Tag der Deutschen Einheit 2020

Datum und Bedeutung: Darum feiern wir am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit

Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin feierten 1990 rund eine Million Menschen in der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober die deutsche Wiedervereinigung. Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag der Deutschen Einheit 2020.

Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin feierten 1990 rund eine Million Menschen in der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober die deutsche Wiedervereinigung. Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag der Deutschen Einheit 2020.

Bild: dpa

Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin feierten 1990 rund eine Million Menschen in der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober die deutsche Wiedervereinigung. Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag der Deutschen Einheit 2020.

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Heute ist Tag der Deutschen Einheit - ein gesetzlicher Feiertag. Welche Bedeutung hat dieser Tag? Und warum genau an diesem Datum? Die Erklärung.
Von Allgäuer Zeitung
03.10.2020 | Stand: 08:59 Uhr

Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag der Deutschen Einheit 2020. Welche Bedeutung steckt hinter diesem Feiertag? Warum wird genau an diesem Datum gefeiert? Und warum war der Tag der Deutschen Einheit früher an einem anderen Tag? Hier die Hintergründe.

Warum ist am 3.10. Tag der Deutschen Einheit?

Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober erinnert an das "Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland" im Jahr 1990. Nach mehr als 40 Jahren hörte damit die DDR als souveräner Staat auf zu existieren und trat der Bundesrepublik Deutschland bei. Die deutsche Trennung war damit offiziell beendet - auch wenn der berühmte Mauerfall ja bereits 1989 stattfand.

Wie kam es damals zur deutschen Wiedervereinigung?

  • Im Herbst 1989 werden die Proteste in der DDR für mehr Freiheit - die Montagsdemonstrationen - immer lauter und größer.
  • Unter dem zunehmenden Druck öffnet die DDR-Führung schließlich die Grenzen für Privatreisen. Es ist der 9. November 1989, als Günter Schabowski, damals Mitglied des Zentralkomitees der SED, bei einer Pressekonferenz den berühmten Satz „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“ sagt - die Mauer ist nach fast 40 Jahren offen.
  • Fortan werden auch die Rufe nach einer Vereinigung von West- und Ostdeutschland lauter.
  • Im Sommer 1990 spitzt sich die Lage in der DDR zu. Die Wirtschaft steht nach der Einführung der D-Mark vor dem Kollaps, gleichzeitig siedeln weiter hunderttausende DDR-Bürger in den Westen über.
  • Aus Furcht, das Land könne im Chaos versinken, tritt der DDR-Ministerpräsident die Offensive an und schlägt am 3. August vor, den Beitritt der DDR wie die ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen auf den 14. Oktober vorzuziehen.
  • 23. August: Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober.
  • 12. September: Die USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich unterzeichnen in Moskau den "Vertrag über abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland". Kernpunkt: Deutschland erhält mit dem Tag der Vereinigung die volle Souveränität.
  • 3. Oktober: Um 00.00 Uhr wird zu den Klängen des Deutschlandliedes vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die schwarz-rot-goldene Flagge aufgezogen. Der Tag der Deutschen Einheit ist seitdem Feiertag.

Wo ist der Tag der Deutschen Einheit ein gesetzlicher Feiertag?

In allen Bundesländern ist am 3. Oktober Feiertag, die Geschäfte haben zu, die Menschen frei. 2020 fällt der Feiertag allerdings auf einen Samstag, an dem ohnehin viele Menschen frei hätten.

30 Jahre Deutsche Einheit: Wie wird 2020 gefeiert?

Trotz der Corona-Krise feiert das wiedervereinigte Deutschland seinen 30. Geburtstag. Der Höhepunkt der einmonatigen Einheitsfeier in Potsdam am 3. Oktober - ein Festakt mit vorherigem Gottesdienst - fällt zwar deutlich kleiner aus als ursprünglich geplant. Doch es soll am Samstag nicht minder feierlich zugehen. Dafür sollen auch die Mitwirkenden des Festakts in der Metropolishalle in Potsdam-Babelsberg sorgen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Festansprache, die Band Mia und Mark Forster singen, Anna Loos moderiert.

Fernsehmoderator Günter Jauch interviewt drei Gäste, die mit 90, 60 und 30 Jahren persönlich auf 30 Jahre Deutsche Einheit blicken: die frühere Bonner Bundesfamilienministerin Ursula Lehr (CDU, 90), der Mitbegründer der Gruppe Keimzeit, der Bad Belziger Norbert Leisegang (60) und das erste gesamtdeutsche Baby, Ronja Bücher (30) aus Leipzig. Der Festtag soll mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Peter und Paul beginnen, die Predigt hält der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein.

"Wir haben weniger Gäste, aber wir haben deutlich mehr organisatorischen Aufwand", sagte der Protokollchef der Brandenburger Staatskanzlei, Oliver Schmidt. Ursprünglich kalkulierten die Organisatoren mit rund 680 Gästen in der Kirche und mit 1250 Gästen in der Halle. Daraus werden unter Corona-Bedingungen 130 Gäste beim Gottesdienst und 230 Besucher beim Festakt. "Das Bad in der Menge muss ausfallen", sagte Schmidt mit Blick auf den Bundespräsidenten oder Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sonst Hände schütteln. Steinmeier wird aber im Anschluss an den Festakt mit Bürgerdelegationen aus den 16 Ländern zusammenkommen.

Brandenburg ist in diesem Gastgeber der Einheitsfeier - Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat den Vorsitz im Bundesrat. Er wird beim Festakt ebenfalls eine Rede halten.

Wie hat sich die Deutsche Einheit vor 30 Jahren auf die Wirtschaft ausgewirkt?

In Summe fällt die ökonomische Bilanz zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit ernüchternd aus. Noch immer habe keines der fünf ostdeutschen Flächenländer "das Niveau des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Wirtschaftskraft erreicht", heißt es im jüngsten Bericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit.

Der Regionalexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Klaus-Heiner Röhl, hält es für unrealistisch, dass die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland in absehbarer Zeit den westdeutschen Durchschnitt erreichen wird: "Vielmehr dürften Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und das Saarland, also die drei wirtschaftlich schwächsten West-Länder, eine realistische Zielmarke sein", heißt es in einer aktuellen Analyse.

"Es gibt immer noch eine Ost-West-Trennung", konstatiert der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint E. Gropp, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind immer noch sehr viel größer als die zwischen Nord- und Süddeutschland."

Tag der deutschen Einheit früher: Was war der 17. Juni für ein Feiertag?

Vor den Ereignissen des Jahres 1990 wurde der Tag der deutschen Einheit in Westdeutschland am 17. Juni begangen. Die Menschen gedachten an diesem Tag dem blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953.