Großartiger Erfolg im Fußball

Darum ist Fußballer Dominik Behr von der SG Leuterschach/Geisenried besser als Robert Lewandowski

Meister. Zum zweiten Mal in Folge. Ausgelassen feierte die SG Leuterschach/Geisenried den Titelgewinn in der Fußball A-Klasse auch dank der Treffer von Torjäger Dominik Behr.

Meister. Zum zweiten Mal in Folge. Ausgelassen feierte die SG Leuterschach/Geisenried den Titelgewinn in der Fußball A-Klasse auch dank der Treffer von Torjäger Dominik Behr.

Bild: Alfred Michel

Meister. Zum zweiten Mal in Folge. Ausgelassen feierte die SG Leuterschach/Geisenried den Titelgewinn in der Fußball A-Klasse auch dank der Treffer von Torjäger Dominik Behr.

Bild: Alfred Michel

Die SG Leuterschach/Geisenried dümpelte lange Zeit in der B-Klasse herum. Nun feiern die Fußballer die Meisterschaft. Zum zweiten Mal. Das sind die Gründe.
18.06.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Jahrelang führte der TSV Leuterschach beim Fußball ein eher stiefmütterliches Dasein in der B-Klasse. Die Mannschaft versuchte zwar ab und zu, nach der Schale zu greifen, bekam sie aber nicht. Und nun das: Als Spielgemeinschaft Leuterschach/Geisenried haben die beiden Vereine die Meisterschaft geholt und sind aufgestiegen - zum nun zweiten Mal in Folge. Ein riesen Erfolg für die Clubs. Einer, der maßgeblich dazu beigetragen hat, ist Spielertrainer Dominik Behr (32), seit zweieinhalb Jahren Trainer. In der Jugend spielte er beim FC Kempten in der Bayernliga, später in Isny in der Landesliga, in Wiggensbach, Bad Grönenbach in der Bezirksliga, beim FC Kempten in der Bezirks- und Landesliga und dann in Immenstadt.

Das macht die Fußballer so erfolgreich

Können Sie und Ihre Mannschaft überhaupt schon fassen, was Ihnen da gelungen ist?

Behr: Noch nicht wirklich. Wir sind auch nicht in die Saison mit dem Glauben und der Einstellung gegangen, dass wir gleich wieder den Aufstieg packen. Es war Tenor, dass wir uns etablieren. Dass es dann aber so reibungslos und super läuft, hätten wir alle nicht für möglich gehalten.

Warum lief es so gut?

Behr: Der Schlüssel zum Erfolg ist das Team. Wir haben einen unglaublichen Zusammenhalt. Ich habe in meinem Fußballerleben schon einiges erleben dürfen, aber so etwas wie da in den beiden Dörfern habe ich noch nie erlebt. Egal ob Vorstand, Abteilungsleitung, Team I oder II, Fans: Es war ein unfassbarer Zusammenhalt da. Auch bei den Fans, rund 70 sind pro Spiel gekommen. Da war jedes Auswärtsspiel wie ein Heimspiel und das pusht enorm.

Wovon die SG Leuterschach/Geisenried profitiert

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Das Problem früher war beim TSV Leuterschach, dass das Dorf für einen so großen Erfolg zu wenig Spieler hergab. Wie es das jetzt?

Behr: Wir haben bis zu 45 Spieler. Das hängt mit der Zusammenlegung zur Spielgemeinschaft zusammen, aber auch mit der guten Jugendarbeit. Einige junge Spieler haben sich schnell etabliert. Mit dem ersten Aufstieg hat sich auch herumgesprochen, dass wir ein gutes Team sind, sodass einige Ältere zurückgekommen sind, die vielleicht wegen Familiengründung und Hausbau pausiert hatten. Ein paar externe Neuzugänge sind gekommen, weil sie gesehen haben, bei uns macht es Spaß. Wir haben deshalb auch eine Trainingsbeteiligung zwischen 22 und 27 Leuten.

Woher kommt dieser Zusammenhalt?

Behr: Da kommt viel aus der Mannschaft. Sie sitzt nach dem Training oft zusammen. Sogar die verletzten Spieler kommen dazu. Die Mannschaft macht auch privat viel zusammen. Das zahlt sich aus.

