Weitere Warnstufe "Dunkelrot"

Corona-Ampel: Diese Regeln gelten jetzt im Allgäu

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, spricht nach einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie auf einer Pressekonferenz. Im Hintergrund ist die Corona-Ampel zu sehen.

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, spricht nach einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie auf einer Pressekonferenz. Im Hintergrund ist die Corona-Ampel zu sehen.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, spricht nach einer Kabinettssitzung zur weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie auf einer Pressekonferenz. Im Hintergrund ist die Corona-Ampel zu sehen.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

Die Corona-Neuinfektionen in Bayern nehmen weiter stark zu. Immer mehr Städte und Kreise liegen im roten bzw. dunkelroten Bereich. Welche Regeln jetzt gelten.
26.10.2020 | Stand: 11:13 Uhr

Aktualisiert am Montag, 26. Oktober, 11 Uhr - "Mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Feiern" - so will der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Zahl der steigenden Corona-Neuinfektionen eindämmen. Übersteigt die 7-Tage-Inzidenz, also die Anzahl der Fälle der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner, den Wert von 35 bzw. 50, treten schärfere Corona-Regeln in Kraft ("gelb" oder "rot"). Seit Donnerstag, 22. Oktober, gibt es außerdem weitere Maßnahmen, wenn in Bayern der Warnwert 100 überstiegen wird ("dunkelrot") .

Mittlerweile haben alle Allgäuer Kreise und Städte den Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bzw. sogar schon den neuen Warnwert von 100 überschritten (hier gibt es täglich die aktuellen Inzidenz-Werte der Allgäuer Kommunen).

Was gilt denn nun in meiner Kommune? Wir fassen die Regeln der Corona-Ampel zusammen.

Die Corona-Ampel - diese Regeln gelten jetzt im Allgäu und in Bayern:

  • 7-Tage-Inzidenz unter 35 ("grün"):
    • Es dürfen sich maximal zehn Personen oder zwei Haushalte im öffentlichen Raum treffen. Im privaten gibt es keine Beschränkung.
    • An Veranstaltungen dürfen höchstens 100 Personen (drinnen) beziehungsweise 200 Personen (draußen) teilnehmen - es gibt jedoch Spezialregelungen für Kultur, Sport, Gottesdienste und Versammlungen.
    • Die Maskenpflicht gilt dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann und bei besonderer Anordnung - also im ÖPNV, in Schulen, in Krankenhäusern, in der Gastronomie.
  • 7-Tage-Inzidenz über 35 ("gelb"):
    • Maximal zehn Personen oder zwei Haushalte dürfen bei privaten Feiern oder Treffen zusammen kommen - egal ob drinnen oder draußen. Das gilt auch für Feiern und Treffen im öffentlichen Raum.
    • Ab 23 Uhr gilt die Sperrstunde sowie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Ab 23 Uhr darf an Tankstellen außerdem kein Alkohol mehr verkauft werden.
    • Überall dort, wo Menschen dichter und länger zusammen sind - unter anderem in Fußgängerzonen, öffentlichen Gebäuden, in weiterführenden Schulen ab der fünften Jahrgangsstufe und an Hochschulen - gilt eine Maskenpflicht.
    • Außerdem besteht Maskenpflicht auch am Platz bei Tagungen und Kongressen, in Theatern, Konzerthäusern, Kinos und ähnlichem.
    • Die Maskenpflicht gilt auch am Arbeitsplatz, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann - insbesondere bei Begegnungsflächen, in Fahrstühlen, Fluren oder Kantinen, aber auch am Arbeitsplatz selbst.
  • 7-Tage-Inzidenz über 50 ("rot"):
    • Private Feiern und Kontakte müssen auf höchstens fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt werden. Diese Regel gilt also auch für Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Ähnliches. Auch im öffentlichen Raum ist die Personenzahl auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt.
    • Die Maskenpflicht gilt überall da, wo Menschen dicht und länger zusammen sind.
    • An Schulen gilt die Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen, also auch in der Grundschule. Von der Regelung in den Grundschulen können die Kommunen dann aber wieder abweichen (das hat beispielsweise der Landkreis Unterallgäu gemacht).
    • Für Horte und Mittagsbetreuungen gelten die gleichen Regeln wie für Grundschulen. Weisen die Kinder allerdings selbst milde Krankheitssymptome auf, dürfen sie nur in die Kita, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können.
    • Die Sperrstunde gilt bereits ab 22 Uhr - das heißt, dann dürfen in der Gastronomie keine Speisen und Getränke mehr verkauft werden. Auch das Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen sowie das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gilt ab 22 Uhr.
  • 7-Tage-Inzidenz über 100 ("dunkelrot") - neu seit 22. Oktober:
    • Sperrstunde: Restaurants müssen schon um 21 Uhr schließen. Auch das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gilt ab 21 Uhr. Der Alkoholverkauf an Tankstellen oder andern Verkaufsstellen ist ab 21 Uhr nicht mehr erlaubt.
    • Veranstaltungen aller Art werden auf 50 Personen begrenzt. Betroffen sind insbesondere Kulturveranstaltungen aller Art, etwa Theater und Kinos, aber auch Vereinsversammlungen. Ausnahmen von der Begrenzung auf 50 Personen bei Corona-Werten von mehr als 100 gibt es etwa für Gottesdienste und Demonstrationen.
    • Bei Feiern oder Treffen gilt bei "Dunkelrot" weiterhin, dass maximal fünf Personen oder zwei Haushalte zusammenkommen dürfen, egal ob zu Hause oder auswärts.
    • Auch bei der Maskenpflicht gibt es keine Änderungen zur Stufe "Rot". Die Maskenpflicht gilt überall dort, wo Menschen dicht und länger zusammenkommen.

