Bilanz nach sechs Wochen

„Der Eintrittspreis von 16 Euro ist absolut überteuert“ - Die Kleine Landesgartenschau in Lindau erntet nicht nur Lob

Bernd Brunner begutachtet die Blumenbeete auf der Gartenschau in Lindau. Bedingt durch die Lage hinter der Alten Kaserne gab es dort Ende Juni glücklicherweise kaum Sturmschäden.

Bernd Brunner begutachtet die Blumenbeete auf der Gartenschau in Lindau. Bedingt durch die Lage hinter der Alten Kaserne gab es dort Ende Juni glücklicherweise kaum Sturmschäden.

Bild: Wolfgang Schneider

Bernd Brunner begutachtet die Blumenbeete auf der Gartenschau in Lindau. Bedingt durch die Lage hinter der Alten Kaserne gab es dort Ende Juni glücklicherweise kaum Sturmschäden.

Bild: Wolfgang Schneider

80.000 Besucher besichtigten die Gartenschau schon. Doch manche äußern Kritik: Zu teure Tickets und es sei zu wenig geboten. Das sagt die Geschäftsführerin.
02.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Seit über sechs Wochen läuft die Kleine Landesgartenschau in Lindau. Geschäftsführerin Claudia Knoll hat jetzt eine Zwischenbilanz gezogen: „Wir sind sehr zufrieden.“ 80 000 Besucher kamen laut Knoll bislang auf das 5,3 Hektar große Areal auf der Hinteren Insel in Lindau. „Der Start war nicht so ganz einfach“, sagt Knoll am Donnerstagmittag bei einem Treffen mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). Die Großveranstaltung hatte nämlich mit Gegenwind zu kämpfen - auch wortwörtlich: Am Dienstag beschädigte ein Sturm Teile der Schau.

Ein heftiger Sturm beschädigte Ende Juni Teile der Kleinen Landesgartenschau in Lindau.
Ein heftiger Sturm beschädigte Ende Juni Teile der Kleinen Landesgartenschau in Lindau.
Bild: Christian Flemming

In Lindau kam es im Vorfeld der Gartenschau fast zum Bürgerbegehren. Viele Lindauer konnten sich nach Aussage des Bürgermeisters Mathias Hotz nicht mit der Veranstaltung identifizieren. Doch nun habe sich alles in Wohlgefallen aufgelöst, sagt Hotz: „Die Gartenschau ist bei den Bürgern angekommen.“

Bewertungen der Besucher zur Kleinen Landesgartenschau Lindau fallen auf Google gemischt aus

Doch wie fallen die Bewertungen der Besucher aus? 159 von ihnen haben eine Rezension bei Google abgegeben. Die Meinungen sind durchwachsen. Während einige Nutzer von einer „wunderschönen Gartenschau“ mit „einem tollen Ausblick auf den See“ sprechen, kritisieren andere das Preis-Leistungs-Verhältnis. „Der Eintrittspreis von 16 Euro ist absolut überteuert“, schreibt ein Besucher. „Dafür wird einfach viel zu wenig geboten. Wer auf bunt blühende Blumenbeete hofft, sollte in Lindau den kostenlosen Stadtpark nutzen.“ Den Blick auf den Bodensee könne man auch 100 Meter weiter genießen, bewertet ein anderer seinen Besuch.

Ein weiterer Kritikpunkt ergibt sich aus dem Vergleich mit der baden-württembergischen Landesgartenschau in Überlingen, die sich preislich auf einem ähnlichen Niveau wie Lindau bewegt. Erwachsene zahlen in Überlingen 18 Euro für ein Tagesticket. Dort sei jedoch fünf Mal mehr geboten als in Lindau, schreibt ein Nutzer.

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Landesgartenschau Lindau 2021 - Fotos vor der Eröffnung

Geschäftsführerin Claudia Knoll sagt, dass im Vorfeld abgewogen wurde, wie viel Garten- und wie viel Schaucharakter angeboten werden soll: „Wir haben beide Dinge miteinander verknüpft.“ Die Lindauer Veranstaltung mit dem Motto „Gartenstrand“ biete sowohl Erholung als auch Erlebnis. „Wir sind die einzige Gartenschau, die bis 23 Uhr geöffnet und bei der abends noch Veranstaltungen stattfinden“, sagt Claudia Knoll.

In die Kleine Landesgartenschau in Lindau wurden 7,2 Millionen Euro investiert

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7,2 Millionen Euro wurden in Lindau investiert. Aus einem Parkplatz entstand ein Bürgerpark, Uferstufen zum See wurden angelegt. Fünf Millionen gab es für die „schaumäßigen Kosten“, sagt Knoll. Darunter fallen beispielsweise Veranstaltungen, die Gastronomie und die Technik. Die Gartenschau in Lindau konzentriert sich auf eine vergleichsweise kleine Fläche, daher gab es laut Knoll auch weniger Geld, um das Areal zu gestalten. „Überlingen hat allein für die Schau 15 Millionen Euro zur Verfügung gehabt. Also zehn Millionen mehr als wir.“

Ministerin Michaela Kaniber betont, dass Gegner in die Gartenschau miteinbezogen werden müssen. „Wir müssen ihnen zeigen, was positiv ist und die Gartenschau in die Herzen und in die Köpfe bringen.“ In Lindau wurde bereits im Vorfeld eng mit Bürgern und Vereinen zusammengearbeitet. „Die Menschen haben die Gartenschau gemacht, nicht die Planer“, sagt Knoll.