Welcher Aufstieg war denn schöner: der erste oder der zweite?

Behr: Ganz klar der Zweite, weil der Erste in die Coronazeit fiel. Den konnten wir nicht gebührend feiern. Als wir dann in der A-Klasse die ersten Spiele gewonnen haben, war alles möglich. Es hat ja auch geklappt. Insofern war der zweite Aufstieg schöner, weil wir richtig feiern konnten und es auch noch tun.

So haben die Fußballer die Meisterschaft gefeiert

Wie wurde und wird gefeiert?

Behr: Wir sind mit einem Anhänger durchs Dorf gefahren, haben im Vereinsheim gefeiert, es gab eine Abschlussfeier, wobei uns viele Gönner ein super Fest bereitet haben, und jetzt geht es bald nach Mallorca.

Der Titel wurde mit vier Punkten Vorsprung vor Türk Gücü Füssen gewonnen. Hat die Mannschaft zwischenzeitlich am Erfolg gezweifelt?

Behr: Am Anfang der Saison war der Einzige, der gesagt hat, wir spielen oben mit und wir steigen nochmals auf, ich. Ich habe die Mannschaft gesehen, habe die A-Klasse gesehen: Da war mir klar, dass wir aufsteigen können.

Hinzu kommt die Tordifferenz von 120:25, dazu sind Sie der Torschützenkönig mit 37 Toren. Das ist eine Quote von 1,54 - besser als Robert Lewandowski vom FC Bayern in seiner Rekordsaison mit 41 Toren und der Quote von 1,4. Fabian Hamatschek ist Zweitbester der Liste mit 25 Toren und Jan Raab kommt noch auf 15. Warum läuft es im Angriff so gut?

Behr: Die Mannschaft war immer torhungrig. Da gab es Spiele, die haben wir 10:0 und 10:1 oder sogar 16:0 gewonnen. Andere Mannschaften sind mit 4:0 oder 5:0 zufrieden und wir haben stattdessen immer weitergemacht. Das zeigt auch, welchen Spirit und Charakter dieses Team hat. Hinzukommt, dass wir im Trainerteam die Ziele immer weiter gesteckt haben, als es 90 Tore waren, wollten wir die 100, als es 100 waren, wollten wir die 115. Das haben die Jungs von Spiel zu Spiel perfekt umgesetzt.

Welchen Anteil Dominik Behr am Meistertitel der Fußballer hat

Waren Sie immer schon solch ein Torjäger?

Behr: Meine Position war immerschon Stürmer. Meine Jungs haben mich gut gefüttert. Und ja: Ab und zu treffe ich das Ding (lacht).

Was wird sich spielerisch und taktisch in der Kreisklasse ändern im Vergleich zur B-Klasse vor zwei Jahren?

Behr: Es ist meine erste Trainerstation. Wenn ich auf dem Platz stehe und die Jungs taktisch führen kann, tut ihnen das auch gut. Auch mein Co-Trainer Jan Raab kann auf dem Feld sehr gut taktisch coachen. Wichtig ist, dass die Spieler das annehmen. Und das machen sie sehr gut. Es gibt zu jedem Spiel einen Matchplan und den setzt das Team 1:1 um. Und in Robert Zimmer haben wir einen Torwarttrainer, der seit Jahren eine überragende Arbeit leistet.

Bleibt die Mannschaft zusammen?

Behr: Es gibt mit Markus Rehm einen fixen Abgang, ansonsten nur Zugänge, darunter auch Spieler, die wir reaktiviert haben. Uns geht es primär darum, dass die Spieler in die Mannschaft passen. Wir sind breit und gut aufgestellt. Wenn dann noch einige aus dem Dorf oder dem Umkreis sehen, ich kann bei der SG Leuterschach/Geisenried auch Kreisklasse Fußball spielen und zu uns kommen, ist das natürlich der Idealfall.

Welches Ziel die SG Leuterschach/Geisenried hat

Wie geht die SG die neue Saison an? Nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei?

Behr: Die Euphorie ist groß, aber wir sind realistisch. Unser Ziel ist, uns in der Liga zu etablieren. Wenn wir am Schluss über dem Strich stehen, sind wir alle wunschlos glücklich.