Russland

Nawalny muss 30 Tage in Haft - und ruft zu Protesten auf

Das Videostandbild des Youtube-Kananals «Navalny Life» zeigt Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie er in einer Polizeistation in Chimki im Moskauer Gebiet auf eine Gerichtsverhandlung wartet. Nach seiner Rückkehr nach einer fünfmonatigen Behandlung in Deutschland wurde Nawalny gestern in Moskau festgenommen.

Das Videostandbild des Youtube-Kananals «Navalny Life» zeigt Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie er in einer Polizeistation in Chimki im Moskauer Gebiet auf eine Gerichtsverhandlung wartet. Nach seiner Rückkehr nach einer fünfmonatigen Behandlung in Deutschland wurde Nawalny gestern in Moskau festgenommen.

Bild: picture alliance/dpa/Navalny Life/AP

Das Videostandbild des Youtube-Kananals «Navalny Life» zeigt Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie er in einer Polizeistation in Chimki im Moskauer Gebiet auf eine Gerichtsverhandlung wartet. Nach seiner Rückkehr nach einer fünfmonatigen Behandlung in Deutschland wurde Nawalny gestern in Moskau festgenommen.

Bild: picture alliance/dpa/Navalny Life/AP

Der Kremlgegner Alexej Nawalny hat nach seiner Inhaftierung in Moskau offen zu Protesten aufgerufen.
dpa
18.01.2021 | Stand: 16:55 Uhr

"Habt keine Angst, geht auf die Straße!", sagte der 44 Jahre alte Oppositionsführer am Montag noch im Verhandlungssaal. Seine Sprecherin Kira Jarmysch veröffentlichte ein Video mit dem Aufruf. Darin warf Nawalny dem Machtapparat in Russland vor, keine Beziehungen mehr zur Rechtsstaatlichkeit zu haben. Ein Gericht verhängte eine Haftstrafe von zunächst 30 Tagen gegen ihn, nachdem er zur Fahndung ausgeschrieben war.

Menschen sollen für ein freies Russland auf die Staße gehen

Die Menschen sollten nicht für ihn auf die Strafe gehen, sagte Nawalny, sondern für ihre eigene Zukunft - für ein freies Russland. Das Land degeneriere unter dem seit mehr als 20 Jahren regierenden Kremlchef Wladimir Putin, sagte er. "Schweigt nicht! Wehrt Euch! Wir sind viele und können etwas erreichen."

Protestaufrufe dieser Art werden in Russland immer wieder hart bestraft. Demonstrationen sind nur mit Genehmigung möglich. Eine Erlaubnis gibt es aber wegen der Corona-Pandemie schon seit langem nicht mehr.

Das Urteil des Gerichts erging in einem eilends anberaumten und umstrittenen Verfahren in einer Polizeistation. Nawalny wurde vorgeworfen, gegen Meldeauflagen nach einem früheren Strafprozess verstoßen zu haben. Der Oppositionsführer kritisierte das Verfahren als politische Inszenierung mit dem Ziel, ihn zum Schweigen zu bringen.

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