Pressestimmen

Presseschau zu Corona-Beschlüssen: "Für Ungeimpfte wird es ungemütlich"

Von "Impfpflicht durch die Hintertür" bis "Gut so": Hier die Pressestimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern.

Von "Impfpflicht durch die Hintertür" bis "Gut so": Hier die Pressestimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern.

Bild: Christian Mang, dpa

Von "Impfpflicht durch die Hintertür" bis "Gut so": Hier die Pressestimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern.

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Von "Impfpflicht durch die Hintertür" bis "Gut so": Hier die Pressestimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern.
10.08.2021 | Stand: 20:41 Uhr

Bundesregierung und Bundesländer haben sich auf das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigt. Ein Punkt: Negative Corona-Tests werden zur Voraussetzung für viele Aktivitäten in Innenräumen - und die Tests ab Herbst kostenpflichtig. Die Pressestimmen zu den Beschlüssen sind durchaus kontrovers. Hier ein Überblick über Reaktionen und Kommentare.

"Für alle, die sich nicht impfen lassen möchten, soll es ein mühsamer Corona-Herbst werden – das hat die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten beschlossen. Nach der Devise: zahlen oder draußen bleiben. Und eine Strategie zur weiteren Eskalation wird schon vorbereitet." Welt

"Ein Staat, der in der Impfkampagne Freiwilligkeit verspricht, muss sich entscheiden: Entweder er zahlt den Nichtimpfwilligen die Tests, die er ihnen ersatzweise vorschreibt, solange sie notwendig sind. Oder er lässt sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben - ohne Test. Dieses Versprechen, es werde keiner zum Impfen gedrängt, ist gebrochen. Impfunwillige werden jetzt stigmatisiert, sie müssen künftig für einen normalen Alltag zahlen. Die politisch Verantwortlichen sollten endlich eingestehen, dass sie hier faktisch auf Zwang setzen: Dass sie den Impfgegnern den Alltag so schwermachen, dass die ihren Widerstand gegen die Spritze aufgeben. " Zeit

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Kontra-Kommentar

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Pressestimmen: "Ende der kostenlosen Corona-Schnelltestes war absehbar"

"Das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltestes war absehbar. Der Staat kann das Angebot (das viel mehr kostet als ursprünglich geplant) nicht auf Dauer aufrechterhalten. Härter für Ungeimpfte ist freilich die Vielzahl von Zugangsbeschränkungen, die nur mit einem negativen Testat überwunden werden können." Rheinpfalz

"Während anderswo in der Welt händeringend nach Impfstoff verlangt wird, zieren sich hierzulande offenbar viele, und das zulasten aller. Ob es Verschwörungstheorie, Faulheit oder ein diffuses Unbehagen ist, die Gründe überzeugen nicht. Und so ist es richtig, den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Tests für diejenigen, die sich impfen lassen könnten, es aber nicht tun, sollen ab Oktober nicht mehr kostenlos sein. Gut so." Neue Osnabrücker Zeitung

"In ungewohnter Lockerheit hat unsere prominenteste Begleitcombo in dieser Pandemie am Dienstag einige Beschlüsse gefasst, wie mit dem Virus im Herbst umzugehen ist. Man will die kommenden Wochen erst einmal behutsam angehen. Das ist eine schöne Nachricht. Der Staat nimmt sich zurück. Wir haben es selber in der Hand, wie Herbst und Winter werden. Das ist wohl auch das Signal, das von der Bund-Länder-Runde ausgehen sollte. Für Geimpfte und Genesene endet die Zeit der größeren Beschränkungen. Für Ungeimpfte bleiben einige Hürden im Leben bestehen. Sie wissen selber, warum das so ist – sie wollen es so." Tagesspiegel

"Die Angst regiert weiter – die Bund-Länder-Runde rückt von ihr nicht ab. Nach dreieinhalb Stunden Corona-Gipfel steht fest: Statt Lockerungen und einer Perspektive in die Normalität gibt es Regel-Verschärfungen, Notlage-Verlängerung, Ungeimpften-Testpflicht und das Ende der Gratis-Tests!" Bild

"Für Ungeimpfte wird es ungemütlich" FAZ

"Beim Corona-Gipfel haben Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs nicht erklärt, welche Maßnahmen bei einer weiteren Ausbreitung des Virus folgen. So droht wieder eine zu späte Reaktion." Augsburger Allgemeine

"Ab Mitte Oktober sollen Schnelltests kostenpflichtig sein, die für Ungeimpfte zur Einlasskarte für weite Teile des öffentlichen Lebens werden. Das dürfte dem Gerechtigkeitsempfinden der geimpften Bevölkerungsmehrheit entsprechen. Aber ob es im Herbst auch epidemiologisch noch sinnvoll und hinreichend ist, steht auf einem anderen Blatt. Die politische Verantwortung wird dann ohnehin neu verteilt sein." Deutschlandfunk

"Am deutschen Wesen soll jetzt wohl auch der Impfmuffel genesen. Denn den hat die Bund-Länder-Runde im Visier, wenn sie das Aus für kostenlose Schnelltests zum 11. Oktober beschließt. Ein Vorschlag so oberlehrerhaft wie falsch. Die Maßnahme, für Tests künftig in die eigene Tasche greifen zu müssen, wird genau nicht dazu führen, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, bisher eine Coronaimpfung scheuten, das bald nachholen. Zumal Menschen, deren Geldbeutel meist notorisch klamm ist, sich genau das nicht leisten werden, können, möchten." Rhein-Neckar-Zeitung