Auszeichnung

Siegfried Langer gewinnt Literaturpreis für Fantasy-Roman

KU Buchpreis

Der Memminger Autor Siegfried Langer hat den „Seraph 2021“ für seinen Fantasy-Roman „Das Buch, das dich findet“ gewonnen Er las daraus beim digitalen Lesefest der Leipziger Buchmesse.

Bild: Peter Meuer

Der Memminger Autor Siegfried Langer hat den „Seraph 2021“ für seinen Fantasy-Roman „Das Buch, das dich findet“ gewonnen Er las daraus beim digitalen Lesefest der Leipziger Buchmesse.

Bild: Peter Meuer

Autor aus Memmingen hat für „Das Buch, das dich findet“ auf der Leipziger Buchmesse den „Seraph 2021“ erhalten. Romanhafte Züge hat auch seine eigene Liebesgeschichte.
14.06.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Einen großen Erfolg kann der Memminger Autor Siegfried Langer mit seinem Roman „Das Buch, das dich findet“ feiern: Er hat damit den Fantasy-Literaturpreis „Seraph“ in der Kategorie „Bester Independent-Titel“ gewonnen. Vergeben wurde die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung beim digitalen Lesefest „Leipzig liest extra“ der Leipziger Buchmesse.

Die Phantastische Akademie, ein Verein zur Förderung phantastischer Literatur, hat den „Seraph“ in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. Zum Preisgeld gab es eine schwarze Engelsstatue, die den Preis symbolisiert. Neben Siegfried Langer wurden in der Kategorie „Bestes Debüt“ die Autorin Theresa Jeßberger mit ihrem Roman „Töchter der Freiheit“ (fjb) ausgezeichnet und in der Kategorie „Bester Roman“ Ursula Poznanski für den Roman „Cryptos“ (Loewe).

"Wunderbare Würdigung meiner Arbeit"

„Ich freue mich wirklich sehr über den Preis. Er bedeutet eine wunderbare Würdigung meiner Arbeit“, sagt Langer. „Zumal ich meine letzten Romane allesamt ohne die Unterstützung eines Verlags veröffentlicht habe.“ Bisher sind von ihm zehn Bücher erschienen. Sie wurden zum Teil von Verlagen wie Ullstein, Amazon Publishing oder der Münchner Verlagsgruppe veröffentlicht, die anderen hat er in Eigenregie herausgegeben.

„Abgesehen vom Cover, ich kann überhaupt nicht zeichnen und malen, habe ich all das selbst erledigt, was sonst ein Verlag übernimmt: den Buchsatz von Hardcover und Taschenbuch, die Konvertierung zum E-Book, den Vertrieb und nicht zuletzt ein umfangreiches und zeitintensives Marketing“, beschreibt Langer die Arbeit, die er in „Das Buch, das dich findet“ nach dem Schreiben gesteckt hat. Aber all dies führe nur zum Erfolg, wenn der Roman dahinter bei den Lesern ankommt. „Und das tut er“, freut sich Langer. Inzwischen hätten ihn etwa 30.000 Menschen gelesen.

Sein Buch beginnt mit einer seltsamen WhatsApp-Nachricht, die Alina ihrer Freundin Merelie schreibt. Sie berichtet über einen Roman „Das Buch, das dich findet“, dessen Anfang ihr Angst macht. Anschließend verschwindet Alina spurlos. Ist sie ihrem Bruder David in den Tod gefolgt, wie es die Polizei vermutet? Merelie glaubt nicht daran und begibt sich auf die Suche nach ihr. Ihr einziger Anhaltspunkt ist das mysteriöse Buch, das allerdings in keiner Bibliothek, in keinem Buchladen, in keinem Online-Shop existiert. Doch eines Tages liegt plötzlich eine Ausgabe davon auf ihrem Bett – und das stellt ihr bisheriges Leben völlig auf den Kopf.

Fortsetzung ist fast fertig

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Der 54 Jahre alte Autor aus Memmingen kann inzwischen vom Schreiben leben. Schon sein erster Roman „Alles bleibt anders“ wurde für verschiedene Literaturpreise nominiert, seitdem hat er mehrere Fantasy-Romane und Thriller veröffentlicht. „Wichtig dabei ist allerdings, am Ball zu bleiben“, erzählt er. Die Fortsetzung von „Das Buch, das dich findet“ sei nun fertig und trage den Titel „Die Geschichte, die dich einholt“. Der Roman spielt komplett in Memmingen und eine wesentliche Rolle nimmt darin der 20. März 1525 ein, der Tag, an dem in der Kramerzunft die Bauernartikel verfasst wurden, verrät der Autor. „Im Augenblick überarbeite ich das Buch, ich gehe davon aus, dass es am 1. August herauskommt.“ Bereits am 25. Juni erscheint das Hörbuch von „Das Buch, das dich findet“, produziert von Lausch Medien, Hamburg.

Ein bisschen wie aus einem Roman hört sich auch an, wie es Langer, der 1966 in Memmingen geboren und im Kalker Feld aufgewachsen ist, nach Berlin und wieder zurück in die Heimat gezogen hat. Nach dem Besuch der Realschule erlernte er den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns, holte das Abitur nach und machte als Bankkaufmann eine zweite Ausbildung. „1996 bin ich der Liebe wegen nach Berlin gezogen und 2014 der Liebe wegen nach Memmingen zurückgekehrt“, erzählt er. Der Grund für die Heimkehr war, dass ihn eine Freundin aus Kindheitstagen bei Facebook angeschrieben hat. Sie ging von 1973 bis 1977 mit Langer in die Edith-Stein-Grundschule. „Uns verband schon damals ein sehr inniges Band“, erinnert er sich. Im Teenageralter verlor man sich dann aus den Augen, fast 30 Jahre lang bestand keinerlei Kontakt.

Kontaktaufnahme über Facebook

„Dann hat sie erfahren, dass ich Romane schreibe und hat sich in der Stadtbibliothek welche ausgeliehen“, berichtet der Autor. „Zum Glück haben sie ihr gefallen, denn sie waren der Auslöser, dass sie mich bei Facebook kontaktiert hat.“ Ab dem Zeitpunkt ging alles sehr schnell, Langer brach die Zelte in Berlin ab, zog zurück nach Memmingen – und heiratete 2017 seine Kinderfreundin. „Mir hat es in Berlin sehr gut gefallen, aber ich habe mich vom ersten Tag an in Memmingen wieder zu Hause gefühlt. Alles ist ganz wunderbar gelaufen“, findet der Ex-Haupt- und jetzt wieder Maustädter.