Mobilfunk

Mobilfunk: Bei Standortsuche in Ottobeuren meldet sich Bürgergruppierung zu Wort

Mobilfundsendeanlagen Ottobeuren

Modernisierung oder Erweiterung? Der Standort der Mobilfunksendeanlage an der Ulrichstraße in Ottobeuren ist umstritten.

Bild: Armin Schmid (Archivfoto)

Modernisierung oder Erweiterung? Der Standort der Mobilfunksendeanlage an der Ulrichstraße in Ottobeuren ist umstritten.

Bild: Armin Schmid (Archivfoto)

Die Suche nach einem geeigneten Standort treibt die Bürger in Ottobeuren um. Eine Gruppierung hat sich darum mit einem Info-Schreiben an Gemeinderäte gewandt.
07.10.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Die Suche nach einem geeigneten Standort für Mobilfunksendeanlagen bewegt die Gemüter von Ottobeurer Bürgern. Vor der Gemeinderatssitzung haben Aktivisten ein Info-Schreiben mit verschiedenen Themen zum künftigen Umgang mit Mobilfunkmasten an Ratsmitglieder und Sitzungsbesucher verteilt. Eine zentrale Forderung daraus ist, dass es keine neuen Mobilfunksendeanlagen innerhalb geschlossener Bebauung geben darf.

Haltung der Bürgergruppierung: Mobilfunksendeanlagen ja, aber am richtigen Platz

Barbara Geis meinte dazu, dass die Gemeinde das Mobilfunkgutachten fortschreiben und sich die Planungshoheit sichern muss. Die Sprecherin einer Bürgergruppierung betonte, dass man nicht gegen Mobilfunk und die benötigten Sendeanlagen ist. Wichtig sei eben, dass man geeignete Standorte finde, die möglichst wenig Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen.

Umbau einer Sendeanlage ruft in Ottobeuren Protest hervor

Die Bürgergruppierung selbst umfasst nach Angaben von Barbara Geis rund 70 Mitbürger. „Gute Netzabdeckung, weniger Strahlung und mehr Gesundheitsschutz lassen sich vereinbaren“, fügte Frigga Fraidling an. Aktueller Anlass für die Proteste ist nach Aussage von Barbara Geis der Umstand, dass an einer bestehenden Mobilfundsendeanlage an der Ulrichstraße umfassende Erweiterungsarbeiten durchgeführt wurden. Geis berichtete, dass anstelle von bislang drei Sendeanlagen nun zwölf Sendeanlagen aktiv seien. Ab jetzt werde da auch mit LTE-Standard gesendet, der auch 5G-fähig sei.

Eine Forderung: Mobilfunkmast in der Ulrichstraße soll verlegt werden

Alle im Umfeld lebenden Menschen seien dadurch einer massiv höheren Strahlenbelastung ausgesetzt. Am Standort Ulrichstraße seien bei Strahlenmessungen des TÜV Süd schon im Jahr 2009 bayernweit die dritthöchsten Strahlenmesswerte ermittelt worden. Davon seien auch der Kindergarten und naheliegende öffentliche Einrichtungen betroffen. Eine zentrale Forderung der Bürgergruppierung ist es daher, dass der Mobilfunkmast Ulrichstraße 16 an einen anderen Standort außerhalb der geschlossenen Bebauung verlagert wird. Nach Aussage von Frigga Fraidling minimieren außerhalb der geschlossenen Bebauung liegende Sendeanlagen das Risiko für die Gesundheit und verschandeln auch das Ortsbild nicht unnötig.

Bürgermeister German Fries konnte die Darstellung der Situation bezüglich der Sendeanlage an der Ulrichstraße nicht bestätigen. Letztlich handelte es sich seinen Informationen zufolge um eine Modernisierung der Sendeanlage. Da es sich um einen privatrechtlichen Vertrag zwischen Eigentümer und Betreiber handele, habe die Gemeinde keine Möglichkeit zur Einflussnahme. Letztlich sei es aber so, dass alle erforderlichen Unterlagen von der Bundesnetzagentur bestätigt wurden. Darüber hinaus habe die Gemeinde auch nicht das Recht, den Vorgang zu prüfen. Zuständig sei die Bundesnetzagentur. Solange der bestehende Vertrag läuft, könne man von Seiten der Kommune ohnehin nichts machen.

Bürgermeister kritisiert Anonymität des Info-Schreibens

Lesen Sie auch
##alternative##
Mobilfunkmast

Suche nach Standort in Bad Grönenbach geht weiter

Was Ottobeuren angelangt, habe man viel Geld in die Hand genommen, um ein Mobilfunkvorsorgekonzept erstellen zu lassen und sachlich an das Thema heranzugehen. Mit Blick auf die Situation sei man weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Seit August gibt es laut dem Bürgermeister keinen neuen Sachstand dazu. Nicht gut fand der Bürgermeister, dass das Info-Schreiben anonym verteilt wurde. Er meinte, dass Bürger mit ihrem Namen für ihre Anliegen einstehen sollten.