FC Ausburg

FCA-Trainer Weinzierl: "Weiß, dass ich Fans enttäuscht habe"

Markus Weinzierl, neuer Trainer des FC Augsburg, auf dem Weg zum ersten Training

Markus Weinzierl, neuer Trainer des FC Augsburg, auf dem Weg zum ersten Training

Bild: Ulrich Wagner

Markus Weinzierl, neuer Trainer des FC Augsburg, auf dem Weg zum ersten Training

Bild: Ulrich Wagner

Nach fünf Jahren Pause kehrt Markus Weinzierl zum FC Augsburg zurück. Auf seiner ersten Pressekonferenz erklärt der 46-Jährige die Hintergründe.
##alternative##
Von Johannes Graf
27.04.2021 | Stand: 16:41 Uhr

Am Montag hatte der FC Augsburg die Trennung von Heiko Herrlich verkündet und zugleich den neuen Trainer vorgestellt. Markus Weinzierl, der bereits von 2012 bis 2016 an der Seitenlinie stand, soll den Fußball-Bundesligisten in den letzten drei Spieltagen vor dem Abstieg bewahren. Am Dienstag leitete Weinzierl nicht nur das erste Training, er stellte sich später gemeinsam mit Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter den Fragen der Medienvertreter.

Das sagte Stefan Reuter zu den vergangenen Tagen:

Jeder kann sich vorstellen, dass die letzten Tage sehr anstrengend waren. Es war eine ganz schwierige Situation nach dem Köln-Spiel. Freitagabend sind wir noch lange im Stadion zusammengesessen und haben gesagt, wir wollen noch eine Nacht darüber schlafen. Am Samstag sind Klaus Hofmann, Michael Ströll und ich zu dem Entschluss gekommen, dass wir einen Trainerwechsel vornehmen. Wir haben Markus Weinzierl kontaktiert, uns am Samstag noch getroffen und ein sehr intensives Gespräch geführt. Haben uns am Sonntag nochmals verabredet. Am Sonntag, spät am Abend stand die Lösung. Montagfrüh war die Umsetzung, wir haben den Vertrag unterzeichnet, haben über die Zusammensetzung des Trainerstabs gesprochen und mit Rainer Maurer eine Lösung bis Ende der Saison gefunden.

Das sagte Stefan Reuter zum ersten Training:

Wir haben keinen Feuerwehrmann gesucht, er war unsere absolute Wunschlösung. Es war in den ersten Gesprächen beeindruckend, wie tief er in den Themen drin war, wie genau er unsere Mannschaft kannte. Wir haben das erste Training hinter uns, es war unglaublich viel Leben, viel Feuer drin. Man konnte sehen und spüren, wie wenig Anlaufzeit und Eingewöhnungszeit er benötigt. Er kann sich sofort mit seiner Aufgabe beschäftigen. Für uns war wichtig zu spüren, dass Markus brennt, frisch ist, dass er Lust hat auf die Aufgabe. Wir waren beeindruckt. Als wir Sonntagnachmittag aufs Sportliche gekommen sind, hat das hat richtig Spaß gemacht, hat bei uns Euphorie entfacht und Vorfreude auf die letzten drei Spiele erzeugt.

Das sagte Markus Weinzierl zum Angebot des FC Augsburg:

Ich freue mich, wieder hier zu sein, hier wieder arbeiten zu dürfen. Es ist für mich eine große Ehre gewesen, als Stefan Reuter mich am Samstag angerufen hat. War für mich von Anfang an klar, dass ich diese Chance nutzen will, dass ich dem Verein helfen und anpacken will. Wir werde jetzt alles dafür tun, unser Ziel zu erreichen und in der Liga zu bleiben. Die letzten drei Tage waren wir sehr intensiv im Austausch. Ich habe ein sehr positive Gefühl und freue mich, mit der Mannschaft zu arbeiten. Jetztbrennt´s, jetzt packen wir an. Mit dem Klassenerhalt ist das erste Ziel erreicht.

