Azubi in der Krise

Wie sich die Corona-Pandemie auf die Ausbildung auswirkt

Grundsätzlich sollten Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bemüht sein, einvernehmliche Lösungen finden, die der momentan außergewöhnlichen Situation Rechnung tragen.

Grundsätzlich sollten Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bemüht sein, einvernehmliche Lösungen finden, die der momentan außergewöhnlichen Situation Rechnung tragen.

Bild: AdriaVidal / Adobe Stock Foto

Grundsätzlich sollten Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bemüht sein, einvernehmliche Lösungen finden, die der momentan außergewöhnlichen Situation Rechnung tragen.

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Wissenswertes zum Thema Ausbildung während der Pandemie: Die wichtigsten Fragen auf einen Blick.
30.12.2021 | Stand: 09:12 Uhr

Was ändert sich bei der Bewerbung?

Durch Corona hat sich der Bewerbungsprozess bei vielen Unternehmen digitalisiert. Die meisten Firmen bieten mittlerweile Telefon- oder Videointerviews an. Manchmal sind sogar Videobewerbungen möglich.

Gibt es Kurzarbeit für Azubis?

In der Regel darfst du als Azubi nicht in Kurzarbeit geschickt werden. Der Ausbildungsbetrieb muss die Ausbildung weiter ermöglichen und den Ausbildungsplan umstellen oder dich in einer anderen Abteilung unterbringen. Kurzarbeit in der Ausbildung ist der letzte Ausweg und erst erlaubt, wenn wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um die Ausbildung aufrecht zu erhalten!

Bekomme ich weiter Gehalt, wenn ich in Quarantäne bin oder mein Ausbildungsbetrieb vorübergehend geschlossen wird?

Ja, du erhältst weiterhin Gehalt. Du bist ja nach wie vor angestellt.

Muss ich in den Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule geschlossen hat?

Wird der Unterricht nicht anderweitig (zum Beispiel durch Online-Unterricht) aufrechterhalten, musst du im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern du nicht unter Quarantäne gestellt bist oder der Ausbildungsbetrieb dir vorgibt, den Betrieb nicht zu betreten.

Wie sieht es mit Homeoffice aus?

Grundsätzlich solltest du als Azubi nicht im Homeoffice arbeiten. Schließlich hat der Ausbilder den Auftrag dich auszubilden, ordnungsgemäß anzuleiten und deine Arbeitsergebnisse zu kontrollieren. Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen, denn Arbeitsergebnisse können zum Beispiel per E-Mail kontrolliert werden.

Darf ich zu Hause bleiben, wenn ich Angst vor Corona habe?

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Grundsätzlich darfst du als Azubi deine Arbeit wegen einer erhöhten Ansteckungsgefahr nicht verweigern. Beim Coronavirus gilt das allerdings nicht mehr: Gibt es eine Gefährdung, muss der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachgehen. So kann er zum Beispiel dafür sorgen, dass du von zuhause arbeiten kannst. Sprich deinen Ausbilder einfach direkt an und klärt gemeinsam, welche Maßnahmen ergriffen werden können.

Kann der Auszubildende in den Urlaub geschickt werden?

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Je nach den Umständen des Einzelfalls können Arbeitgeber aber im Rahmen ihres Direktionsrechts Betriebsurlaub anordnen. Eine solche Anordnung darf jedoch nie den gesamten Jahresurlaub umfassen und ist in der Regel auch nur mit einem angemessenen Vorlauf möglich. Bei Bestehen eines Betriebsrats ist eine solche Anordnung außerdem mitbestimmungspflichtig.

Grundsätzlich sollten Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bemüht sein, einvernehmliche Lösungen finden, die der momentan außergewöhnlichen Situation Rechnung tragen. (ihk)

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