Augsburg

Studierende besetzen größten Hörsaal auf dem Augsburger Unicampus

Studierende des Klimabündnisses End Fossil besetzen seit Montagvormittag den großen Hörsaal der Universität Augsburg.

Studierende des Klimabündnisses End Fossil besetzen seit Montagvormittag den großen Hörsaal der Universität Augsburg.

Bild: Peter Fastl

Studierende des Klimabündnisses End Fossil besetzen seit Montagvormittag den großen Hörsaal der Universität Augsburg.

Bild: Peter Fastl

Die Klimaaktivisten der Gruppe End Fossil protestieren seit Montagvormittag im Hörsaalzentrum der Uni Augsburg. Einen Hörsaal wollen sie bis auf Weiteres nicht mehr freigeben.
29.11.2022 | Stand: 18:55 Uhr

Studierende des Klimabündnisses "End Fossil: Augsburg" halten seit Montag um 11.30 Uhr den großen Hörsaal auf dem Campus der Uni Augsburg besetzt. Mit dieser Aktion wollen die rund 20 Aktivisten und Aktivistinnen ihren Forderungen für eine klimagerechte Transformation der Universität Nachdruck verleihen. Konkret fordern sie etwa, dass die Universität Augsburg bis 2027 klimaneutral werden soll, außerdem mehr studentische Mitbestimmung sowie eine sozial gerechtere Universität.

Hörsaal-Besetzung in Augsburg: Was die Aktivisten von End Fossil fordern

Das Bündnis hatte nach eigenen Angaben zuvor alle von der Besetzung betroffenen Lehrpersonen informiert. Man sei bereit, mit der Universität in Verhandlungen zu treten, heißt es in einer Pressemitteilung. "Unser Ziel ist es, eine Diskussion auf Augenhöhe zu führen", wird Fredda Grünbaum von End Fossil zitiert. Die Klimakatastrophe fordere ein schnelles und entschiedenes Handeln, auch von der Universität. Aus diesem Grund hätten sich die Aktivisten für eine Besetzung entschieden.

In Zusammenhang mit der Weltklimakonferenz werden seit einigen Wochen deutschlandweit zahlreiche Universitäten von der Klimagerechtigkeitsbewegung End Fossil: Occupy! besetzt. Sie will auf die Dringlichkeit sofortiger Maßnahmen aufmerksam machen. An erster Stelle steht die Forderung nach einem Ende aller fossilen Energieträger. Der Klimawandel habe bereits jetzt verheerende Auswirkungen, so die Augsburger Aktivisten. Die Gruppe wirft Regierenden auf allen Ebenen politischer Verantwortung "Tatenlosigkeit" vor. Deshalb seien auch radikalere Formen des Protestes als legitim.

Die Uni teilte auf Anfrage unserer Redaktion am Montagabend mit, die Universität sei ein Ort für Lehre und Forschung - und natürlich auch für die Auseinandersetzung mit Fragen zum Klimawandel. Mit dem Zentrum für Klimaresilienz und dem Wissenschaftszentrum Umwelt greife die Universität Augsburg diese drängenden Fragen auf und beschäftige sich intensiv damit. Die Uni seit auch auf der Weltklimakonferenz vertreten gewesen und habe Forschungsergebnisse präsentiert. Viele Projekte, auch von Studierenden, würden in Augsburg für den Klimawandel sensibilisieren. "Wir sind also bereits ohne eine solche Besetzung aktiv", so Pressesprecherin Manuela Rutsatz. "Wir bedauern es sehr, dass die Gruppe nicht vorab das Gespräch mit der Universitätsleitung gesucht hat."

Die Besetzung des sehr großen Hörsaals durch die Gruppe lehne die Universität grundsätzlich ab. Da ein Vertreter erklärt habe, dass der Lehrbetrieb nicht gestört werde, werde die Besetzung kurzfristig geduldet. "Insgesamt sollen Studierende unserer Universität nach zwei Jahren Corona-Pandemie nun nicht wieder von der Lehre abgehalten werden", so Rutsatz. Der Lehrbetrieb solle alsbald regulär fortgesetzt werden. Ein Gespräch mit Vertretern der Besetzer sei für Dienstag geplant. Zudem sei die Polizei ist in Kenntnis über die Aktion. Das Wachpersonal sei informiert und werde sich in der Nacht um die Sicherheit im Gebäude kümmern.

Lesen Sie auch
##alternative##
Hochschule Kempten

Einmal Hochschulluft schnuppern: Kemptener Studierende arbeiten mit Schülern an Projekten