Stefan Reuter und Markus Weinzierl zu ihrem Verhältnis:

Reuter: Wir haben eine unglaublich positive und gute Zeit gemeinsam beim FC Augsburg erleben dürfen. Wie es auseinandergegangen ist, war keine Auseinandersetzung zwischen Markus Weinzierl und Stefan Reuter. Wir beim FC Augsburg waren unglcüklch über die Art und Weise der Trennung. Aber das liegt viele Jahre zurück, in der Zwischenzeit gab es einige Gespräche zwischen uns. Wir haben das am Wochenende nochmals thematisiert und chronologisch aufgearbeitet. Weil wir der festen Überzeugung sind, die Vergangenheit darf die Zukunft in keinster Weise mehr tangieren. Wir wollen und werden an die erfolgreiche gemeinsame Zeit anknüpfen und freuen uns extrem. Wir sind auf einer Wellenlänge, haben ähnliche Gedanken und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Lesen Sie auch
##alternative##
Transfers

FCA-Rekordeinkauf: US-Stürmer Pepi unterschreibt langfristig

Weinzierl: Natürlich gab es Nebengeräusche beim Abschied. Generell hatten wir vier super Jahre. Zum Schluss hatten wir eine Meinungsverschiedenheit, weil es unterschiedliche Vorstellungen gab. Es war schwierig damals, den goldenen Weg zu finden. Das sieht man jetzt bei Hansi Flick. Damals habe ich Fehler gemacht, das habe ich bereut. Wir haben ein langes Gespärch nach unserem Schalke-Spiel 2016 geführt. Für mich war das ab dem Zeitpunkt ausgeräumt. Stefan Reuter ist der alte Partner, mit dem es megaerfolgreich war. Uns verbindet sehr viel Positives, deswegen verkraftest du auch mal einen Krach, den gibt es in jeder Ehe. Ich habe gestern und heute gespürt, dass es ist wie damals.

Stefan Reuter zur Trennung von Heiko Herrlich:

Es ist immer schwierig , den richtigen Zeitpunkt zu finden. Unser Ziel war, gemeinsam die Saison zu beenden und dann zu analysieren, was wir verbessern oder verändern können. Nach den letzten Wochen und den vier spielen mit nur einem Punkt und auch wegen der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, hat uns die Überzeugung gefehlt, dass wir es aus eigener Kraft schaffen, die Klasse zu halten. Das hat uns gezwungen, noch im Laufe der Runde zu reagieren.

Markus Weinzierl zur Zeit nach dem FC Augsburg:

Ich will anknüpfen an die Augsburg-Zeit. Weil ich noch etliche Spieler kenne, wird mir der Einstieg leicht fallen. Danach müssen wir miteinander arbeiten und umgehen, die Kommunikation ist mir sehr wichtig. Ich habe meine Zeit nach dem FC Augsburg analysiert, man lernt immer dazu, lernt nie aus. Zwei große Vereine mit sehr vielen Nebengeräuschen und schwierigen Bedingungen, bei denen es mir nicht gelungen ist, an die Erfolge in Augsburg anzuknüpfen. Die Schalke-Zeit sehe ich nicht so negativ, wie es gemacht wird. Stuttgart war schwierig, aber da lerne ich auch daraus. Ich habe das angenommen, meine Art und Weise analysiert und meine Schlussfolgerungen gezogen.

Markus Weinzierl zu seiner Rückkehr:

Für mich war es wie nach Hause kommen. Es ist kein Geheimnis, dass ich es bereut habe wegzugehen und nun wieder froh bin, hier zu sein. Egal wo ich in den letzten zwei Tagen hingekommen bin, war es positiv. Wenn man einem positiv gegenübersteht, gibt das Energie. Im Umfeld, intern, in der Mannschaft spüre ich große vertrauen und den Nach-Hause-Kommen-Effekt. Darüber freue ich mich sehr. Oft merkt man erst, wenn man weg ist, was man gehabt hat. Ich hoffe, dass die Fans mir das verzeihen und mir jetzt eine zweite Chance geben. Wohlfühlfaktor spielt schon eine große Rolle.

Lesen Sie auch: