Corona-Krise

Diese Quarantäne-Regeln sollen jetzt an den Schulen gelten

In der kommenden Woche beginnt die Schule in Bayern. Das Ziel für den Herbst lautet möglichst viel Präsenzunterricht trotz steigender Corona-Zahlen.

In der kommenden Woche beginnt die Schule in Bayern. Das Ziel für den Herbst lautet möglichst viel Präsenzunterricht trotz steigender Corona-Zahlen.

Bild: Marcel Kusch, dpa

In der kommenden Woche beginnt die Schule in Bayern. Das Ziel für den Herbst lautet möglichst viel Präsenzunterricht trotz steigender Corona-Zahlen.

Bild: Marcel Kusch, dpa

Die Gesundheitsminister wollen halbwegs normalen Präsenzunterricht sicherstellen und möglichst wenige Kinder nach Hause schicken. Wie das klappen könnte.
06.09.2021 | Stand: 19:08 Uhr

Wenn in der kommenden Woche die Sommerferien zu Ende gehen, beginnt für bayerische Familien ein neues, ungewisses Kapitel der Pandemie. Viele fragen sich: Wie sicher ist der Unterricht im Klassenzimmer bei stark steigenden Infektionszahlen und wie läuft das künftig mit der Quarantäne?

Über die zweite Frage haben am Montag die Gesundheitsminister der Länder diskutiert. Ziel ist eine einheitliche Lösung für ganz Deutschland. Und die könnte so aussehen: Hat sich ein Kind angesteckt, soll nicht mehr automatisch die ganze Klasse nach Hause geschickt werden. Die Quarantäne wird zudem deutlich verkürzt. Anstatt wie im letzten Winter bis zu 14 Tage, müssen Kontaktpersonen eines oder einer Infizierten nur noch fünf Tage zu Hause bleiben und können anschließend – nach einem negativen PCR-Test – wieder zurück in die Schule. Mehr zur Corona-Pandemie im Newsblog der Allgäuer Zeitung.

Nur noch die direkten Kontaktperson eines Infizierten müssen in Quarantäne

Für Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat ein „verlässlicher Präsenzunterrichtüberragende Priorität“. Seine Vorgabe lautet, dass Kinder und Jugendliche so wenig Homeschooling wie möglich machen müssen. „Wir werden deshalb in Bayern nur für diejenigen Schülerinnen und Schüler eine Quarantäne anordnen, die einen unmittelbaren und ungeschützten engen Kontakt zu einem erkrankten Schüler hatten“, sagte der CSU-Politiker im Gespräch mit unserer Redaktion. Wenn im Klassenzimmer fachgerecht gelüftet und ein Luftfilter korrekt eingesetzt worden sei, können Gesundheitsämter aus seiner Sicht sogar komplett auf die Anordnung einer Quarantäne verzichten. Das Risiko werde im Einzelfall bewertet.

Schüler, die keinen engen Kontakt zu der infizierten Person hatten, können ohnehin weiterhin am Unterricht im Klassenzimmer teilnehmen, sollen aber engmaschig getestet werden. Für die Kitas gibt es ähnliche Überlegungen. Allerdings wird es dort schwieriger einzugrenzen, wer mit wem in Berührung kam, da es ja beispielsweise keine feste Sitzordnung gibt. Entwurf: Gratis-Tests für Zwölf- bis 17-Jährige bis Ende November

Geimpfte Schüler sind von Test- oder Quarantänepflicht ausgenommen

Lesen Sie auch
##alternative##

Regelmäßige Testpflicht zum Schulstart in weiteren Bundesländern

Vollständig geimpfte oder genesene Kinder und Jugendliche sind von einer Test- oder Quarantänepflicht grundsätzlich ausgenommen. In diesem Zusammenhang appellierte Holetschek erneut an die Eltern, Kinder ab zwölf Jahren impfen zu lassen. „Der Impfstoff ist da, das Impfen ist der Schlüssel aus der Pandemie. Gehen Sie zumindest erstgeimpft in die erste Schulwoche. Jeder Schutz hilft“, sagte er.

Immunologe Wendtner warnt davor, Sorgen der Eltern kleinzureden

Die Politik steckt in einem Dilemma. Einerseits haben die bisherigen Corona-Wellen gezeigt, welche Belastungen Homeschooling und fehlende soziale Kontakte für Kinder bedeuten. Andererseits kann eine Infektion trotz der vergleichsweise geringen Gefahr auch für die Kleinsten fatale Folgen haben: Und sie können sich eben nicht impfen lassen. Der Immunologe Clemens Wendtner hat Verständnis für die Sorgen vieler Eltern. „Ein Risiko ist vorhanden, und dieses Risiko, dass sich Kinder infizieren, sollte man auch nicht kleinreden. Zumal die Inzidenz bei Kindern, auch bei Kleinkindern, in Deutschland aktuell in einem hohen dreistelligen Bereich liegt“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dennoch sprach sich auch Wendtner für einen halbwegs normalen Schulbetrieb aus: „Wir wissen, wie wichtig Präsenzunterricht auch für die psychische Entwicklung der Kinder ist und wie groß die Gefahren und Schäden gerade bei Kindern aus bildungsferneren Schichten sind.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht das ähnlich: „Es geht darum, die richtige Balance zu finden zwischen einer Alltagstauglichkeit für den Schulbetrieb und einem guten Schutz für die Kinder und Jugendlichen“, sagte er am Montag in Berlin.