Statistisches Jahrbuch

Hohe Sterbefallzahlen, niedrige Geburtenrate: Bayern schrumpft wegen Corona

Von Januar bis September 2020 wurden bayernweit 5.800 Menschen weniger geboren als gestorben sind.

Von Januar bis September 2020 wurden bayernweit 5.800 Menschen weniger geboren als gestorben sind.

Bild: Fabian Sommer

Von Januar bis September 2020 wurden bayernweit 5.800 Menschen weniger geboren als gestorben sind.

Bild: Fabian Sommer

Corona hat erhebliche Auswirkungen auch auf Bayern. Mehr Menschen sterben, weniger wandern zu. Und die Wirtschaft leidet. Die nüchternen Zahlen einer Statistik.
Von Januar bis September 2020 wurden bayernweit 5.800 Menschen weniger geboren als gestorben sind.
dpa
21.12.2020 | Stand: 14:24 Uhr

Bayerns Bevölkerung schrumpft wegen der Corona-Pandemie: Die Zahl der Sterbefälle ist im zu Ende gehenden Jahr 2020 bedingt durch die Corona-Pandemie spürbar nach oben gegangen. Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch des Landesamts für Statistik hervor, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Fürth vorstellte.

Deutliche Anstiege gebe es vor allem in den besonders von der Pandemie betroffenen Landkreisen. "Wir können deutliche Abweichungen der Sterbefallzahlen nach oben bei einzelnen stark betroffenen Landkreisen erkennen", sagte Herrmann.

Bayern schrumpft - Hohe Todeszahlen

Von März bis Mai 2020 seien in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent mehr Menschen gestorben. Die zweite, stärkere Corona-Welle seit Oktober ist dabei noch gar nicht berücksichtigt, weil die statistischen Daten hierfür noch nicht ausgewertet sind. Bereits in den ersten neun Monaten 2020 wurden bayernweit 5.800 Menschen weniger geboren als gestorben sind. Im gesamten Jahr 2019 lag dieses Defizit bei 6.100 Menschen.

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Insgesamt ging die Zahl der Einwohner in Bayern im Jahr 2020 erstmals seit Jahren zurück. "Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 hatte der Freistaat 13.123.566 Einwohner und somit 1.171 Personen weniger als zu Jahresbeginn", sagte Herrmann. Grund hierfür seien auch geringere Einwanderungszahlen, sowohl aus anderen deutschen Bundesländern als auch aus dem Ausland.

Auch Wirtschaft stark betroffen

Massiv beeinträchtigt die Corona-Pandemie auch die bayerische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis Juni 2020 gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 sei preisbereinigt um sieben Prozent nach unten gegangen.

Betroffen seien die Industrie, der Außenhandel und ganz besonders der Tourismus. Die Zahl der Gästeankünfte ging von Januar bis Oktober um fast 44 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2019 zurück. Einer der wenigen statistischen Lichtblicke: "Aufgrund der eingeschränkten Mobilität sind die Unfallzahlen 2020 deutlich gesunken - um rund 16,5 Prozent von Januar bis Oktober 2020", sagte der Innenminister.

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