Benefizaktion

Sontheimer will in maximal 31 Tagen von Füssen nach Flensburg joggen

SH Spendenlauf

Der 23-jährige Felix Kofler aus Sontheim will im August mit seinem Freund Adrian Härtlein von Füssen nach Flensburg laufen. Unser Bild zeigt ihn bei einer Laufveranstaltung in München.

Bild: Kofler

Der 23-jährige Felix Kofler aus Sontheim will im August mit seinem Freund Adrian Härtlein von Füssen nach Flensburg laufen. Unser Bild zeigt ihn bei einer Laufveranstaltung in München.

Bild: Kofler

Felix Kofler bricht mit einem Freund am 1. August zu einem Spendenlauf durch Deutschland auf. Was ihn dazu beweogen hat und wie sich der 23-Jährige darauf vorbereitet.
28.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

In maximal 31 Tagen zu Fuß von Füssen nach Flensburg – und das so schnell wie möglich. Dieses ehrgeizige Ziel haben sich Felix Kofler aus Sontheim und sein Freund Adrian Härtlein aus Trendel (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) gesetzt. Der Startschuss für den gut 1000 Kilometer langen Lauf fällt am 1. August am Füssener Stadtbrunnen. Doch die beiden Männer, die sich aus Berufsschulzeiten kennen, sind nicht etwa erfahrene Marathonläufer. „Ich war lange Zeit eher der Kraftsportler“, erklärt der 23-jährige Felix Kofler bei einem Redaktionsgespräch. Was ihn und seinen Kumpel antreibe, sei der Wille, dieses Ziel zu erreichen – und der Wille zu helfen. Denn die beiden Freunde laufen für den guten Zweck. Der Spendenlauf soll der Kindernothilfe zugutekommen.

Hautnah miterlebt, was Armut bedeutet

Doch wie kam es dazu? Auslöser war für Kofler eine dreimonatige Reise auf einem Segelboot über 5000 Seemeilen von der Türkei nach Thailand. Der 23-Jährige, der bereits zuvor ein Jahr durch 19 Länder getrampt und auch schon auf dem Jakobsweg von Deutschland nach Santiago de Compostela unterwegs war, heuerte Ende November 2020 bei einem Kapitän aus der Schweiz an. Doch die Reise sei nicht wirklich gut geplant gewesen, erklärt Kofler. Da unter anderem das Essen und auch der Sprit ausgingen, musste die vierköpfige Crew im Hafen von Assab in Eritrea (Ostafrika) Station machen. „Da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben hautnah miterlebt, was Armut bedeutet.“ Nirgendwo sei etwas gewachsen, es habe kaum Obst und Gemüse gegeben. Die Häuser hatten ihm zufolge kaputte Fensterscheiben, teilweise fehlten die Dächer. „Die Kinder waren wirklich alle sehr dürr“, beschreibt der 23-Jährige seine Eindrücke. Schließlich freundete sich der gelernte technische Systemplaner mit einer sechsköpfigen Familie an, die auf einem Fischerboot lebt. In Erinnerung ist ihm vor allem die Dankbarkeit und Freude der Kinder geblieben, als er ihnen Schokolade schenkte und einen Volleyball zum Spielen gab. Für ihn stand der Entschluss fest, dass er nach seiner Rückkehr nach Deutschland etwas tun muss, „um die Welt zumindest für manche Kinder etwas schöner zu machen“.

"Es kommt vor allem auf den Willen an"

Die Idee für den Spendenlauf entstand erst Anfang Juni. Auch wenn sich Kofler nicht als passionierter Läufer bezeichnen würde, so hatte er doch bereits an drei sogenannten „Mega-Märschen“ teilgenommen. Dabei müssen 100 Kilometer innerhalb von 24 Stunden bewältig werden. Was er dabei gelernt hat: „Es kommt vor allem auf den Willen an.“ Zudem sei es wichtig, die Motivation über einen längeren Zeitraum hochzuhalten. Er glaubt fest daran, dass er die exakt 1035 Kilometer lange Strecke bewältigen kann. Denn auf dem Jakobsweg habe er pro Tag bereits Distanzen von rund 30 Kilometer absolviert. Ihm schweben sogar 60 bis 70 Kilometer am Stück vor, wenn es gut laufen sollte. Zur Vorbereitung geht der 23-Jährige seit eineinhalb Monaten regelmäßig Joggen. Im Juni etwa legte er insgesamt 115 Kilometer zurück, wie seine Lauf-App verrät. Doch sein eigentliches Motto lautet: „Man läuft nicht mit den Füßen, man läuft mit dem Herzen.“

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Die Tour haben die beiden Läufer über den Outdoor-Routenplaner Komoot zusammengestellt. Die Navigation erfolgt über das Smartphone. Beim Gepäck heißt die Devise: so wenig wie möglich. In seinen Zwölf-Liter-Laufrucksack will Kofler nicht mehr packen als Wechselklamotten, einen Schlafsack, eine Isomatte sowie einen Biwak-Notfallsack, falls es mal regnen sollte. Denn übernachten werden die beiden wohl die meiste Zeit unter freiem Himmel. Nur zweimal werden sie sich bei Bekannten einquartieren, die entlang der Strecke wohnen. Kofler kann sich auch vorstellen, im Notfall irgendwo zu klingeln, um etwa in einer Garage zu nächtigen. „Seit meiner Weltreise bin ich vom Guten im Menschen überzeugt“, gibt sich der 23-Jährige optimistisch. Auf Sightseeing abseits der Strecke wollen beide weitgehend verzichten. „Wir konzentrieren uns auf das Laufen und setzen mehr auf die sportliche Challenge.“

1000 Flyer gedruckt

Falls sie früher als erwartet in Flensburg eintreffen sollten, wollen sie weiterlaufen, um zusätzliche Kilometer zu machen, was wiederum zusätzliche Spendeneinnahmen bedeutet. Denn pro gelaufenem Kilometer können Privatleute oder auch Firmen beispielsweise fünf Cent oder auch mehr beisteuern. Bereits jetzt haben er und sein Freund Adrian einige Zusagen erhalten – darunter auch Fixbeträge zwischen 50 und 500 Euro, erklärt Kofler. Dafür hatten sie unter anderem mehrere Firmen per E-Mail angeschrieben, mit ihnen telefoniert und sie auch aufgesucht. Zudem ließen sie 1000 Flyer drucken, die etwa an Haushalte in Sontheim und Ottobeuren verteilt wurden. „Es hat sich jetzt schon gelohnt“, sagt Kofler. Und jede weitere Spende gibt den beiden Freunden zusätzlich „Feuer unterm Hintern“, wie es in dem Flyer heißt.