Corona-Pandemie

Omikron breitet sich in Europa aus - Was die WHO jetzt von den Staaten fordert

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen.

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen.

Bild: Pavlo Gonchar, dpa

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen.

Bild: Pavlo Gonchar, dpa

Die Omikron-Variante des Corona-Virus breitet sich in Europa schnell aus. Was WHO-Regionaldirektor Hans Kluge jetzt von den Staaten fordert.
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Von Maria-Mercedes Hering
12.01.2022 | Stand: 10:04 Uhr

Die Corona-Pandemie ist noch immer ein großer Stressfaktor für Europa– und die Omikron-Variante verschlechtert die Situation weiter. Das machte Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, bei einer Pressekonferenz am Dienstag klar.

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge: Impfungen sind nach wie vor der beste Schutz

Die Länder in Europa und Zentralasien stünden auch 2022 unter großem Druck durch die Pandemie – besonders durch die Omikron-Varianten. Diese sei hochinfektiös. Und auch wer schon geimpft oder genesen sei, sei nicht sicher davor. Impfungen seien aber nach wie vor die beste Schutz gegen Ansteckungen, auch gegen Omikron. Sorge bereitet Kluge in diesem Zusammenhang, dass bald auch Länder mit niedriger Impfquote von einer Omikron-Welle getroffen werden könnten.

In vielen Ländern seien die Gesundheitssysteme bereits unter Stress – und damit auch Arbeitskräfte im Gesundheitsbereich. Ihre körperliche und mentale Gesundheit müsse stärker berücksichtigt werden, forderte Kluge.

Der WHO-Regionaldirektor hat drei zentrale Forderungen an die Staaten Europas:

  1. Länder, die Omikron noch nicht so stark getroffen hat, fordert Kluge dazu auf, jetzt Schutzmaßnahmen zu erhöhen: Masken, Impfungen und Booster-Impfungen seien notwendig, zudem müssten die Menschen die Quarantänemaßnahmen kennen und ernst nehmen.
  2. Länder, die bereits hohe Omikron-Fallzahlen haben, sollten besonderes Augenmerk auf vulnerable Gruppen richten. Beim Zugang zu Booster-Impfungen und bei der Kontaktnachverfolgung sollten sie besonders berücksichtigt werden. Um das Gesundheitssystem zu entlasten, sollten unnötige Einweisungen in Kliniken vermieden werden.
  3. Besonders wichtig sind nach Kluges Ansicht die Schulen: "Schulen sollten der letzte Ort sein, der geschlossen wird, und der erste Ort, der wieder geöffnet wird." Das sei essenziell für Schülerinnen und Schüler – für ihre Bildung, aber auch für ihre mentale Gesundheit. Die Risiken einer Ansteckung in der Schule sollten daher minimiert werden, zum Beispiel durch Masken im Unterricht und Tests. Wer nicht zur Schule gehen könne, sollte die Möglichkeit haben, online am Unterricht teilzunehmen.

WHO-Expertin: Noch ist unklar, wann der Omikron-Peak erreicht ist

Kluge betonte, wie wichtig es sei, solidarisch zu handeln – auch was die Verteilung von Impfdosen angeht. Kluge sagte, die internationale Gemeinschaft sei besser darin geworden, auf Wellen der Pandemie zu reagieren. Man habe die Werkzeuge dafür. Nun gehe es aber darum, diese einzusetzen. Lockdowns und Impfpflicht könnten höchstens der letzte Ausweg sein.

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WHO-Expertin Catherine Smallwood sagte bei der Pressekonferenz am Dienstag, es sei noch nicht klar, wann die aktuelle Omikron-Welle ihre Spitze erreichen werde. Dies sei auch abhängig von den Maßnahmen, die Gesellschaften und Individuen egriffen. Man habe zwar bei Omikron bisher mehr milde Verläufe beobachtet als bei Delta. Jedoch gelte das für Länder mit hohen Impfquoten. Aber es gebe Länder mit niedriger Impfquote in Europa. Man könne nicht annehmen, dass auch dort Omikron eher zu milden Verläufen führen würde.

Vermeintlich neue Variante Deltakron ist eher durch Verunreinigung im Labor entstanden

Smallwood sagte zudem, wegen der Nachrichten über eine neue Variante sei die WHO in Kontakt mit Zypern. Bei der dort entdeckten Variante "Deltakron" handle es sich vermutlich um eine Kontaminierung im Labor.

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