Erleichterung auch für Feiern und Hochzeiten

Treffen mit zehn Personen ab Mittwoch: Diese Corona-Lockerungen kommen in Bayern

Die Corona-Lockerungen betreffen auch Hochzeiten: Ab Montag dürfen die zugehörigen Feiern wieder mit bis zu 100 Personen im Freien stattfinden. Maximal 50 Gäste sind bei Feiern in Innenräumen zugelassen.

Die Corona-Lockerungen betreffen auch Hochzeiten: Ab Montag dürfen die zugehörigen Feiern wieder mit bis zu 100 Personen im Freien stattfinden. Maximal 50 Gäste sind bei Feiern in Innenräumen zugelassen.

Bild: Fabian Strauch/dpa (Symbolbild)

Die Corona-Lockerungen betreffen auch Hochzeiten: Ab Montag dürfen die zugehörigen Feiern wieder mit bis zu 100 Personen im Freien stattfinden. Maximal 50 Gäste sind bei Feiern in Innenräumen zugelassen.

Bild: Fabian Strauch/dpa (Symbolbild)

Treffen mit Gruppen, Lockerungen für Hochzeiten und Beerdigungen, Erleichterungen für Verkäuferinnen: In Bayern gibt es weitere Corona-Lockerungen.
16.06.2020 | Stand: 15:20 Uhr

Aktualisiert um 14 Uhr: Nach wochenlangen Corona-Beschränkungen steht größeren privaten Feiern und Veranstaltungen in Bayern nichts mehr im Wege: Ab kommenden Montag (22. Juni) dürfen in Gaststätten wieder Hochzeits- und andere Feiern stattfinden - mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien. Auch im Privaten dürfen sich wieder mehr Personen treffen. Darauf verständigte sich der Koalitionsausschuss am Montagabend in München. Am Vormittag wurde dies nun im Kabinett formal beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder, Staatskanzleichef Florian Herrmann (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) informierten am Mittag über die Details.

Vor allem im privaten Bereiche gebe es Lockerungen, betonte Söder am Mittag bei der Pressekonferenz. Die Kontaktbeschränkungen bleiben in Teilen bestehen: Bedeutet die Maskenpflicht bleibt, auch Abstand muss weiter eingehalten werden.

 

Die Lockerungen im Überblick:

  • Ab diesen Mittwoch (17. Juni) dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen - bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt. In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr.
  • Feiern und Veranstaltungen dürfen mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien ab kommenden Montag (22. Juni) stattfinden. Das gilt ebenso für Hochzeiten, Beerdigungen, Abschlussfeiern, Vereinssitzungen und Familienfeiern.
  • Gaststätten und Biergärten dürfen ab Montag bis 23 Uhr statt wie bisher nur bis 22 Uhr offen bleiben.
  • Lockerungen gibt es auch für Wellness-Bereiche in Hotels: Hotels dürfen vom 22. Juni an wieder ihre Schwimmbäder, Saunas und Wellnessbereiche öffnen.
  • Hallenbäder und Innenbereiche von Thermen dürfen ab Montag öffnen.
  • Ab Montag (22. Juni) dürfen Chöre wieder proben.
  • Deutliche Erleichterungen kommen zudem für die Reisebusunternehmen. Dort fällt ab dem 22. Juni der Mindestabstand von 1,50 Metern weg, wenn Masken getragen werden, so dass wieder alle Plätze besetzt werden können. Zudem sind wieder Gruppenreisen erlaubt.
  • Im Bereich Camping dürfen gemeinsame Sanitäranlagen wieder genutzt werden.
  • Bei Kulturveranstaltungen sind ab Montag (22. Juni) wieder mehr Zuschauer erlaubt: Veranstaltungen in Innenräumen dürfen dann mit bis zu 100 Gästen mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen mit bis zu 200 Zuschauern stattfinden. Derzeit gelten für die Veranstaltungen aber Zuschauerbegrenzungen von bis zu 50 Menschen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Gästen im Freien.
  • Lockerungen gibt es auch für den Handel: Ab dem 22. Juni können in Läden rund doppelt so viele Menschen einkaufen wie bisher. Konkret wird die Zahl der in einem Geschäft erlaubten Personen von einer pro 20 Quadratmetern auf eine pro 10 Quadratmetern erhöht. Dies soll auch für Freizeiteinrichtungen und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoologische Gärten gelten.
  • Das Personal in Theken- oder Kassenbereichen muss keinen Mundschutz mehr tragen, wenn es durch Abschirmungen - beispielsweise aus Plexiglas - geschützt ist.
  • Die Abstandspflicht in Kirchen wird von 2 auf 1,5 Meter reduziert - somit sollen mehr Menschen an Gottesdiensten teilnehmen können,
Kneipen und Bars - sogenannte Schankwirtschaften, die keine Speisen anbieten - müssen weiter geschlossen bleiben. Für diese soll es laut Aiwanger bald eine Perspektive geben, woran man in den kommenden Tagen arbeiten werde. "Bis Anfang Juli wollen wir eine Lösung finden", sagte Aiwanger. Söder dämpfte allerdings Erwartungen in Richtung einer schnellen Kneipenöffnung. Dort sei es schwierig, Abstände einzuhalten.

Katastrophenfall wird beendet

Nach drei Monaten wird außerdem auch der Katastrophenfall zum Mittwoch beendet. Diesen hatte die Staatsregierung Mitte März ausgerufen, um sich im Kampf gegen die damals rasche Ausbreitung des Coronavirus Steuerungs-, Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten zu sichern.

 

Söder: "Ballermann soll kein neues Ischgl werden"

Trotz der massiv gesunkenen Fallzahlen sieht Söder die Corona-Pandemie weiter als Gefahr. "Corona ist nicht besiegt", sagte er am Dienstag in München. Am Beispiel China zeige sich, wie schnell die Infektionen wieder zurückkommen könnten. "Ein Funke reicht und die ganze Steppe brennt", sagte der CSU-Chef.

In Bayern sei die Tendenz weiter sehr positiv, in den vergangenen sieben Tagen seien in 50 Landkreisen und kreisfreien Städten keine neuen Infektionen registriert worden, betonte Söder. Gleichwohl dürfe es nicht zu einer falsch empfundenen Sicherheit führen, die "zweite Welle ist jederzeit möglich". Besondere Sorge bereite ihm die anstehende Reisewelle durch Europa. "Ich hoffe sehr, dass der Ballermann kein neues Ischgl wird. Daran muss jeder mitarbeiten."

Reisen, Schulen, Kinos - diese Lockerungen gibt es seit Montag

Bereits seit Montag gelten weitere Corona-Lockerungen: die Reisewarnung für 27 Länder wurde aufgehoben und das Reisen innerhalb der EU ist wieder möglich.

Auch bei Schulen in Bayern änderte sich etwas: Nach den Pfingstferien wurde am Montag der Präsenzunterricht auch für die übrigen Jahrgangsstufen an allen Schularten wieder aufgenommen. Wie der Schulstart im Oberallgäu lief, erfahren Sie hier. Auch in den bayerischen Kindergärten und Krippen sind seit Montag wieder mehr Kinder: Nach den Pfingstferien durften die Kinder zurück in die Kindergärten, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches galt für jüngere Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen auch wieder in die Krippe gehen. Ab 1. Juli sollen dann wieder alle Kinder in Bayern in Kindergärten und Krippen zurück dürfen.

Seit Montag gelten außerdem Lockerungen für Kulturschaffende: Theaterbetriebe, Kinos und Konzertsäle dürfen wieder öffnen.

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