Corona-Lockerungen

Mit Maske in der Gondel: Bergbahn-Chefs ziehen Neustart-Fazit

Tegelbergbahn Corona

Trennwände in der Kabine und Masken für Mitarbeiter und Gäste sorgen in der Tegelbergbahn bei Schwangau für Sicherheit.

Bild: Ralf Lienert

Trennwände in der Kabine und Masken für Mitarbeiter und Gäste sorgen in der Tegelbergbahn bei Schwangau für Sicherheit.

Bild: Ralf Lienert

Geht Bergbahn in der Corona-Krise? Anscheinend ja. Denn über Pfingsten freuten sich die Bergbahn-Betreiber über „sehr disziplinierte Gäste“. Ein erstes Fazit.

02.06.2020 | Stand: 21:28 Uhr

Der Bergsommer hat am Pfingstwochenende bei den Bergbahnen begonnen. Ob am Fellhorn (Oberstdorf), dem Weltcup-Express (Ofterschwang), der Tegelbergbahn (Schwangau) oder der Alpspitzbahn (Nesselwang) – überall genossen Einheimische wie Urlauber den bequemen Weg in luftige Höhen. Ohne corona-bedingte Hygieneregeln ging es freilich nicht.

Über „sehr disziplinierte Gäste“ freut sich Rainer Hartmann, Geschäftsführer der Bergbahnen Ofterschwang-Gunzesried. Nach einem relativ ruhigen Start am Samstag habe an den Feiertagen ein „guter Andrang“ geherrscht. Mehrarbeit machen auch dem Team am Weltcup–Express die Hygienearbeiten, etwa das stündliche Desinfizieren von Geländern und Toiletten. Was Hartmann aufgefallen ist: Auf den Parkplätzen der Bahn tummelten sich (wie auch anderswo) viele Wohnmobile. Er überlegt, das in geordnete Bahnen zu lenken und vielleicht für Wohnmobile einen Bereich auszuweisen.

Fellhornbahn-Kabinen dürfen nur zu 35 Prozent ausgelastet sein

Gelungener Saisonstart auch auf dem Fellhorn: Aktuell darf die Bergbahn ihre zwei Großkabinen nur zu 35 Prozent auslasten. Einfacher wird es ab Juli: Dann soll stattdessen die parallel verlaufende „Fellhornbahn 2“ fahren, die derzeit noch in Wartung ist. Ihr Vorteil: Sie fährt mit 94 achtsitzigen Kabinen, die sich auch unter Wahrung der Corona-Regeln besser auslasten lassen. Aktuell steht auch die Gipfelbahn: Deren Revision hat sich wegen Corona verzögert. Sie soll ab Mitte Juli wieder fahren.

Bergbahnen fahren wieder: "Besucher nehmen die Hygieneregeln gut an"

Im reduzierten Betrieb war die Tegelbergbahn unterwegs. Wo sonst knapp 40 Besucher in der Gondel mitfahren, wurde die Kapazität auf 16 Passagiere beschränkt. So mussten die Besucher längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Klagen gab es allerdings keine. „Die Besucher nehmen die Hygieneregeln gut an, halten den Abstand ein und tragen eine Schutzmaske“, lobte Betriebsleiter Xaver Herterich. Aufgrund der Regelungen rieten die Angestellten den Besuchern, frühzeitig an eine Talfahrt zu denken.

Auch die Alpspitzbahn in Nesselwang befördert seit Samstag von 10 bis 17 Uhr wieder täglich Passagiere. Auch dort gilt Masken-Pflicht und weiß-rote Schilder bitten um einen Mindestabstand von zwei Metern.

Seit Pfingsten können die Touristen wieder ins Allgäu kommen. Neben Hotels öffnen auch touristische Angebote wie das Schloss Neuschwanstein wieder. Ein Überblick. Die Bergbahnen in Oberstdorf nutzen die Corona-Krise, um Investitionen vorzuziehen. Damit fällt bei der Nebelhornbahn die Sommer- und Wintersaison aus.