CSU-Chef zur K-Frage

Soll Merkel nochmal als Kanzlerin antreten? Söder: "Die Krise zeigt..."

In der Corona-Krise derzeit als Krisenmanager gefragt: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerspräsident Markus Söder (CSU).

In der Corona-Krise derzeit als Krisenmanager gefragt: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerspräsident Markus Söder (CSU).

Bild: Peter Kneffel/dpa

In der Corona-Krise derzeit als Krisenmanager gefragt: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerspräsident Markus Söder (CSU).

Bild: Peter Kneffel/dpa

Wer wird CDU-Chef und wer Kanzlerkandidat der Union? CSU-Chef Markus Söder hat zumindest schon ein paar Einblicke gegeben, wie die K-Frage gelöst werden soll.
In der Corona-Krise derzeit als Krisenmanager gefragt: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerspräsident Markus Söder (CSU).
dpa
01.06.2020 | Stand: 14:42 Uhr

Für CSU-Chef Markus Söder läuft es gerade gut. In der Corona-Krise sind die Umfragewerte für den bayerischen Ministerpräsidenten die Höhe geschnellt. Dass spekuliert wird, ob Söder auch kanzlerfähig wäre, verwundert daher nicht. Über Pfingsten hat der 53-Jährige, der immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern, diese Frage in einem Interview nicht beantwortet, aber einen wichtigen Fingerzeig gegeben.

Auf die Frage der "Welt am Sonntag", ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angesichts aktuell guter Umfragewerte der Union weitermachen solle, antwortete Söder: "Die Kanzlerin führt unser Land sehr gut durch diese Krise. Alles andere entscheidet sie für sich selbst." Dann fügte er mit Blick auf die Corona-Pandemie hinzu: "Die Krise zeigt, wem die Deutschen in schwierigen Zeiten vertrauen. Das ist eine hohe Verantwortung."

Söder zur K-Frage: Entscheidet sich voraussichtlich im Januar

Söder rechnet für Anfang 2021 mit einer Entscheidung über die K-Frage in der Union, die stets zusammen von den Schwesterparteien geklärt wird. "Die Frage, wer als Kanzlerkandidat antritt, wird voraussichtlich erst im Januar entschieden", sagte der CSU-Chef. Man müsse die Wahl des neuen CDU-Chefs im Dezember abwarten. "Wer weiß, was bis dahin noch alles passiert."

Die Bundestagswahl findet voraussichtlich im Herbst 2021 statt, Merkel will nach vier Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Noch offen ist, wer CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer beerbt, die im Februar ihren Rückzug und den Verzicht auf die Kanzlerkandidatur angekündigt hatte.Wer wird CDU-Chef und wer Kanzlerkandidat der Union?

Laschet und Söder können sich als Krisenmanager profilieren

Um den CDU-Vorsitz - und so indirekt auch die Kanzlerkandidatur - bewerben sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Der NRW-Regierungschef hat wie Söder den Vorteil, sich im Amt als Krisenmanager profilieren zu können. Dies können Merz und Röttgen nicht.

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans erwartet keine weiteren Bewerbungen für den Parteivorsitz. Nach der Wahl würden "die Vorsitzenden von CDU und CSU darüber sprechen, wer Kanzlerkandidat wird", sagte Hans. Sowohl CDU- als auch CSU-Vorsitzende seien "natürlicher Aspirant auf die Kanzlerkandidatur".

Kanzlerkandidatur: Stoiber hat einen Ratschlag für Söder

Die CSU hat erst zweimal den Kanzlerkandidaten der Union gestellt. Franz Josef Strauß (1980) und Edmund Stoiber (2002) schafften es aber nicht ins Kanzleramt. Bei einem legendär gewordenen Frühstück in Wolfratshausen im Januar 2002 hatte die damalige CDU-Chefin Merkel dem damaligen CSU-Chef Stoiber die Kanzlerkandidatur überlassen. Unlängst riet Stoiber Söder von einer Kanzlerkandidatur ab. "Meine Empfehlung bleibt: Dieses Land Bayern jetzt stabil zu halten, es an Platz eins zu halten, und dann vor die Bayern zu treten bei der nächsten Landtagswahl", sagte Stoiber dem "Spiegel".

Eigentlich hätte Kramp-Karrenbauers Nachfolge längst geklärt sein sollen. Ein für April geplanter Sonderparteitag wurde aber wegen der Corona-Krise abgesagt. Nun soll es keinen Sonderparteitag vor dem regulären Parteitag im Dezember geben.

Röttgen erwartet, dass das Rennen um den CDU-Vorsitz im Herbst Fahrt aufnimmt. "Ich denke, es ist realistisch, dass wir vielleicht zwei Monate vor dem Parteitag intensiver zu einem Wettbewerb der Kandidaten kommen und gemeinsam auftreten werden – so wie es ursprünglich geplant war", sagte der 54-Jährige "Zeit online".

Wegen der verordneten Maßnahmen in der Corona-Krise bekommt Ministerpräsident Söder vermehrt Drohungen. Nun wurde ihm ein fragwürdiges Reagenzglas geschickt.