Corona-Pandemie

Tausende bundesweit bei Corona-Protesten - auch Gegendemonstrationen

Am Marienplatz in Ravensburg warten Polizisten am Montagabend auf Demonstranten. Eine Demonstration wie vor einer Woche blieb aus.

Am Marienplatz in Ravensburg warten Polizisten am Montagabend auf Demonstranten. Eine Demonstration wie vor einer Woche blieb aus.

Bild: Felix Kästle, dpa

Am Marienplatz in Ravensburg warten Polizisten am Montagabend auf Demonstranten. Eine Demonstration wie vor einer Woche blieb aus.

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Das Jahr startet mit Protesten gegen die Corona-Maßnahmen. Tausende gehen am Montag in vielen deutschen Städten auf die Straße - oft nicht genehmigt.
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dpa
03.01.2022 | Stand: 22:11 Uhr

Mehr als 20.000 Menschen sind am Montag in zahlreichen deutschen Städten erneut gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen - oft bei nicht genehmigten "Spaziergängen". In einigen Orten gab es auch Versammlungen von Befürwortern der Maßnahmen und der Impfung.

In Nürnberg demonstrierten annähernd 3000 Menschen gegen die Corona-Politik - doppelt so viele wie erwartet. Wie das Polizeipräsidium mitteilte, gab es nach dem Auftakt des "Montagsspaziergangs" keine Zwischenfälle. Auch in vielen anderen bayerischen Städten und Gemeinden riefen Gegner der Corona-Maßnahmen zu sogenannten Montagsspaziergängen als Zeichen des Protests auf. Viele Städte hatten nicht ortsfeste Kundgebungen verboten und den Teilnehmern von nicht angemeldeten Demonstrationen Bußgelder angedroht.

Rund 10.000 Menschen bei Protesten in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich nach Angaben eines Polizeisprechers insgesamt knapp 10.000 Menschen in mehr als 20 Städten an angemeldeten Lichterspaziergängen, Kundgebungen sowie nicht angemeldeten Schweigemärschen. In Rostock - der Stadt mit den bislang größten dieser Demos im Land - versammelten sich am Abend laut Polizei erneut einige tausend Demonstranten. In der Landeshauptstadt Schwerin kamen den Angaben zufolge etwa 1600 Menschen zusammen, auf dem Greifswalder Marktplatz mehrere Hundert.

An der Mecklenburgischen Seenplatte versammelten sich nach ersten Schätzungen der Polizei gut 2000 Demonstranten. In Greifswald stand den Kritikern der Corona-Maßnahmen eine große Gruppe von Gegendemonstranten gegenüber.

Corona-Demos in Thüringen

Mehr als 8000 Menschen beteiligten sich laut Polizei in Thüringen an unangemeldeten Protesten gegen Corona-Schutzmaßnahmen. Die Landespolizeidirektion ging davon aus, dass diese Zahl im Laufe des Abends noch fünfstellig wird. Abgesehen von kleinen Rangeleien seien die Demonstrationen bislang friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher. Die meisten Teilnehmer habe man in Gera gezählt - rund 2000. In Altenburg und Saalfeld kamen nach Schätzungen der Polizei jeweils etwa 1000 Demonstranten, in Nordhausen 500. Es handelte sich in allen Fällen um sogenannte Spaziergänge - also keine angemeldeten Versammlungen.

Lage in Sachsen laut Polizei übersichtlich geblieben

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Berlin

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In Sachsen gingen bei illegalen Protesten gegen Corona-Maßnahmen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Allein in Bautzen kamen laut Polizeiangaben bis zu 1000 Menschen zusammen. In der ostsächsischen Stadt, in der eine Woche zuvor zwölf Polizisten im Einsatz verletzt wurden, hatten sich zwei Demonstrationszüge formiert. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage mitteilte, konnten beide Aufzüge gestoppt werden. Die Lage sei übersichtlich geblieben, hieß es. Vereinzelt waren Böller zu hören.

Oberbürgermeister Mike Schubert bei Gegen-Demo in Potsdam

Auch in Brandenburg sind die Proteste von Kritikern der Corona-Maßnahmen und Impfgegnern landesweit fortgesetzt worden. Vielerorts waren Gegenaktionen angekündigt. In Potsdam hatte am Montag das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" aufgerufen, den Gegnern der Corona-Maßnahmen nicht die Stadt zu überlassen.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagte auf einer Kundgebung, die Menschen machten mit ihrer Anwesenheit deutlich, dass es nicht nur den Protest gegen die aktuellen Maßnahmen gebe. Das Miteinander auf einer angemeldeten Demonstration zeige, dass es möglich sei, seine Meinung zu äußern, ohne gegen Regeln oder Gesetze zu verstoßen.

Poteste in Baden-Württemberg

Mehrere tausend Menschen demonstrierten in Baden-Württemberg gegen die Corona-Maßnahmen. In Friedrichshafen hätten sich am Montagabend rund 2000 Teilnehmer zu einem sogenannten Spaziergang versammelt, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Teilnehmer hätten sich spontan in sozialen Netzwerken verabredet, mit dieser Aktion von Ravensburg nach Friedrichshafen auszuweichen. Es liege nun an der Kommune, die nicht angemeldete Versammlung aufzulösen. In Ravensburg habe es keine größeren Ansammlungen gegeben, sagte der Sprecher am Abend. (Lesen Sie auch: Trotz Verbot: Corona-„Spaziergang“ in Ravensburg mit 350 Teilnehmern)

Die Polizei in Fulda (Hessen) löste am Abend eine Ansammlung von Gegnern der aktuellen Corona-Maßnahmen auf. Dabei habe ein Versammlungsteilnehmer die Einsatzkräfte angegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt, die Person sei festgenommen worden. Die Versammlung wurde laut Polizei aufgelöst, da keine Masken getragen und keine Abstände eingehalten wurden. Außerdem habe es keinen Versammlungsleiter gegeben. Auch in anderen hessischen Städten gingen am Abend Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren - etwa in Frankfurt, Kassel oder Gießen.

Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Magdeburg

Bei Corona-Protesten in Magdeburg ist es am Montagabend zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizeiinspektion der Landeshauptstadt sprach von durchbrochenen Polizeiketten, Flaschenwürfen auf Beamte und Pyrotechnik. Nach ersten Erkenntnissen wurden Polizisten aber nicht verletzt. In der Landeshauptstadt hatten sich laut Polizei etwa 2500 Menschen versammelt. Die Versammlung sei wie die meisten im Gebiet der Polizeiinspektion (PI) nicht angezeigt gewesen, hieß es.

Insgesamt gingen in Sachsen-Anhalt erneute tausende Menschen aus Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße. In Halle beteiligten sich bis zu 2100 Menschen an einer Demonstration. Eine genaue Übersicht über alle Proteste stand am Abend zunächst noch aus. Vor einer Woche waren bei 37 Versammlungen mit Bezug zu Corona-Maßnahmen rund 16.700 Demonstranten in Sachsen-Anhalt gezählt worden.

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