Initiative im Stadtrat

Marktoberdorf und Volland kommen auf der Buchel in Bewegung

Mit Geräten oder einfach auch nur mit bebilderten Anleitungen sollen de Marktoberdorfer in Schwung kommen. Im Sommer entsteht ein Bewegungsparcpurs auf der Buchel.

Mit Geräten oder einfach auch nur mit bebilderten Anleitungen sollen de Marktoberdorfer in Schwung kommen. Im Sommer entsteht ein Bewegungsparcpurs auf der Buchel.

Bild: Eva-Maria Pettinger (Symbolfoto)

Mit Geräten oder einfach auch nur mit bebilderten Anleitungen sollen de Marktoberdorfer in Schwung kommen. Im Sommer entsteht ein Bewegungsparcpurs auf der Buchel.

Bild: Eva-Maria Pettinger (Symbolfoto)

Der Luitpold-Parcours mit 20 Stationen entsteht im Sommer auf der Anhöhe. Warum die Großzügigkeit von Firmen bis zu Fußballprofi aus Monaco alle überrascht.
23.04.2021 | Stand: 04:00 Uhr

Wenn er nicht an der Côte d’Azur trainiert, sondern auf Heimaturlaub in Thalhofen weilt, kann er sich künftig auch auf der Buchel in Marktoberdorf fit halten. Dort entsteht im Sommer ein Bewegungsparcours, der nicht nur für Fußballprofis wie Kevin Volland, Toptorjäger des französischen Erstligisten AS Monaco, geeignet sein soll, sondern für alle Generationen im unterschiedlichen Fitnesszustand. Dazu grünes Licht zu geben, fiel dem Stadtrat leicht. Denn das Projekt ist ausschließlich privat finanziert – durch Sponsoren wie Kevin Volland. Und zumindest habe er ein Training auf der Anhöhe durchaus als Alternative erwogen, berichtete Andrea Guggenmos (CSU).

Einen ähnlichen Gedanken hatte Stefan Elmer (SPD) vor geraumer Zeit vorgebracht. Er hatte eine Fläche am Modeon im Auge. Der Stadtrat hatte das aber mit Blick auf die klammen Finanzen abgelehnt.

Marktoberdorfer halten zusammen

Nun wagte Andrea Guggenmos einen neuen Vorstoß und warb damit, Geldgeber zu suchen. Das klang verheißungsvoll, weshalb die Verwaltung, der städtische Bauhof und die Forstbetriebsgemeinschaft, die den Stadtwald auf der Buchel bewirtschaftet, ihre Unterstützung zusagten. Ins Boot holte sie neben Elmer auch den Sportbeauftragten Werner Geiger (Stadtteile aktiv). Sogar ein Name für die Strecke war bald gefunden: Luitpold-Parcours. Zum 70. Geburtstag benannte die damalige Marktgemeinde die Buchel 1891 in Luitpoldhöhe um und begann, sie zu bepflanzen.

Angesichts der Corona-Pandemie, der geschlossenen Fitnessstudios und der untersagten Bewegungskurse selbst bei der Volkshochschule sei bei ihr die Idee für die Bewegungsanlage gereift. Als Guggenmos dies bei potenziellen Geldgebern – Firmen wie Privatleute – vortrug, habe sie nicht betteln brauchen, sagte sie. Alle Spender hätten dies als sinnvolle Investition gesehen, die den Marktoberdorfern, den Mitarbeitenden in den Betrieben und auch Touristen zugute komme. Das Ergebnis überraschte alle im Stadtrat: Über 36.000 Euro sind zusammengekommen. Mindestens nötig waren 33.000 Euro.

Kraft und Ausdauer für alle Generationen

So reicht das Geld für 20 Stationen entlang eines eineinhalb Kilometer langen Rundwegs. Er beginne und ende am Wassertretbecken und trainiere den ganzen Körper, sagte Guggenmos. Aufwärmen, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Dehnung: All das biete der Kurs in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Glanzpunkt soll ein sogenannter Calisthenics Park an der Freifläche nahe des großen Spielplatzes sein. Dies ist eine Konstruktion aus Sprossen, Barren, Stangen und Hangelgriffen, die den Sportler unterschiedlich stark fordern. Zusätzliche Gewichte sind nicht nötig. Der Kostenvoranschlag für die Anlage aus heimischem Holz liegt bei 27.000 Euro.

Ein Parcours für Körper und Geist

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Nicht an jeder Station befinden sich Geräte. Oft reichen Bewegungsanweisungen auf Tafeln, sagte Guggenmos. Auf Tafeln sollen auch Informationen über die Stadt und die Umgebung stehen, denn die Besucher sollen nicht nur etwas für den Körper, sondern auch für den Geist tun.

Alles in allem liegen die Kosten momentan bei 31.300 Euro. Im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Sie dauern sechs bis acht Wochen. Im Herbst soll der Luitpold-Parcours eröffnet werden. Außer über die Unterstützung der Sponsoren freute sich Guggenmos über die zugesagte Mithilfe aller Sportvereine im Stadtgebiet.

Stadtrat von Marktoberdorf lobt das Engagement

Auch der Stadtrat war begeistert. Als „großartige Initiative“ lobte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell das Projekt und äußerte sich „beeindruckt von der Riesensumme an Zusagen“. Dr. Andrea Weinhart (Freie Wähler) fand es „toll, wenn örtliche Sponsoren so hinter ihrer Stadt stehen“. Und Jörg Schneider (Grüne) bewunderte das „mit viel Herzblut“ vorgetragene Werk. Die angrenzende St. Martinsschule werde vermutlich mit am meisten davon profitieren – seien es die Grundschüler und auch er persönlich, sagte Schneider verschmitzt und blickte an sich herunter. Er bat darum, auch kulturelle Veranstaltungen in das Gesamtkonzept für die Buchel einzubinden.

Die Folgekosten, schließlich muss sich die Stadt um den einwandfreien Zustand der Geräte kümmern, seien überschaubar, sagte Bauhofleiter Thomas Follner.