Diskussion um Wohnsitz des Bürgermeisters von Heimenkirch

Frage an Markus Reichart: Wie funktioniert das Pendeln?

Bürgermeister Markus Reichart pendelt seit Anfang Juli zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus Heimenkirch.

Bürgermeister Markus Reichart pendelt seit Anfang Juli zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus Heimenkirch.

Bild: Ingrid Grohe

Bürgermeister Markus Reichart pendelt seit Anfang Juli zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus Heimenkirch.

Bild: Ingrid Grohe

CSU-Gemeinderat Feneberg will wissen, ob die ehrenamtlichen Stellvertreter stärker belastet sind, weil der Rathauschef nicht mehr in Heimenkirch wohnt.
10.08.2022 | Stand: 06:04 Uhr

Den Umzug von Bürgermeister Markus Reichart von Heimenkirch nach Kempten hat CSU-Gemeinderat Andreas Feneberg in der Gemeinderatssitzung am Montag angesprochen. „Wie ist dein Resümee nach eineinhalb Monaten Pendeln?“, wollte er von Reichart wissen und: „Wie machst du das logistisch?“ Vermutlich werde er, als „grüner Bürgermeister“ ja häufig mit dem Zug fahren, fügte Feneberg an und schob die Frage nach: „Was tust du, damit deine ehrenamtlichen Stellvertreter nicht über Gebühr belastet werden?“

Reichart: "Tagesgeschäft hat sich nicht verändert"

Sein Tagesgeschäft habe sich nicht verändert, antwortete Reichart. „Ich pendle von Kempten aus ins Geschäft wie andere auch.“ Eine Überlastung seiner Stellvertreter sehe er nicht. „Das würden die mir auch sagen.“

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt das Zweiter Bürgermeister Gerhard Kempter (CSU). Reichart habe ihm und dem Dritten Bürgermeister Xaver Schneider (FW) zugesagt, dass sich an der Aufgabenverteilung nichts ändere. Bisher erlebten sie auch keine Mehrbelastung durch den Wohnsitzwechsel Reicharts. Zwar gebe es zur Zeit etwas mehr Termine für die Stellvertreter. „Das liegt aber daran, dass sowieso viel los ist nach der Corona-Zeit.“

Die drei Bürgermeister von Heimenkirch treffen sich regelmäßig

Reichart, Schneider und Kempter besprechen sich vor jeder Gemeinderatssitzung. Bei dieser Bürgermeisterrunde würden gegebenenfalls Probleme bei der Terminverteilung besprochen, sagt der Zweite Bürgermeister.

Bürgermeister Markus Reichart erklärt gegenüber unserer Redaktion, an seiner Präsenz in Heimenkirch habe sich durch die Verlegung seines Wohnsitzes nach Kempten nichts geändert. „Auch nicht an der Terminlage meiner Stellvertreter. Sie in die Amtsführung einzubeziehen, war mir immer schon wichtig.“ Zum Thema Pendeln sagt Reichart: „Es ist normal, dass man zum Job fährt, mein Arbeitsalltag ist wie vorher auch.“ Den Zug allerdings könne er nicht so häufig nutzen, „weil ich hier mobil sein muss.“

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Der Umzug des Bürgermeisters beschäftigt offensichtlich viele Heimenkircherinnen und Heimenkircher. Darum hatte Gerhard Kempter bei der Bürgerversammlung im Juli Reichart darauf angesprochen. Dieser erwiderte, er werde öffentlich keine Gründe nennen, weil sie „privater Natur“ seien. Man könne ihn aber jederzeit privat befragen. Von diesem Angebot machen Bürgerinnen und Bürger durchaus Gebrauch, erklärt Reichart jetzt auf Nachfrage. „Alle, die mich ansprechen, sind durchaus wohlwollend.“