Kommentar

Mit ihrer Heli-Nutzung bestätigt Lambrecht alle Vorurteile über abgehobene Politiker

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht ist auf schwieriger Afrika-Mission.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht ist auf schwieriger Afrika-Mission.

Bild: Seth Wenig, AP/dpa

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht ist auf schwieriger Afrika-Mission.

Bild: Seth Wenig, AP/dpa

Verteidigungsministerin Lambrecht steht wegen einer Dienstreise mit Erholungscharakter in der Kritik. Bei diesem Helikopter-Einsatz hätten alle Alarmglocken läuten müssen.
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Von Christian Grimm
10.05.2022 | Stand: 13:45 Uhr

Es gibt Dinge, die sind erlaubt, aber die tut man nicht – schon gar nicht als Politikerin oder Politiker. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat diesen simplen Grundsatz missachtet.

Sie buchte bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr einen Helikopter für einen Truppenbesuch in Nordfriesland, um sich anschließend über Ostern in den Kurzurlaub auf die nahe gelegene Insel Sylt zu begeben. Im Hubschraubernahm auch noch ihr Sohn Platz. Die SPD-Ministerin tat das trotz all ihrer Erfahrung in der Spitzenpolitik. Bei der Urlaubsreise sind ihr Instinkt und Gespür völlig abhandengekommen. Eigentlich hätten bei ihr alle Alarmglocken läuten müssen, als sie den Hubschrauber bestellte.

Lambrecht bestätigt alle Vorurteile über Politikerinnen und Politiker

  1. Sich per Heli zu einem beruflichen Termin bringen zu lassen, um damit eigentlich in die Ferien zu düsen, ist von der Wirklichkeit der Wählerinnen und Wähler derart weit entfernt wie die Bundeswehr von der Einsatzbereitschaft.
  2. Und dann ausgerechnet Sylt auszusuchen, das Reichen-Eiland in der Nordsee, ist der zierende Goldrand um dieses Skandälchen. Christine Lambrecht hat es geschafft, wirklich alle Vorurteileüber Politikerinnen und Politiker als Angehörige einer – Achtung – abgehobenen Kaste zu bestätigen.
  3. Zusätzlich kam die Dienstreise mit Erholungscharakter nur heraus, weil Lambrechts Sohn ein Foto aus dem Hubschrauber auf das soziale Netzwerk Instagram stellte. Zum mangelnden Gespür seiner Mutter kam auch noch Unvorsichtigkeit dazu.

Christine Lambrecht wird den Mitflug ihres Sohnes aus eigener Tasche bezahlen, wie es in den Statuten geregelt ist. Viel teurer zu stehen kommt ihr aber der Preis, den sie nun begleichen muss. Nachdem direkt nach der Amtsübernahme schwere Kritik aufkam, sie der Vorwurf der Inkompetenz begleitete und sie wegen der 5000 Helme für die Ukraine verspottet wurde, hatte sich die 56-Jährige zuletzt ein wenig gefangen. Nun kratzt der Heli-Flug an ihrem Ruf. Ihren neuen Spitznamen als Helikopter-Mutter hat sie schon weg.

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