Eisheilige und Bauernregeln

Jetzt kommen die Eisheiligen: Was die Bauernregeln besagen und Gärtner wissen müssen

Die Eisheiligen 2023 sind vor allem für Hobbygärtner wichtig. Wann ist das Datum? Welche Bedeutung haben die Eisheiligen - auch für Wetter und Garten im Allgäu?

Die Eisheiligen 2023 sind vor allem für Hobbygärtner wichtig. Wann ist das Datum? Welche Bedeutung haben die Eisheiligen - auch für Wetter und Garten im Allgäu?

Bild: Stephan Jansen

Die Eisheiligen 2023 sind vor allem für Hobbygärtner wichtig. Wann ist das Datum? Welche Bedeutung haben die Eisheiligen - auch für Wetter und Garten im Allgäu?

Bild: Stephan Jansen

Diese Woche sind die Eisheiligen 2023. Sie sind vor allem für Hobbygärtner wichtig. Welche Bedeutung haben sie - auch für Wetter und Garten?
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Von Allgäuer Zeitung
14.07.2022 | Stand: 11:02 Uhr

Die Eisheiligen 2023 stehen im Mai kommenden Jahres an - und sind vor allem bei Gärtnern gefürchtet.

  • Datum: Wann sind die Eisheiligen 2022 genau?
  • Wie viele Eisheilige gibt es?
  • Wie sind die Namen der Eisheiligen?
  • Welche Bedeutung haben die Eisheiligen und was sind die Bauernregeln dazu?

Hier Datum, Bauernregeln und Wetter-Hintergründe zu Mamertus, Kalte Sophie und Co.

Datum: Wann sind die Eisheiligen 2023?

Die Eisheiligen 2022 sind von Donnerstag, 11. Mai, bis Montag, 15. Mai 2023.

Wie heißen die Eisheiligen?

Es gibt fünf Eisheilige. Ihre Namen und Daten sind über Jahrhunderte überliefert. Die Eisheiligen heißen:

  • 11. Mai: Mamertus:
  • 12. Mai: Pankratius
  • 13. Mai: Servatius
  • 14. Mai: Bonifatius
  • 15. Mai: Sophia - auch Kalte Sophie genannt

Allerdings gibt es bei den Eisheiligen auch einen Unterschied zwischen Süddeutschland und Norddeutschland. n Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige, also nur Mamertus, Pankratius und Servatius.In Süddeutschland gelten die Tage vom 12. bis 15. Mai als Eisheilige, also Pankratius, Servatius, und Bonifatius. Im Gegensatz zum Nord kommt im Süden auch noch der 15. Mai - die kalte Sofie - hinzu.

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Grund für diese eintägige Differenz beim Beginn der Eisheiligen ist laut DWD der Zeitraum, den Kaltluft bei Eintritt der Nord-Wetterlagen benötigt, um von Nord nach Süd vorzudringen.

Was sind die Eisheiligen genau?

Als Eisheilige bezeichnet der Volksmund eben diesen Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Entwickelt hat sich der Begriff aus historische Beobachtungen heraus. Schon vor mehreren Jahrhunderten stellten die Menschen fest, dass es in der zweiten Maidekade - also zwischen 10. und 20. Mai - regelmäßig noch einmal sehr kalt wurde.

Heute wissen die Meteorologen: Grund für dieses Phänomen sind polare Luftmassen, die aus arktischen Breiten bis zu den Alpen vordringen. „Außerdem gibt es um den 22. Mai herum nochmals ein erhöhtes Nachtfrostrisiko“, berichtet der aus dem Allgäu stammende Meteorologe Joachim Schug. In den vergangenen Jahren fielen die klassischen Eisheiligen tatsächlich aber eher zu warm aus. „Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der frostigen Gesellen nimmt ab“, hieß es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) - was auch für das Allgäu gilt.

Eisheilige 2023: Was müssen Gärtner dazu wissen?

Sorgen bereitet die Kaltluft der Eisheiligen, die in ungünstigen Lagen sogar zu nächtlichem Bodenfrost führen kann, vor allem den (Hobby-)Gärtnern. Sie setzen frostempfindliche Pflanzen wie beispielsweise Geranien oder Tomaten vor allem in gefährdeten Gebieten erst in der zweiten Maihälfte ins Freie. Gefürchtet werden die Nachtfröste im Mai insbesondere von Obstbauern. Im Extremfall können die Blüten erfrieren und die Ernte zunichte machen.

Woher haben die Eisheiligen ihre Namen?

Die Namen der Eisheiligen sind von Personen aus der Kirchengeschichte abgeleitet. "Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie lebten im 3. bis 5. Jahrhundert und waren Bischöfe oder Märtyrer, also Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind", so das Bistum Mainz. Und betont auch: "Mit Eis hatten sie zu ihren Lebzeiten allesamt nichts zu tun"

Mamertus war im fünften Jahrhundert Bischof im französischen Vienne, ihm werden mehrere Wunder nachgesagt. Pankratius wurde ein Jahrhundert früher in Rom als Märtyrer hingerichtet, und Servatius war im vierten Jahrhundert Bischof im belgischen Tongern. Mit Bonifatius ist nicht der angelsächsische Benediktinermönch, sondern ein gleichnamiger sizilianischer Märtyrer aus dem vierten Jahrhundert gemeint.

Die einzige Frau unter den Eisheiligen, Sophia, im Volksmund als kalte Sophie bekannt, starb um 304 in Rom als Märtyrerin. Eine Darstellung aus dem 15. Jahrhundert im Wiener Stephansdom zeigt sie. Sophia von Rom starb während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian.

Eisheilige: Welche Bauernregeln gelten für das Wetter?

Viele Bauernregeln gelten nur für bestimmte Gebiete - und tatsächlich zählen auch nicht alle fünf Tagesheiligen zu den Eisheiligen. Die Kernaussage der Bauernregeln zu den Eisheiligen ist dennoch überall recht klar: Im Mai kann es noch einmal richtig kalt werden. Empfindliche Pflanzen sollten deshalb besser noch nicht draußen stehen oder im Garten gepflanzt werden, bevor die Eisheiligen vorbei sind.

Dieses Jahr etwa war eher das Gegenteil der Fall - es war teilweise hochsommerlich warm in Deutschland.

Eisheilige: Welche Pflanzen sollte man schützen?

Vor den Eisheiligen schützen sollte man Pflanzen wie

  • Oleander
  • Margeriten
  • Petunien
  • Geranien
  • Begonien
  • Tomaten
  • Gurken
  • Paprika
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Auberginen

Diese Pflanzen sollte man frühestens Mitte bis Ende Mai, also nach den Eisheiligen auspflanzen. Pflanzen wie Zwiebeln, Erbsen oder Bohnen sollte man abdecken, wenn sie schon gekeimt sind, um sie vor Frost zu schützen. Achtung: Gurken sind sehr empfindlich und brauchen eine Bodentemperatur von zehn Grad.

Pflanzen wie Stiefmütterchen, Tulpen oder Primeln halten als winterharte Frühblüher tiefe Temperaturen gut aus.

Hier Bauernregeln zu den Lostagen und Eisheiligen:

  • 11. Mai: Mamerz hat ein kaltes Herz.
  • 12. Mai: Wenn's an Pankraz friert, wird im Garten viel ruiniert.
  • 13. Mai: Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.
  • 14. Mai: Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
  • 15. Mai: Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.

Meteorologen bezeichnen häufig ähnlich wiederkehrende Witterungserscheinungen wie die Eisheiligen übrigens als Singularitäten. Dazu gehören beispielsweise die Schafskälte um den 11. Juni, die heißen Hundstage vom 23. bis 24. August, der Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter.

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