Trump-Bezwinger Joe Biden

Joe Biden: So tickt der gewählte US-Präsident

Der voraussichtlich künftige US-Präsident Joe Biden und seine Frau: Alles zu seinen Zielen, seiner Familie und seinem Lebenslauf.

Der voraussichtlich künftige US-Präsident Joe Biden und seine Frau: Alles zu seinen Zielen, seiner Familie und seinem Lebenslauf.

Bild: Carolyn Kaster, AP, dpa

Der voraussichtlich künftige US-Präsident Joe Biden und seine Frau: Alles zu seinen Zielen, seiner Familie und seinem Lebenslauf.

Bild: Carolyn Kaster, AP, dpa

Joe Biden hat die US-Wahl 2020 gegen Donald Trump gewonnen. Wie tickt der gewählte Präsident der USA privat und politisch? Ein Überblick.
10.11.2020 | Stand: 11:28 Uhr

Steckbrief von Joe Biden

  • Name: "Joe" Biden, vollständig Joseph Robinette Biden Jr.
  • Joe Biden Geburtstag: 20. November 1942
  • Geburtsort: Scranton, Pennsylvania, USA
  • Ausbildung: Archmere Academy (Schule), University of Delaware in Newark
  • Bisherige Karriere: Vizepräsident der Vereinigten Staaten (2009-2017), US-Senator (1973-2009)
  • Joe Biden Ehefrau: Jill Biden
  • Joe Biden Kinder: Joseph Robinette III (genannt „Beau“, 1969-2015), Robert Hunter (* 1970) Naomi Christina (1971–1972), Ashley (* 1981)

Hobbys und Familie: Joe Biden privat

Der gewählte Präsident der USA Joe Biden (77) wird mit seiner Ehefrau Jill (69) ins Weiße Haus einziehen. Die Bidens haben 1977 geheiratet. Vier Jahre später kam die gemeinsame Tochter Ashley Biden zur Welt.

In seinem Leben hatte der Politiker etliche Schicksalsschläge zu verkraften: In erster Ehe war Biden mit Neilia Hunter verheiratet. Sie starb 1972 bei einem schweren Autounfall, bei dem auch ihre einjährige Tochter Naomi ums Leben kam und die beiden Söhne verletzt wurden.

Bidens Lieblings-Sohn Beau starb im Mai 2015 an einem Hirntumor - mit nur 46 Jahren. Durch Beau lernte Joe Biden seine künftige Vizepräsidentin Kamala Harris kennen. Bidens anderer Sohn Hunter hatte mit Drogenproblemen zu kämpfen und sorgte mit einem vermeintlichen Ukraine-Skandal für Aufsehen.

Privat sind Joe Biden und seine Frau eng mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und dessen Familie befreundet. Biden diente Obama im Weißen Haus acht Jahre lang als Vizepräsident, in dieser Zeit schrieben Medien über die Biden-Obama-"Bromance", ihre enge Freundschaft.

Eiscreme-Liebhaber Biden bekam von Zeitungen den Spitznamen "Amtrak Joe" - in Anlehnung an das größte Zug-Unternehmen der USA namens "Amtrak". Als Senator pendelte der Bahn-Fan jahrelang mit dem Zug von Washington in seinen Wohnort Wilmington in Delaware.

Was ist über das Vermögen von Joe Biden bekannt?

Auf rund neun Millionen Dollar schätzte das Magazin „Forbes“ 2019 das Vermögen des Politikers. In den Jahren 2017 und 2018 sollen Biden und seine Frau Jill 15,6 Millionen Dollar Einkommen verdient haben.

Durch Großspurigkeit oder Protz fiel er anders als sein Konkurrent Donald Trump aber nie auf. Und anders als Trump veröffentlicht Biden jährlich seine Steuererklärung.

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Das ist Jill Biden - die Frau des Präsidentschaftskandidaten Joe Biden

Politik: Das sind Joe Bidens Ziele

  • Biden und Deutschland: "Auch eine Biden-Präsidentschaft wäre nicht gemütlich für Deutschland", ordnet der "Spiegel" ein. Tatsächlich wird Biden, der sich anders als Trump klar zur Nato bekennt, von der Bundesregierung wohl verlangen, dass sie in der Weltpolitik mehr Verantwortung übernimmt und Deutschland sich auch militärisch stärker einbringt. Umgekehrt könnte eine Biden-Regierung den von Trump angekündigten Abzug von US-Truppen aus Deutschland rückgängig machen.

  • Außenpolitik: Biden als Präsident wird zugetraut, das Vertrauen der ausländischen Partner wieder aufzubauen, das Trump zerstört hat. So will er das Atomabkommen mit Iran wiederbeleben. Außerdem sucht er die Annäherung an klassische Partner wie Deutschland und Frankreich und will sich schärfer als Trump von autoritären Herrschern wie Wladimir Putin in Russland abgrenzen.

  • Steuern und Einkommen: Im Wahlkampf trat Demokrat Biden mit dem Versprechen an, einen Mindestlohn von 15 Dollar einzuführen. Für Geringverdiener, die sich nicht privat absichern können, will er eine staatliche Krankenversicherung schaffen (Ausweitung von "Obamacare"). Familien mit weniger als 125.000 Dollar im Jahr sollen ihre Kinder kostenfrei auf öffentliche Universitäten schicken können. Im Gegenzug will Biden Bürger mit besonders hohen Einkommen und Unternehmen durch höhere Steuern zur Kasse zu bitten. Die von Trump gesenkte Unternehmensteuer soll von 21 auf 28 Prozent angehoben werden.

  • Umwelt: Joe Biden hat angekündigt, die USA wieder ins Pariser Klima-Abkommen zurückzubringen. Im zweiten TV-Duell mit Trump sagte der Demokrat zudem, dass er die USA auf lange Sicht aus der Abhängigkeit von Öl, Erdgas und Kohle führen und stärker auf erneuerbare Energien setzen wolle.

  • Rassismus: Biden spricht offen darüber, dass es in den USA Rassismus gebe, der in den Institutionen verankert sei. Ob er im Falle eines republikanisch dominierten Senats aber eine Polizeireform und bessere wirtschaftliche Bedingungen für Schwarze anstoßen kann, bleibt fraglich.

  • Corona: Joe Biden nahm im Gegensatz zu Donald Trump die Corona-Pandemie stets als Bedrohung für die USA und ihre Bürger wahr. Er will bis zu einem möglichen Corona-Impfstoff eine möglichst breite Nutzung von Masken im Land durchsetzen. Außerdem will er die Masken-Produktion in den USA ausbauen und mehr Corona-Tests durchführen lassen.

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