Immenstadt

Nach Absage von Allgäu Triathlon: 3.000 Triathleten erhalten Startgeld zurück

Der Allgäu Triathlon fällt zum ersten Mal in seiner traditionsreichen Geschichte aus.

Der Allgäu Triathlon fällt zum ersten Mal in seiner traditionsreichen Geschichte aus.

Bild: Dirk Klos

Der Allgäu Triathlon fällt zum ersten Mal in seiner traditionsreichen Geschichte aus.

Bild: Dirk Klos

Nachdem die Veranstalter am Freitag den Allgäu Triathlon in Immenstadt abgesagten, werden jetzt Details für das weitere Vorgehen bekannt.
27.04.2020 | Stand: 11:08 Uhr

Letztlich sei es, sagt Christoph Fürleger, eine unvermeidbare Entscheidung gewesen. Der Geschäftsführer des Allgäu-Triathlons sagte am Freitag die traditionsreiche Veranstaltung im und am Großen Alpsee ab. Grund ist, dass Großveranstaltungen bis Anfang September verboten sind. Terminiert war der Allgäu-Triathlon auf den 16. August. Bis zuletzt hatten die Organisatoren Szenarien durchgespielt, um eine der größten Sportveranstaltungen in der Region doch noch zu retten. Zum Beispiel seien ein reduziertes Teilnehmerfeld und zeitversetzte Einzelstarts angedacht gewesen.

„Am Ende ist es auch daran gescheitert, dass niemand weiß, was genau unter einer Großveranstaltung zu verstehen ist“, sagt Fürleger, der das Event zusammen mit Hannes Blaschke organisiert. Dadurch seien die Unsicherheiten noch größer geworden, „denn als Veranstalter haben wir nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, die Teilnehmer und Zuschauer zu lenken“. Im vergangenen Jahr säumten 30 000 Menachen die Strecke. Fürleger: „Alles ins Blaue hinein zu organisieren, wäre ein viel zu großes Risiko gewesen.“ Also sind die beiden Geschäftsführer Fürleger und Blaschke und deren Mitarbeiter nun damit beschäftigt, die 3000 Anmeldungen rückabzuwickeln. Seit der Premiere 1983 ist es das erste Mal, dass das Event rund um den Großen Alpsee im Allgäu ausfällt.

„Besonders bitter ist es, da wir bis dahin ein Traumjahr hatten. Wir waren so früh wie noch nie ausgebucht mit 3000 Startern. Wir hatten die Startzusagen der beiden Hawaii-Champions Patrick Lange und Anne Haug. Nur das Wetter hatten wir noch nicht gebucht – und jetzt müssen wir absagen“, sagt Fürleger. Für die Allgäu Triathlon GmbH bedeutet dies einen herben finanziellen Verlust. Etwa 30 Prozent der Gesamtkosten seien fix und würden in diesem Jahr als Minus anfallen. Ähnlich hoch ist der Prozentsatz an Arbeit, der bisher schon in die Planung gesteckt worden ist.

Die Sportler, die einen Startplatz ergattert hatten, bekommen nun ihr Startgeld zurück. Bewusst habe man sich laut Fürleger gegen eine Gutscheinlösung entschieden. „Wir wollen nicht, dass die Teilnehmer sich entmündigt fühlen, wenn auf einmal jemand anderes für sie beschließt, sie müssen dann eben nächstes Jahr hier starten.“ Immerhin bekommen sie aber ein Voranmelderecht für das Rennen im kommenden Jahr.

Überhaupt sei die Resonanz bisher fast durchweg positiv auf die Absage. Es werde laut Fürleger honoriert, dass die Entscheidung frühzeitig gefallen sei. „Andere Veranstalter sind noch mehr in finanziellen Nöten und versuchen natürlich, ihre Rennen auf die letzte Sekunde vielleicht doch noch irgendwie möglich zu machen.“ Große Hoffnung auf eine wie auch immer geartete Triathlon-Saison hat Fürleger nicht mehr. Selbst die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii könnte ein Opfer der Corona-Pandemie werden. „Eine Prognose kann momentan niemand wagen. Wir wissen ja nicht einmal, was nächsten Monat ist.“

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