Kunstprojekt im Ostallgäu

Warum aus einem alten Feldstadel in Görisried eine Dombauhütte wird

Das humorvolle Kirchenbau-Projekt in Görisried geht weiter: die Dombauhütte in einem Feldstadel.

Das humorvolle Kirchenbau-Projekt in Görisried geht weiter: die Dombauhütte in einem Feldstadel.

Bild: Matthias Becker

Das humorvolle Kirchenbau-Projekt in Görisried geht weiter: die Dombauhütte in einem Feldstadel.

Bild: Matthias Becker

Das Ehepaar Wank treibt seinen Kirchenbau-Spaß in Görisried weiter: Erneut haben Künstler für den „Holy Place“ im Ostallgäu ironisch-witzige Kunstwerke geschaffen.
01.04.2021 | Stand: 11:45 Uhr

Wenn eine Kirche entsteht, braucht es auch eine Verwaltung , die den Bau steuert. Deshalb ist es nur logisch, dass Bruno und Michaela Wank nun auch eine Dombauhütte neben ihrem „Holy place“ in Görisried (Ostallgäu) einrichten lassen. Dafür haben sie den Münchner Künstler Gregor Passens gewonnen. Die vergnügliche Kunst-Eulenspiegelei der Wanks auf der Freifläche neben ihrem Ausstellungshaus („Verpackerei Gö“) erhält somit eine weitere Facette.

Mit zum ironischen Spiel, bei dem eigentlich alles in Anführungszeichen geschrieben werden müsste, gehört, dass die „Dombauhütte“ in einen einfachen Feldstadel eingezogen ist. Passens hat auch gleich zwei „Bauteile“ für die virtuelle Kirche, die dort entstehen soll, geschaffen. Eines davon ist ein Kirchturm-Dach in Zwiebelform, das aus einer Holzkonstruktion mit gebrauchten Orientteppichen besteht und neben einem Bschüttfass liegt.

Eine gute Portion Humor ist nötig

Wer die Kunstaktion des Kuratorenpaars Wank verstehen will, muss eine gute Portion Humor mitbringen. Wie berichtet, entsteht neben ihrem Ausstellungshaus ein Kirchenbau-Projekt, das sie „Holy Place“ tauften. An dem „heiligen Ort“ auf einer Wiese am Dorfrand ist bisher ein Basilika-Grundriss zu sehen, es stehen bunt bemalte „Kirchenfenster“ (von Thierry Boissel) sowie eine riesige Bautafel mit einem Fantasie-Gebäude namens „Holy Plaza“ (Andreas Mischke, Eva Miklavcic, Eugen Happacher), und es gibt einen kleinen Flughafen (Res Ingold). Neu ist neben der Dombauhütte on Passens eine Arbeit von Torsten Mühlbach (München) und Hausherr Bruno Wank: Sie besorgten die „Inneneinrichtung“ für die Kirche. Die Kreuze, Kelche, Kerzen und Sitzbänke sind noch in großen Holzkisten verpackt und so auf dem Gelände platziert, als hätte eine Spedition sie gerade angeliefert. Der ironisch-witzige Titel lautet: „Bitte stehen lassen! Wird Montag aufgebaut.“

Bilderstrecke

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