Wangen

Wehrbau verzögert sich

Projekt Die Stadt Wangen möchte ihre eigenen Gebäude möglichst mit selbst erzeugtem Ökostrom versorgen. Anlage bei Epplings geht aber nicht, wie geplant, schon heuer in Betrieb
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Von bee/sz
18.12.2019 | Stand: 14:57 Uhr

Das ehemalige und neu ertüchtigte Wasserkraftwerk der Firma NTW (Neue Textilveredlung Wangen) wird in diesem Jahr, entgegen der ursprünglichen Pläne, doch keinen Strom mehr liefern. Die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Anlage verzögern sich, erklärt Stadtwerke-Chef Urs Geuppert. Vor allem am Epplingser Wehr und am Krafthaus gibt es noch einiges zu tun.

Die Stadt Wangen verfolgt das Ziel, die eigenen Liegenschaften möglichst mit selbst produziertem Öko-Strom zu versorgen. Im nächsten Jahr will sie ihm ein Stück näher kommen. So hat der Gemeinderat beschlossen, eine neue Umspannstation auf dem Erba-Areal zu bauen. Es bildet mit anderen städtischen Umspannstationen die Voraussetzung dafür, die Kernstadt mit Strom aus Wasserkraftwerk zu versorgen, der auf dem Erba-Areal erzeugt wird.

Spätestens ab Ende des kommenden Jahres sollen die städtischen Gebäude im Schulzentrum, das Heizwerk beim Allgäustadion und der Bauhof selbst fast nur mit Strom aus dem Erba-Wasserkraftwerk und einem Wasserkraftwerk beim Argenwehr versorgt werden. Urs Geuppert von den Stadtwerken geht davon aus, dass hierfür pro Jahr 800 000 Kilowattstunden nötig sind und der Eigenstrombezug auf Dauer wirtschaftlich ist.

Seit Ende Mai sind im Bereich Sigmanns/Epplings/Kohlplatz die Baumaschinen im Einsatz. Ziel war, die seit dem Pfingsthochwasser 1999 zerstörte und seitdem brach liegende Wasserkraftanlage auf dem früheren NTW-Areal noch im Jahr 2019 in Betrieb zu nehmen, sodass es noch heuer Strom erzeugt. Daraus wird jetzt aber nichts. Als Hauptgründe für die Verzögerung führt Urs Geuppert die mitunter schwierige Suche nach Firmen an und „Überraschungen“ beim Arbeiten im Bestand.

Nun soll beim Epplingser Wehr zwar noch in diesem Jahr der Schlauch auf dem Wehrbau verlegt werden, doch in anderen Bereichen der Wehranlage – beispielsweise bei der Steuerung, beim Rechen am Kanaleingang und bei der Fischtreppe – dauern die Arbeiten länger an. Der Kanal zwischen Wehr und Argenquerung ist laut Geuppert zwar mit Rohren verdolt und der Graben wieder aufgefüllt, es müssten aber noch Leerrohre verlegt und der oberirdische Bachlauf angelegt werden.

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Das Dükerbauwerk, mit dem das Kanalwasser unter der Argen hindurch geführt wird, wurde bereits im Sommer eingesetzt, der offene Kanal bis zum eigentlichen Kraftwerk freigeräumt und stellenweise saniert. Der Übergang zum Krafthaus sei aber noch nicht fertig. „Die Turbine ist bereits drin, der Generator samt elektrischer Ausrüstung soll Mitte Januar kommen“, erklärt Geuppert. Als neues Ziel für die Reaktivierung der Wasserkraftanlage setzt er Ende Februar 2020 an. „Uns tut jeder Monat weh, wo kein Strom fließt“, sagt der Stadtwerke-Leiter. Auf die lange Laufzeit der Anlage gesehen, sei der Verlust aber verschmerzbar.

Die Stadt plant Ende Dezember eine öffentliche Besichtigung der Baustelle.