Skifahren im Kleinwalsertal

Walmendingerhorn, Heuberg und Ifen: Was die drei Skigebiete besonders macht

Immer den Großen Widderstein vor Augen haben Skifahrer am Walmendingerhorn.

Immer den Großen Widderstein vor Augen haben Skifahrer am Walmendingerhorn.

Bild: Oberstdorf - Kleinwalertal - Bergbahnen

Immer den Großen Widderstein vor Augen haben Skifahrer am Walmendingerhorn.

Bild: Oberstdorf - Kleinwalertal - Bergbahnen

Das schneesichere Kleinwalsertal lockt auf seiner sonnigen Seite mit drei Skigebieten: Das Walmendingerhorn, der Heuberg und die Pisten am Hohen Ifen.
18.01.2022 | Stand: 11:56 Uhr

Die Exklave Kleinwalsertal gehört zwar zum österreichischen Voralberg, ist aber auch bei Skifahrern aus dem Allgäu überaus beliebt. Denn von Oberstorf aus ist es nur ein Katzensprung in das schneesichere Hochtal, das sich von Kornau am Taleingang bis nach Baad erstreckt. Alle Skigebiete im Kleinwalsertal starten auf über 1000 Metern Meereshöhe - einige auch noch deutlich darüber. Wie das benachbarte Balderschwang gilt das Hochtal als Schneeloch, bis ins späte Frühjahr hinein ist Wintersport möglich.

Die nördliche Talseite hat mit den drei Skigebieten Walmendingerhorn, Heuberg und Ifen die Sonne gepachtet. Die südöstlichen Hänge bekommen schon früh Sonne ab, auf der anderen Talseite ist es schattiger.

Während es am Heuberg familiär zugeht, sind die Pisten am Walmendingerhorn und Ifen schon knackiger. Eines haben alle gemeinsam: den faszinierenden Blick auf die Riesen des Tals: Den Widderstein, Zwölferkopf und Elferkopf.

Skigebiete im Kleinwalsertal: Das Walmendingerhorn

Im Jahr 1968 wurde der erste Schlepper am Walmendingerhorn errichtet. Der Muttelberg-Schlepplift galt lange als einer der steilsten Lifte Vorarlbergs. Auch heute sind die Abfahrten am Horn für ambitionierte Skifahrer ideal. Von 1207 Metern befördert eine Gondelbahn die Wintersportler von Mittelberg aus auf 1948 Meter. Auf dem Horn gibt es noch mit der Muttelbergbahn einen 4er-Sessellift und einen Doppelsessellift. Alle Pisten vom Horn sind "rot" und in dieser Kategorie eher anspruchsvoller. Unten im Tal gibt es noch kürzere Schlepplifte und die Zafernabahn - einen Doppelsessellift. Insgesamt umfasst das Skigebiet zwölf Pistenkilometer.

Wer kurz Pisten-Pause machen möchte, für den gibt es eine Besonderheit an der Bergstation der Gondelbahn: Eine Geo-Aussichtsplattform gibt den Blick frei auf das Kleinwalsertal-Panorama. Und es dürfte eines der besten Plätzchen sein, um den höchsten Berg des Tals, den Großen Widderstein (2533 m), zu bewundern.

Skigebiete im Kleinwalsertal: Der Heuberg

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Die Lifte am Heuberg sind ideal für Anfänger und Familien. Überwiegend blaue Pisten führen vom 1380 Meter hohen Gipfel hinunter nach Hirschegg. Immerhin sind es 22 Pistenkilometer. Die Heubergbahn, ein 4er-Sessellift, überwindet 300 Höhenmeter. Im Sitzen geht es auch mit der Parsennbahn nach oben - entweder in einer 8er-Gondel oder in 4er-Sesseln, die sich ein Seil teilen. Mit 190 Höhenmetern ist die Bahn etwas kürzer als der Sessellift am Heuberg. An Letzterem und dem Parsenn finden sich mehrere Schlepplifte - für Abwechslung ist also gesorgt.

Über Tallifte und Skiwege ist das Walmendingerhorn erreichbar. Auch eine Verbindung zum Ifen gibt es: An der Bergstation der Parsennbahn hält der Shuttlebus, der Skifahrer und Snowboarder zur Talstation der Ifenbahn bringt.

Skigebiete im Kleinwalsertal: Der Hohe Ifen

Der einzigartige Ifen prägt das Kleinwalsertal wie kaum ein anderer Berg. Das schräge Plateau ist einfach ein ungewöhnlicher Berg. Der Gipfel bleibt aber Skitourengehern vorbehalten, eine Bahn führt keine bis ganz nach oben. Nordöstlich des Ifens befindet sich das Gottesackerplateau - eine Karstlandschaft mit Höhlen, die auch im Winter zu erahnen ist.

In dieser Kulisse ist Skifahren schon etwas Besonderes. Mit der 10er-Kabinenbahn "Ifen 1 & 2" geht es von 1275 Metern hinauf auf 2024 Meter - die Zwischenstation liegt auf auf 1577 Metern. Auch hier ist ein Zustieg möglich. Auch die 6er-Olympiabahn startet im Tal und bringt die Skifahrer auf 1861 Meter. Für Anfänger gibt es noch den kurzen Schlepper Gaisbühllift.

Bilderstrecke

Die Skigebiete Walmendingerhorn, Heuberg und Hoher Ifen

Die Pisten am Ifen reichen von schwarzen Abfahrten für Ski-Profis über rote bis zu blauen Routen. Schwarz heißt am Ifen auch wirklich steil: Wer dort mit Racecarvern in die Tiefe rauscht, der hat den Bogen raus. Alles in allem können Skifahrer sich am Ifen auf 25 Pistenkilometern austoben.

Kleinwalstertal ist ein Hotspot für Skitourengänger

Auch abseits der Pisten ist im Kleinwalsertal viel geboten. Zahlreiche Skitouren führen auf die Berge. Sonnige Klassiker mit Frühjahrsfirn sind etwa die Güntlespitze oder das Grünhorn vom Talende in Baad aus. Dort startet man auch in Richtung Süden zum Älpelekopf oder der Höferspitze. Rassige Skitourenberge sind zudem der Zwölfer- und der Elferkopf, der Liechelkopf oder die Gipfel überhalb der Fiderepasshütte. Die Optionen sind vielfältig, die meisten Touren erfordern aber durchaus Erfahrung im Skitourengehen.

Die Skigebiete im kurzen Steckbrief:

Walmendingerhorn: Walmendingerhornbahn (Gondel, 1207 bis 1948 Meter), 4er-Sessellift Muttelbergbahn, Doppelsessellift „Walmendingerhorn“, Doppelsessellift Zafernabahn, Schlepper Mooslift.

Heuberg: 4er-Sessellift Heubergbahn (1100 bis 1400 Meter), Kombibahn (8er-Gondel und 4er-Sessel, 1050 bis 1240 Meter), fünf Schlepplifte (Skikuli Parsenn, Hubertuslift, Schlösslelift, Heubergmuldelift, Schöntallift)

Hoher Ifen: 10er-Gondelbahn "Ifen 1 & 2" (1275 bis 2024 Meter, Zwischenstation auf 1577 m), 6er-Sessellift Olympiabahn, Schlepper Gaisbühllift.

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Und: Obwohl zu Österreich gehörend, zählt das Tannheimer Tal fast zu den Allgäuer Skigebieten. Knapp hinter der Grenze gibt es zahlreiche Bergbahnen und Lifte.