Immer gelten zudem die grundlegenden Hygiene-Regeln: Abstand halten, Händewaschen, Maske tragen, lüften.

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Grafik: Die aktuellen Corona-Regeln für das Allgäu im Überblick (Update 22. Oktober):

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Die Corona-Ampel: Wenn die 7-Tage-Inzidenz-Werte von 35, 50 bzw. 100 überschritten werden, gelten strengere Corona-Regeln.
Die Corona-Ampel: Wenn die 7-Tage-Inzidenz-Werte von 35, 50 bzw. 100 überschritten werden, gelten strengere Corona-Regeln.
Bild: Grafik: AZ, Berger

Regeln werden automatisch und für mindestens eine Woche wirksam

Nach der neuen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die seit 17. Oktober gilt, werden die verschärften Regeln in den Corona-Hotspots automatisch ab dem nächsten Tag wirksam, ohne dass die Kommunen nochmals darüber entscheiden könnten oder müssten. Die Kommunen entscheiden dann aber beispielsweise, an welchen stark frequentierten Straßen eine Maskenpflicht eingeführt wird - beispielsweise entschied das Landratsamt Ostallgäu nach Überschreiten des Warnwerts, dass unter anderem in der Füssener Altstadt, an der Uferstraße am Hopfensee und auf mehreren Straßen in Schwangau eine Maskenpflicht eingeführt wurde. Außerdem kann es sein, dass Schulen vom Präsenzunterricht auf digitalen Unterricht und Homeschooling umstellen.

Die Corona-Regeln bleiben für mindestens eine Woche in Kraft.

Die Werte der 7-Tage-Inzidenz werden täglich frühmorgens vom Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI) und nachmittags vom bayerischen Landesamt für Gesundheit (LGL) veröffentlicht. Warum sich die Werte unterscheiden können und welcher Wert bei Abweichungen gilt, erfahren Sie hier.

Haben Sie noch Fragen zu den Corona-Regeln? Ist Ihnen etwas unklar? Dann schreiben Sie uns gern eine Mail an digitalteam@azv.de und wir gehen Ihrer Frage nach.