Mobilität

Carsharing in Memmingen: 150 Personen sind bisher dabei

MM Carsharing

Seinen festen Stellplatz hat das Elektroauto, das vom Autohaus Sirch für das Carsharing gestellt wird, vor dem Parkhaus Bahnhofstraße.

Bild: Verena Kaulfersch

Seinen festen Stellplatz hat das Elektroauto, das vom Autohaus Sirch für das Carsharing gestellt wird, vor dem Parkhaus Bahnhofstraße.

Bild: Verena Kaulfersch

Im August rollte das Projekt in Memmingen an. Stadt und Autohaus berichten von positiver Resonanz. Für die Weiterentwicklung des Angebots gibt es erste Ansätze.
04.11.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Sharing-Angebote sollen in Memmingen ausgebaut werden: Dieser Wunsch kam vor wenigen Tagen bei einem Bürgerworkshop zur Sprache, der sich für die Modellregion Mobilität mit Visionen und Konzepten für die Zukunft befasste. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat es in der Stadt schon gegeben – mit dem Start des Carsharing-Angebots im August. Etwa 150 Personen haben sich seither dafür angemeldet. Dies ist auf Nachfrage von der Stadt Memmingen zu erfahren. Umgesetzt wird das Projekt in einer Partnerschaft der Stadt mit der Lechwerke AG (LEW) und dem Autohaus Sirch, das auch in Kempten und Leutkirch derartige Projekte mit angestoßen hat.

Carsharing-Projekt: Von Anfang an große Nachfrage

Er sei sehr positiv überrascht davon, wie viele Nutzerinnen und Nutzer sich in der kurzen Zeit bereits gemeldet haben, sagt Tobias Sirch, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses. Darin habe der Start in Memmingen den in den beiden anderen Städten sogar etwas übertroffen. Zwischen der Nutzung eines Privatautos und jener der öffentlichen Verkehrsmittel tue sich ein weiterer Bereich auf, in dem erkennbar ein Bedarf nach Angeboten bestehe, fügt Sirch hinzu.

Hier setzt das Carsharing-Modell an: Grundgedanke ist es, dass Interessierte nach einer Registrierung das Elektroauto für Fahrten buchen können und somit nicht auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sind. Wer hinter das Steuer des weißen Renault Zoe will, muss sich zuvor einmalig beim Autohaus registrieren und dafür Führerschein sowie Personalausweis vorlegen.

Buchung funktioniert über die Handy-App "Flinkster"

Mit einer kleinen Chipkarte, die quasi als Schlüssel für den Wagen dient, kann man diesen dann an seinem festen Stellplatz, der Parkbucht vor dem Parkhaus Bahnhofstraße abholen. Da es sich um stationäres Carsharing handelt, muss das Auto am Ende der gebuchten Zeit auch wieder dorthin zurückgebracht werden. Die Buchung erfolgt über die Handy-App „Flinkster“.

Das neue Mobilitätsangebot in Memmingen nehmen laut Sirch sowohl Firmen wie auch Privatpersonen in Anspruch, das Auto sei täglich im Einsatz und sehr gut ausgelastet. Teils kamen sogar nicht alle Interessenten zum Zuge, weil Buchungen für den gleichen Zeitraum eingingen. Darum gibt es laut Sirch und der Pressestelle der Stadt bereits erste Überlegungen, wie das Angebot künftig ausgebaut werden könnte. „Wir werten derzeit aus, wo der Bedarf ist, und machen uns dann Gedanken über die nächsten Schritte“, sagt Sirch: Denn als Voraussetzung dafür, dass das Carsharing angenommen wird, nennt er eine gute Verfügbarkeit des Wagens.

Wunsch nach weiterem Carsharing-Standort in Stadtteilen

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Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Nach Auskunft der städtischen Pressestelle haben einige Nutzer den Wunsch geäußert, dass Carsharing-Standorte in anderen Stadtteilen eingerichtet werden sollten. Manche Kundinnen und Kunden müssten bisher eine lange Strecke zurücklegen, um das Angebot wahrzunehmen, sagt Sirch. Er sieht hier einen sinnvollen Ansatz für die Weiterentwicklung des Projekts. Zum derzeitigen Stand der Dinge existierten dazu erste Überlegungen, jedoch keine konkreten Pläne, heißt es seitens der Stadt.

Sehr gut seien die bisherigen Erfahrungswerte: Demnach behandeln die Fahrerinnen und Fahrer das Elektroauto pfleglich und es gab „keine relevanten Verspätungen“ oder andere Ärgernisse. Dies spiegelten auch die Nutzerinnen und Nutzer in ihren Rückmeldungen.

Wie die Kosten bei der Buchung aussehen:

  • Grundkosten: Es gibt keine monatlichen Fixkosten, für die nötige Registrierung zahlen Nutzerinnen und Nutzer einmalig eine Gebühr von 39 Euro. Der Stundenpreis, der für die Nutzung des E-Autos anfällt, ist abhängig vom Zeitraum: Zwischen 6 und 18 Uhr sind es sieben Euro pro Stunde, zwischen 18 und 0 Uhr sind es drei Euro und zwischen 0 und 6 Uhr ist ein Euro pro Stunde zu zahlen.
  • Zusatzkosten: In verschiedenen Fällen können sich weitere Kosten ergeben – zum Beispiel, wenn das Auto verspätet zurückgegeben und dies nicht rechtzeitig vorher gemeldet wurde. Dann kommen ab der zehnten Minute fünf Euro hinzu, ab der 20. Minute zehn Euro. Da die oder der Nachfolgende gegebenenfalls ersatzweise ein Taxi nehmen muss, erhält sie oder er eine Gutschrift von 15 Euro – derselbe Betrag wird dann dem oder der Verspäteten berechnet. Zusatzkosten entstehen auch, wenn das Fahrzeug stark verschmutzt ist: Mindestens 15 Euro sind dann fällig.
  • Versicherung: Die Preise schließen Strom und Versicherung ein. Das Auto ist vollkaskoversichert mit 990 Euro Selbstbeteiligung.

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