Fans treffen Superstar

Boateng besucht Babenhausen

Da kann man schon mal grinsen, wenn Jérôme Boateng zu Besuch kommt.

Da kann man schon mal grinsen, wenn Jérôme Boateng zu Besuch kommt.

Bild: Siegfried Rebhan

Da kann man schon mal grinsen, wenn Jérôme Boateng zu Besuch kommt.

Bild: Siegfried Rebhan

Weltmeister, Champions-League-Sieger und Deutscher Meister: Am Sonntag besuchte Jérôme Boateng den FC-Bayern-Fanclub in Babenhausen. Wie sich das Treffen für die Fans angefühlt hat, erfährst Du im Video auf allgaeu.life
27.11.2016 | Stand: 18:35 Uhr

Der ganze Saal brüllt Jérôme Boatengs Namen. Dann kommt der Star-Verteidiger des Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München unter tosendem Applaus in die Babenhausener Veranstaltungshalle. Die Kinder sind aufgeregt, ein paar Mädchen kreischen – knapp 600 Fans sind begeistert. Ein Weltklasse-Spieler zum Anfassen. Boateng, der sich am Sonntag über zwei Stunden geduldig allen Fragen stellt und alle Autogramm-Wünsche erfüllt, lässt die Herzen der Bayern-Anhänger höher schlagen – und sammelt Sympathien.

Bei seinem Besuch beim Bayern-Fanclub Babenhausen/Allgäu hat der 28-Jährige ständig ein Lächeln auf den Lippen. Ab und an winkt er den jüngsten Fans, die in den vorderen Reihen aufgeregt tuscheln, seine weiblichen Anhänger verzückt er, indem er mit ihnen für Erinnerungsfotos posiert. Der Innenverteidiger versprüht gute Laune und die Fans lassen sich anstecken.

Dabei ist es noch nicht lange her, dass Boateng heftige Kritik einstecken musste. Nach der 2:3-Pleite in der Champions League gegen Außenseiter FK Rostow wurde Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Bayern, persönlich: „Jérôme muss mehr zur Ruhe kommen.“ Und der 61-Jährige legte noch einen drauf: Boateng müsse wieder „back to earth“ – zurück zur Erde.

Doch Boateng lässt sich nichts anmerken. Trotz cooler Mütze, dicken Ketten und zerrissener Jeans wirkt er bei seinem Besuch im Allgäu alles andere als abgehoben. Im Gegenteil: Mit seiner bodenständigen Art gewinnt er die Fans für sich. Bestes Beispiel ist der sechsjährige Jonathan, der stolz ein Trikot trägt, das Boateng zuvor signiert hatte. Gefragt nach seinen Lieblingsspielern, zählt Jonathan strahlend eine Reihe an Stars auf – darunter ab jetzt auch Boateng, den er hautnah erleben durfte. „Das war toll“, sagt der Nachwuchskicker glücklich.

Ähnlich sieht es Maxim Pölcher: „Es hat mir sehr gut gefallen“, sagte der Elfjährige, der mit Boateng ein Foto machen durfte. „Da hat mein Herz hat ganz schön gepumpt. Das war echt traumhaft“, erzählt der Fan stolz. Auch wenn eigentlich Manuel Neuer das Vorbild des Torwart-Talents ist – der Auftritt des Verteidigers hinterlässt Eindruck. „Boateng hat das echt lässig gemacht“, findet Maxim.

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Boateng in Babenhausen

Pluspunkte sammelt der Weltmeister an diesem Nachmittag auch durch seine persönlichen Geschichten. Die Nachricht, dass Boateng über 650 Paar Schuhe besitzt, entlockt einigen Mädchen einen entzückten Aufschrei. Lacher erntet er für seinen Kommentar: „Ich habe noch gar nicht alle getragen.“ Auch mit seiner Anekdote, wie der Weltmeister von 2014 zum Verteidiger wurde, sichert sich der gebürtige Berliner die Zuneigung der Fans.

Sein Idol sei der brasilianische Kult-Stürmer Ronaldo gewesen – deswegen habe er früher auch im Angriff gespielt. „Ich war ganz gut vorne, aber dann sind uns die Verteidiger ausgegangen und ich musste nach hinten“, erzählt Boateng und ergänzt: „Da habe ich mich auch ganz wohl gefühlt. Ich musste nicht mehr so viel laufen.“ Auch bei den älteren Fans kommt Boatengs Auftritt gut an: „Die Stimmung ist super. Es ist eine tolle Sache“, sagt Manfred Hack. Boateng sei sehr nett und aufgeschlossen. „Der redet auch frei von der Leber weg, das gefällt den Leuten im Allgäu sehr gut“, erzählt der 53-Jährige, der Mitglied im Fanclub ist.

Spontaner Jubel brandet auf, als eingeblendet wird, wie Boateng bei der Europameisterschaft gegen die Ukraine (2:0) den Ball von der Linie gekratzt hat. Spätestens, als er erzählt, er könne sich gut vorstellen, den Rest seiner Karriere bei den Bayern zu bleiben, hat er die ganze Halle auf seiner Seite. Dass der Besuch so gut läuft, zaubert auch dem Fanclub-Vorsitzenden Hubert Redle ein Lächeln aufs Gesicht. Frei nach dem Hit von Major Tom von 1996 war in Babenhausen also nur die Stimmung „völlig losgelöst“.