allem sozial schwache und benachteiligte Menschen im Blick. Trotz all der ernsten Themen der großen Politik kam dank der Blaskapelle Mauerstetten die Unterhaltung an diesem Abend nicht zu kurz. Am Ende hieß es traditionell „O’zapft is“ und es gab Freibier für alle.

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