Pflege

Pflege: Wer bekommt Pflegegeld im Ausland?

Auch Menschen, die in Deutschland gearbeitet haben, aber nun im Ausland wohnen, haben unter Umständen Anspruch auf Pflegegeld.

Auch Menschen, die in Deutschland gearbeitet haben, aber nun im Ausland wohnen, haben unter Umständen Anspruch auf Pflegegeld.

Bild: Bernd Thissen, picture alliance/dpa (Symbolbild)

Auch Menschen, die in Deutschland gearbeitet haben, aber nun im Ausland wohnen, haben unter Umständen Anspruch auf Pflegegeld.

Bild: Bernd Thissen, picture alliance/dpa (Symbolbild)

Wer im Ausland lebt, bekommt kein Pflegegeld - so war es lange geregelt. Doch es gibt einige Ausnahmen, wie man im Ausland doch Pflegegeld bekommen kann.
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Von Tiana Zoric
19.05.2023 | Stand: 15:12 Uhr

Wer in Deutschland arbeitet, zahlt in der Regel in die Pflegeversicherung ein. Dadurch erhalten Sie Anspruch auf Pflegegeld. Doch nicht alle Menschen, die in Deutschland arbeiten oder gearbeitet haben, bleiben bis zum Lebensende da. Viele kommen aus dem Ausland, um im Alter wieder in das Ursprungsland zurückzukehren.

Doch was passiert, wenn man dann pflegebedürftig wird? Normalerweise zahlt die Pflegeversicherung nur, wenn sich die Person in Deutschland aufhält. Es gibt aber verschiedene Abkommen, durch die auch Menschen im Ausland Anspruch auf Pflegegeld haben können.

Voraussetzungen für Pflegegeld im Ausland

Wer Pflegegeld im Ausland beziehen will, muss die selben Voraussetzungen erfüllen, wie Personen, die es in Deutschland beziehen. Das bedeutet, dass ein Antrag gestellt und ein Pflegegrad erteilt werden muss. Es muss mindestens ein Pflegegrad 2 vorliegen, damit man Anspruch auf Pflegegeld hat.

Warum zahlt die Pflegeversicherung nicht im Ausland?

Generell gibt es von der Pflegeversicherung nur Leistungen für Versicherte, die sich gewöhnlich im Inland, also in Deutschland aufhalten. Es gibt aber Ausnahmen. Unter anderem beim Pflegegeld.

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Pflegegeld: Muss es versteuert werden?

Denn wer sich im Ausland aufhält und Pflegegeld bezieht, kann unter Umständen weiter Pflegegeld bekommen. Dabei kommt es darauf an, wo genau sich die Person aufhält und wie lange.

Wie lange wird Pflegegeld im Ausland bezahlt?

Wie lange das Pflegegeld im Ausland gezahlt wird, hängt davon ab, in welchem Land sich die Person aufhält. Generell gilt, dass das Pflegegeld bis zu sechs Wochen innerhalb eines Jahres weiterbezahlt wird, wenn die Person im Ausland ist.

Wer seinen ständigen Aufenthalt im Ausland hat, also dauerhaft in einem anderen Land wohnt, muss in einem EU- oder EWR-Staat beziehungsweise in der Schweiz leben. Nur in diesen Ländern gibt es weiter deutsches Pflegegeld.

Wer bereits Pflegesachleistungen in dem anderen Land erhält, muss sich entscheiden, ob er diese weiter bekommen möchte oder doch lieber Pflegegeld aus Deutschland beziehen will. Denn Pflegesachleistungen im Ausland werden nicht übernommen.

Auskünfte erhalten Betroffene bei ihrer Krankenkasse. Diese ist für die Bestimmung des Pflegegrades sowie den Antrag auf Pflegegeld zuständig.

In welchen Ländern gibt es Pflegegeld?

In welchen Ländern das Pflegegeld weiter bezahlt wird, ist ganz klar geregelt. Dazu gehören zum einen alle EU-Staaten. Aber auch diejenigen Staaten, die zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören. Folgende Länder gehören neben den EU-Staaten zum EWR:

  • Liechtenstein
  • Island
  • Norwegen

Und auch Menschen, die in der Schweiz leben, können deutsches Pflegegeld beziehen. Und das, obwohl die Schweiz weder EU- noch EWR-Mitglied ist.

Übrigens: In diesem Jahr verändern sich einige Dinge in der Pflege. Und auch, wie viel Geld Pflegeheimbewohnende besitzen dürfen, ist geregelt. Und je nach Pflegegrad gibt es auch unterschiedliche Leistungen.

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