Corona-Impfung

EU-Kommission unternimmt rechtliche Schritte gegen Astrazeneca

Die EU-Kommission hat rechtliche Schritte wegen Lieferproblem rechtliche Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet.

Die EU-Kommission hat rechtliche Schritte wegen Lieferproblem rechtliche Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet.

Bild: Matthias Bein, dpa (Archivbild)

Die EU-Kommission hat rechtliche Schritte wegen Lieferproblem rechtliche Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet.

Bild: Matthias Bein, dpa (Archivbild)

EU-Kommission und Astrazeneca streiten über fehlenden Impfstoff. Immer wieder reduziert das Unternehmen Lieferungen. Nun kommt der Fall vor Gericht.
##alternative##
dpa
26.04.2021 | Stand: 14:41 Uhr

Im Streit über ausbleibende Impfstofflieferungen hat die EU-Kommission rechtliche Schritte gegen den Hersteller Astrazeneca eingeleitet. Man habe das Verfahren vor einem belgischen Gericht auch im Namen der 27 Mitgliedsstaaten gestartet, teilte ein Kommissionssprecher am Montag mit.

Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den vergangenen Monaten immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 Staaten. Für das zweite Quartal werden nach jüngsten Angaben 70 Millionen Dosen erwartet. Ursprünglich waren 180 Millionen vereinbart.

Aus Sicht der EU-Kommission verstößt der Hersteller damit gegen einen EU-Rahmenvertrag vom August 2020. Insgesamt hat die EU-Kommission 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ sie ungenutzt verstreichen.

EU-Klage wird wohl kaum etwas an den Lieferschwierigkeiten von Astrazeneca ändern

Das Verhältnis zwischen der EU-Kommission und dem Unternehmen ist schon lange angespannt - auch, weil Großbritannien von den Lieferproblemen kaum betroffen war. Die EU hatte deshalb einen Export-Kontrollmechanismus eingeführt. Eine Lieferung über 250.000 Astrazeneca-Dosen aus Italien nach Australien wurde blockiert. Die EU-Kommission hatte bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Die Klage ist nun der nächste Schritt. An den Lieferrückständen dürfte sich dadurch allerdings nichts ändern.

Bilderstrecke

Corona-Impfung: Das unterscheidet die Impfstoffe

Ein Großteil des Impfstoffs, der in den EU-Staaten gespritzt wird, stammt derzeit vom deutsch-amerikanischen Hersteller Biontech/Pfizer. Neben Astrazeneca haben außerdem die Präparate von Moderna sowie Johnson & Johnson eine europäische Zulassung.

Lesen Sie auch
##alternative##
Corona-Impfstoff

EU gegen Astrazeneca: Streit über fehlenden Impfstoff vor Gericht

Inzwischen wird der Impfstoff von Astrazeneca in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet, weil er in Verbindung mit sehr seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen gebracht wird. Er ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA aber weiter uneingeschränkt freigegeben.