Diesen Artikel lesen Sie nur mit
Uraufführung in Kempten

Nazi-Deutschland: Drama um ungleiches Paar kommt auf die Bühne

Da hoffte die Mutter noch auf Rettung: Die Jüdin Lotte Eckart und ihre Tochter Gabi im Westallgäuer Stiefenhofen.

Da hoffte die Mutter noch auf Rettung: Die Jüdin Lotte Eckart und ihre Tochter Gabi im Westallgäuer Stiefenhofen.

Bild: Archiv Leo Hiemer

Da hoffte die Mutter noch auf Rettung: Die Jüdin Lotte Eckart und ihre Tochter Gabi im Westallgäuer Stiefenhofen.

Bild: Archiv Leo Hiemer

Die Jüdin Lotte Eckart versucht Ende der 1930er Jahre, mit ihrer Tochter vor den Nazis zu fliehen - und bittet einen mächtigen Kardinal um Hilfe. Leo Hiemer hat daraus ein Stück gemacht.
24.10.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Zwei Mal hat Leo Hiemer das von den Nazis getötete jüdische Mädchen Gabi vor dem Vergessen bewahrt. Anfang der 1990er Jahre drehte er einen Spielfilm über das kurze Leben von Gabi, die 1937 in Marktoberdorf zur Welt kam und dann bei einer Pflegefamilie im Westallgäuer Dorf Stiefenhofen untergebracht wurde – was sie nicht vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten 1943 im Konzentrationslager Auschwitz bewahrte. „Leni … muss fort“ nannte Hiemer den Film. Doch Hiemer, der aus dem Westallgäu stammt und heute in Kaufbeuren lebt, ließ das Schicksal von Leni/Gabi nicht los. Er forschte und recherchierte weiter und veröffentlichte 2019 ein 400-seitiges Buch, das alle Fakten und Facetten der Tragödie historisch genau darstellte. Dabei spielte neben der Mutter von Gabi, Lotte Eckart, auch ein bedeutender Kirchenmann eine wesentliche Rolle: der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Faulhaber.

  • Unbegrenzt alle Artikel lesen
  • 1 Monat für nur 0,99 € testen
  • Monatlich kündbar