Expertin gibt Tipps

Schneckenalarm in Allgäuer Gärten: Was gegen die Plagegeister wirklich hilft

Die Wegschnecke ist bei Hobbygärtnern verhasst. Innerhalb einer Nacht können einige Tiere ein ganzes Gemüsebeet auffressen.

Die Wegschnecke ist bei Hobbygärtnern verhasst. Innerhalb einer Nacht können einige Tiere ein ganzes Gemüsebeet auffressen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Wegschnecke ist bei Hobbygärtnern verhasst. Innerhalb einer Nacht können einige Tiere ein ganzes Gemüsebeet auffressen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In den vergangenen Wochen war es oft feucht und warm. Das lockte die Schnecken und ärgerte Hobbygärtner. Doch das muss so nicht sein, sagt die Expertin.
04.08.2020 | Stand: 19:05 Uhr

Schneckenalarm“ gab es in den vergangenen Wochen häufig in Allgäuer Gärten. Und lange Gesichter, wenn nach sommerlicher Wärme und anschließenden abendlichen Gewittern mit Starkregen sich die Plagegeister über die Gemüsebeete hermachten. Vor allem am Sonntag und Montag tauchten die Nacktschnecken in vielen Gemüsekulturen gleich massenhaft auf – zumindest weitaus häufiger als in den vergangenen, zu trockenen Sommern.

Soll man Schnecken mit der Schere zerteilen?

Dennoch spricht Roswitha Weissenbach vom Oberallgäuer Kreisverband für Gartenbau und Landespflege nicht von einer Schneckenplage in diesem Sommer. Aber die Hobbygärtner müssten halt hinterher sein, rät sie. Das heißt: Tauchen besonders viele Schädlinge aufgrund des Wetters auf, müssten sie in Beeten abgesammelt werden. Und dann, wohin damit?

Es gibt Menschen, die zwicken die Plagegeister mit der Heckenschere durch, doch das will Roswitha Weissenbach aus dem Oberallgäuer Sulzberg nicht empfehlen. Man kann die Tiere ja auch auf eine entfernte Wiese oder an einen Waldrand bringen, sagt sie.

Der Experten-Tipp: Schnecken regelmäßig absammeln

Das eigentliche Rezept für einen Garten mit weniger Schnecken ist laut Weissenbach, sich ganzjährig mit diesem Thema zu beschäftigen. Das heißt: Im Herbst und auch im Winter sollten die dann unter Steinen und in Ritzen und Nischen häufig zu findenden Schneckeneier „abgesammelt“ werden. So gelinge es, bereits im Herbst gegen das Schneckenproblem anzugehen.

Roswitha Weissenbach ist überzeugt: Wer das konsequent macht, kann die Population der Nacktschnecken in seinem Hausgarten deutlich verringern. Die Eier könne man sogar an milden Wintertagen ohne Schneebedeckung finden.

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Wenn schon Schneckenkorn, dann ökologisch

Notfalls könne auf Schneckenkorn wohl nicht ganz verzichtet werden, sagt die Oberallgäuerin. Im Handel gebe es ein Schneckenkorn, das auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden dürfe, sagt Weissenbach, rät aber unbedingt zu einer sparsamen Anwendung.

Besser morgens anstatt abends gießen

Was ebenfalls helfen kann: Wenn morgens (statt abends) gegossen wird, lockt das in Trockenphasen die Plagegeister nicht über Nacht an.

Schließlich gibt es noch einen ganz anderen Feind der Gemüse fressenden Nacktschnecke: Limax maximus heißt er und ist selbst eine Schnecke. Genauer gesagt eine Egelschnecke, die auch Tigerschnegel genannt wird und auffällig gräulich-getigert ist. Der Tigerschnegel hilft beim Schneckensammeln, weil er sich von kleinen Nacktschnecken ernährt. Er selbst bevorzugt Pilze und abgestorbenes Pflanzenmaterial. Das Problem: Schneckenkorn tötet auch den nützlichen Tigerschnegel.

Der Tigerschnegel ernährt sich von kleinen Nacktschnecken und hilft somit dem Hobbygärtner. Man erkennt die Tiere an ihrer auffälligen Musterung.
Der Tigerschnegel ernährt sich von kleinen Nacktschnecken und hilft somit dem Hobbygärtner. Man erkennt die Tiere an ihrer auffälligen Musterung.
Bild: David Ebener

Was auch gegen Schnecken helfen kann

  • Schneckenzaun: Ihn gibt es in verschiedenen Ausführungen. Solche Barrieren können hilfreich sein, wenn sie in der Erde versenkt sind und mindestens zehn Zentimeter über den Boden herausragen.
  • Bierfalle: Kann wirksam sein, auf dem Weg zur Falle (beispielsweise einer Kunststoffschale) können die Schnecken aber bereits Fressschäden anrichten.
  • Säge- oder Gesteinsmehl: Kann Schnecken bremsen oder fernhalten – solange es nicht zu nass ist.
  • Kaffeesatz: Rund um die Pflanzen verteilt, soll er dazu führen, dass Schnecken fernbleiben. Das Koffein wirkt auf sie wie ein Nervengift.
  • Schneckenkorn: Möglichst sparsam (ab dem Frühjahr) verwenden und möglichst nur Mittel nehmen, die im ökologischen Landbau zugelassen sind.