Laufsport im Allgäu

So außergewöhnlich war der Silvesterlauf 2020 in Kempten

Der Georg-Hieble-Silvesterlauf in Kempten kam bei den Hobbyläufern bestens an. Organisator Joachim Saukel (rechts) zieht nach 13 Tagen ein positives Fazit.

Der Georg-Hieble-Silvesterlauf in Kempten kam bei den Hobbyläufern bestens an. Organisator Joachim Saukel (rechts) zieht nach 13 Tagen ein positives Fazit.

Bild: Ralf Lienert

Der Georg-Hieble-Silvesterlauf in Kempten kam bei den Hobbyläufern bestens an. Organisator Joachim Saukel (rechts) zieht nach 13 Tagen ein positives Fazit.

Bild: Ralf Lienert

Beim Kemptener Silvesterlauf gehen fast 2.000 Teilnehmer auf die Strecke. Worüber sich Organisator Joachim Saukel nach zwei Wettkampf-Wochen besonders freut.
09.01.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Keine Zuschauer am Streckenrand, keine Stimmung im Stadion, keine Siegerehrung für die Schnellsten. Der Georg-Hieble-Silvesterlauf 2020 war anders als all die Jahre zuvor. Die Corona-Pandemie zwang die Organisatoren zum Umdenken. Doch das neue Wettkampf-Format kam bei den Ausdauersportlern prima an. Nicht nur am letzten Tag des Jahres war die Strecke entlang der Iller freigegeben, fast zwei Wochen – vom ersten Weihnachtsfeiertag bis Dreikönig – ging es auf den Distanzen über fünf und zehn Kilometer um Bestzeiten. Fast 2000 Anmeldungen verzeichnete Organisator Joachim Saukeldie meisten davon direkt am Silvestertag. Er sagt: „Da die Läuferinnen und Läufer bis zu fünf Mal auf die Strecke durften, hatten wir insgesamt 3.000 Starts. Ich bin mit der Resonanz super zufrieden. Alle haben sich an die Spielregeln gehalten. Gedränge hat es nie gegeben.“

Sogar der Kemptener Lauf-Pionier Georg Hieble geht selbst auf die Strecke

47 Teilnehmer haben das Mögliche voll ausgereizt und sind gleich fünf Mal gelaufen, über 800 Hobbysportler waren zweimal unterwegs. Der Kemptener Silvesterlauf, bei dem heuer zum ersten Mal die AÜW als Hauptsponsor Pate standen, schrieb so manche besondere Geschichte. Zum Beispiel die von Namensgeber Georg Hieble. Laufen, sagt er, sei sein Lebenselixier. 1988 hatte sich der Kemptener dem Silvesterlauf angenommen. Hieble und einige Freunde waren schon zuvor Jahr für Jahr am 31. Dezember unterwegs – erst ging es rauf auf den Mariaberg, dann wurde zusammen Silvester gefeiert. In der Region gab es große Laufveranstaltungen zum Jahreswechsel damals unter anderem in Gersthofen und München. Der Lauf entlang der Iller ist gewachsen und gewachsen. Mittlerweile ist er einer der beliebtesten Silvesterläufe in Süddeutschland. Hieble war aber noch nie selbst am Start – bis zum Neujahrstag 2021. Da schnappte sich der inzwischen 80-Jährige seine Walkingstöcke und lief die fünf Kilometer. „Er war danach so glücklich, dass er an den Tagen darauf auch noch die zehn Kilometer meisterte“, erzählt Saukel. Auch er nahm höchstpersönlich am Silvesterlauf teil. „Das war heuer eine einmalige Chance“, sagt er.

Kevin Key und Corinna Harrer gewinnen Silvesterlauf über zehn Kilometer

Der Qualität des Starterfelds tat das ungewöhnliche Lauf-Format nicht weh. „Das war mitunter schon sehr hohes Niveau“, meint Saukel – und verweist unter anderem auf die Top-Zeiten der Zehn-Kilometer-Sieger Kevin Key (30:43 Minuten) und Corinna Harrer (36:58), beide aus seinem Team B-Faster. Auch den Besten auf der kürzeren Strecke zollt der Experte Respekt: Charlotte Heim war als Frau mit 18:04 Minuten beispielsweise nur etwas mehr als zwei Minuten langsamer als Rene Höchenberger und Johannes Hillebrand. Die beiden sorgten mit ihrer Zielzeit von 15:45 Minuten bei den Männern für ein Novum: Erstmals beim Silvesterlauf belegten zwei Teilnehmer zeitgleich Platz eins.

Kemptener Laufsport-Tag am 18. April wird noch zweigleisig geplant

Saukel sagt: „Die Bedingungen auf der Strecke waren top. Ich bin dem Bauhof dankbar, der uns super zugearbeitet hat. Auch die Bahn im Illerstadion war immer geräumt. Es waren beste Voraussetzungen für gute Zeiten.“ Am 31. Dezember 2021 soll es nach Möglichkeit den Georg-Hieble-Silvesterlauf aber wieder in herkömmlicher Form geben. Für den Kemptener Laufsport-Tag am 18. April ist Saukel noch ein wenig skeptisch. Er erklärt: „Wir planen derzeit lieber zweigleisig. Vielleicht wird aus dem Tag ja auch wieder eine Woche. Das werden wir situativ entscheiden.“

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