Corona-Krise

Politik berät über weiteres Vorgehen in der Corona-Krise

Ein Mitarbeiter der Malteser führt einen Tupfer nach einem Abstich im Rachen eines Patienten in ein Röhrchen mit der Trägerflüssigkeit für den Corona-Schnelltest. Bund und Länder diskutieren am Mittwoch, ob das mit massenhaft Schnell- und Selbsttests gelingen kann.

Ein Mitarbeiter der Malteser führt einen Tupfer nach einem Abstich im Rachen eines Patienten in ein Röhrchen mit der Trägerflüssigkeit für den Corona-Schnelltest. Bund und Länder diskutieren am Mittwoch, ob das mit massenhaft Schnell- und Selbsttests gelingen kann.

Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Mitarbeiter der Malteser führt einen Tupfer nach einem Abstich im Rachen eines Patienten in ein Röhrchen mit der Trägerflüssigkeit für den Corona-Schnelltest. Bund und Länder diskutieren am Mittwoch, ob das mit massenhaft Schnell- und Selbsttests gelingen kann.

Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bund und die Länder wollen an diesem Mittwoch über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Krise beraten.
Ein Mitarbeiter der Malteser führt einen Tupfer nach einem Abstich im Rachen eines Patienten in ein Röhrchen mit der Trägerflüssigkeit für den Corona-Schnelltest. Bund und Länder diskutieren am Mittwoch, ob das mit massenhaft Schnell- und Selbsttests gelingen kann.
dpa
03.03.2021 | Stand: 05:19 Uhr

Dabei steht die Politik unter erheblichem Druck - sowohl von Gegnern als auch von Befürwortern eines zügigen Lockdown-Endes. Am Dienstag deuteten sich weitere Öffnungsschritte an, allerdings abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen und mit einer «Notbremse», falls bestimmte Werte steigen. Das ging aus einem vorläufigen Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Runde hervor, der noch nicht final beraten war.

Demnach soll der Lockdown in der Corona-Krise grundsätzlich vor allem wegen der Gefahr durch die neuen Virusvarianten bis 28. März verlängert werden. Verknüpft werden sollen zahlreiche Öffnungen auch mit massenhaften Schnelltests. Mehrere Regierungschefs, so auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), hatten sich dafür ausgesprochen, einen Stufen- und Perspektivplan für den Weg aus dem Corona-Lockdown zu beschließen. Hauptkonfliktpunkt bei der Beratung der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfte sein, welche Inzidenzwerte man für welche Öffnungsschritte voraussetzt.

Corona-Krsie: SPD-Fraktionschef warnt vor "Maßnahmendurcheinander"

Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, forderte die Länder auf, keine chaotischen Zustände bei den Schritten aus dem Corona-Lockdown entstehen zu lassen. «Ich halte es für angezeigt, dass die Ministerpräsidentenkonferenz einen klaren, nachvollziehbaren Öffnungsplan entwickelt, der bundesweit die gleichen Schrittfolgen aufweist», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die verständliche Pandemie-Frustration darf nicht noch verstärkt werden durch eigensinniges Maßnahmendurcheinander.»

Der Virologe Christian Drosten zeigte Verständnis für Wünsche nach Lockerungen, mahnte aber zur Vorsicht. Der Anteil der ansteckenderen Variante B.1.1.7 an den Neuinfektionen wachse weiter, die wärmere Jahreszeit werde das Problem nicht beseitigen, und beim Impfen brauche es mehr Tempo, betonte der Experte für Coronaviren von der Charité im «Coronavirus-Update» vom Dienstag bei NDR-Info. Es sei «ein wirklich schwieriges Spiel, wenn man jetzt allzu schnell Lockerungen macht». Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutante an den Infektionen in Deutschland ist nach Schätzung Drostens auf ungefähr die Hälfte angewachsen - und werde weiter steigen.

Diskussion um Lockdown: Landkreise fordern rasche Lockerungen

Dagegen forderten die deutschen Landkreise rasche Lockerungen und Geschäftsöffnungen. «Es braucht beim Bund-Länder-Treffen die Ansage, dass Geschäfte dort, wo die Corona-Lage im Griff ist, ab Montag wieder Kunden begrüßen dürfen», sagte der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch). Die Läden hätten die Wirksamkeit ihrer Hygienekonzepte bereits nachgewiesen, außerdem seien Maske und Abstand weiter Pflicht. Da es weniger Intensivpatienten und mehr Geimpfte gebe, sei es inakzeptabel, dass Baumärkte und Friseure öffnen dürften, der Einzelhandel aber «weiter dichtbleiben soll», betonte Sager. Er forderte auch eine Erlaubnis zur Vermietung von Unterkünften wie Ferienwohnungen über Ostern.

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Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnte, Corona-Selbsttests könnten einen in falscher Sicherheit wiegen. «Allen Menschen sollte klar sein, dass die Testergebnisse immer nur eine Momentaufnahme darstellen», sagte der Präsident der Bundesärztekammer der dpa. Er forderte übersichtliche und leicht verständliche Informationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Selbsttests. Auch bei einem negativen Testergebnis müssten Abstand, Maskenschutz und Hygieneregeln eingehalten werden. Bei einem positiven Befund müsse schnellstmöglich eine Kontrolluntersuchung per PCR-Test veranlasst und strikte Quarantäne eingehalten werden.

Länder hoffen auf stärkeren Impf-Andrang

Unterdessen wächst in den Bundesländern die Hoffnung auf einen schnellen Abbau des Astrazeneca-Impfstaus. Mehrere Länder rechnen mit einem deutlichen Hochfahren der Impfungen mit dem Vakzin, wie eine Abfrage der dpa ergab. In Nordrhein-Westfalen etwa sollen ab Montag rund 750 000 Kita-Erzieher, Tageseltern, Grundschullehrer und Streifenpolizisten ein Impfangebot erhalten. «Wir wollen halt einfach impfen was das Zeug hält», sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Auch Hessen und Baden-Württemberg wollen bald deutlich mehr Menschen mit dem Astrazeneca-Präparat impfen lassen.

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Insgesamt fast 3,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs sollen bis Donnerstag an die Länder geliefert sein, wie aus Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Montag wurden nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jedoch lediglich 514 000 Dosen verabreicht. Bleibt es bei dem Impftempo, könnten bis Ende der Woche über zwei Millionen Dosen auf Halde liegen.

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Die Ständige Impfkommission empfiehlt das Präparat von Astrazeneca - anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA - bisher nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren, weil aus ihrer Sicht zunächst zu wenig Daten über die Wirkung bei Älteren vorlagen. Die Kommission hat aber angekündigt, dass diese Empfehlung bald aktualisiert werden soll.